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Volleyball: Bundesliga

USC gelingt Überraschung in der Wolfsgrube

Münster

Der USC Münster hat im Kampf um die Playoff-Plätze ein Ausrufezeichen gesendet und am Dienstagabend mit 3:1 beim VfB Suhl gewonnen. Mit dabei waren zwei Maskierte und ein Last-Minute-Neuzugang.

Von Henner Henning

Erfolgreich durchgesetzt: Barbara Wezorke, die mit einer Maske begann, überwindet den Suhler Block mit Roxanne Wiblin (l.) und Kayla Haneline. Es war ein Punkt zum 3:1-Sieg des USC in der Wolfsgrube. Foto: Bastian Frank

Dem USC Münster ist im Kampf um die Playoff-Qualifikation ein ganz wichtiger Sieg gelungen. Etwas überraschend gewannen die Unabhängigen am Dienstagabend beim Tabellendritten VfB Suhl mit 3:1 (25:21, 12:25, 25:21, 26:24) und rückten damit vorerst wieder auf Rang acht vor.

Die Anfangsphase gehörte dem USC, der gut in die Partie fand. Auch angeschoben durch die hohe Fehlerquote des VfB. Das kurzfristige Fehlen von Libera Elisa Lohmann (Jelena Sunjic ersetzte die Positiv-Getestete) machte sich bemerkbar, bei den Thüringerinnen griff noch nicht jedes Rädchen.

Wezorke und Schlegel spielen mit Maske

Aber Münster machte seine Sachen auch sehr ordentlich, war in der Block-Feld-Abwehr aufmerksam und nutzte die sich bietenden Chancen. Während Suhl weder durch seine US-Angreiferinnen Danielle Harbin noch Roxanne Wiblin nachhaltig punktete, traf Münsters Zuspielerin Katerina Valkova gute Entscheidungen. Über das erste Tempo mit Barbara Wezorke – sie begann wie Maria Schlegel die Begegnung mit einer Maske – oder mit Juliane Schröder sowie mit Schlegel über außen.

Es passte, Münster trat sehr solide und konzentriert auf, was sich im Ergebnis niederschlug. Die schnelle Sieben- Punkte-Führung nach 13 Ballwechseln schrumpfte zwar mal kurzzeitig auf drei Zähler (17:14), der USC aber zog sein Ding durch und kam nach einem weiteren misslungenen Angriff von Wiblin zum Satzgewinn. „Suhl hatte sicher Probleme, das hat man gemerkt. Aber wir haben es auch gut gemacht, sind im Hier und Jetzt geblieben“, sagte USC-Trainerin Lisa Thomsen.

Schlegel übernimmt die Verantwortung

Was sich aber schon in der Endphase von Durchgang eins abzeichnete, war die Leistungssteigerung Suhls. Was dagegen völlig überraschend kam, war der folgende Einbruch der Gäste. Urplötzlich ging nichts mehr, der Stecker war gezogen. Mit dem Missverständnis zwischen Libera Marta Hurst und Valkova begann das Unheil (0:2), es folgten Unzulänglichkeiten in allen Elementen.

So war der Abschnitt beim 1:8 schon verloren, auch die Einwechselung von Neuzugang Alexandra Stein brachte keine Wende. 4:15, 6:20 – puh, das war harte Kost. Da lief nichts mehr zusammen, sinnbildlich war der Blattschuss von Harbin gegen Hurst. Immerhin stellte Stein mit ihrem ersten Punkt im USC-Dress zum 10:21 auf zweistellig.

Aber irgendwie gelang es den Münsteranerinnen, ihr System wieder hochzufahren. Gerade eine Abreibung kassiert? Egal, weiter geht es. Wezorke nach einem effektiven Valkova-Aufschlag sowie ein direkt folgender Servicewinner gegen Sunjic zum 5:3 meldeten den USC wieder an. Basierend auf der nun wieder stabilen Annahme und der erfolgreichen Abwehr setzte sich Münster auf 15:10 und konterte den Anschluss von Harbin (17:16) passend.

Stark, wie Schlegel in dieser Phase da war und Verantwortung übernahm. Wichtig, wie die eingewechselte Meghan Barthel servierte und Stein den Weg zum 22:17 bereitete. Eine Netzberührung Suhls später, und Münster hatte einen Zähler im Gepäck.

Krimi-Finale in der Wolfsgrube

Es wurden gar drei. Denn der bis dato Tabellenneunte hielt sein Level. Schlegel erzielte mit dem 13:6 eine komfortable Führung, die bis zum 21:14 Bestand hatte. Erst dann schlichen sich Unkonzentriertheiten ein, nicht nur in der Annahme. Und das nutzte der VfB, der nach einem Harbin-Punkt plötzlich wieder dran war (21:20).

Schlegel beendete die Serie und bescherte dann ihrem Team drei Matchbälle – die Suhl abwehrte. Was für ein Krimi das dann doch noch in der Wolfsgrube war. Nachdem Stein auf 25:24 gestellt hatte, verfehlte ein Ball von Wiblin das Ziel, zumindest sahen es die Schiedsrichter so. Münster war durch, Münster jubelte. „Hintenraus war es spannend, da hat Suhl das Momentum bekommen. Aber wir haben alles reingelegt, das war mega wichtig“, so Thomsen.

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