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Volleyball: Bundesliga

USC überfordert: „Zu hoch, zu schnell, zu hart“

Münster

Kurz, allerdings nicht kurzweilig verlief dieser Volleyball-Abend in der Sporthalle Berg Fidel. In nur 71 Minuten besiegelte Bundesliga-Spitzenreiter Allianz MTV Stuttgart die 0:3-Niederlage des USC. Neben Sara Dukic fehlte den Unabhängigen eine zweite Spielerin.

Von Wilfried Sprenger

Wenn Enttäuschung in die Gesichter geschrieben ist: Mia Kirchhoff, Meghan Barthel, Elena Kömmling, Katerina Valkova, Iris Scholten und Barbara Wezorke (von links) nach der Packung gegen Stuttgart. Foto: Jürgen Peperhowe

Vermutlich wäre manche(r) aus dem Kreis des USC froh, wenn es in dieser Saison zu keinen weiteren Auseinandersetzungen mit dem MTV Stuttgart kommen würde. Duelle mit dem Bundesliga-Primus sind in der Regel wenig erquicklich. Es bedarf wahrlich keiner besonderen Gaben, um Münster am Ende des Spieltags leere Hände zu prophezeien.

Am Samstag war dies schon zum dritten Mal in dieser Spielzeit der Fall. In nur 71 Minuten unterlagen die Unabhängigen 0:3 (14:25, 15:25, 12:25). Eine Niederlage, die insbesondere in ihrer Deutlichkeit schmerzte. Und wenn in der Tabelle alles so bleibt, wie es ist, also Münster als Achter in die Playoffs einzieht und Stuttgart als Erster, dann kommt es im Viertelfinale zu weiteren Begegnungen. Was mit Blick auf das Saisonziel des USC (Playoff-Teilnahme) natürlich erwünscht ist, andererseits nicht vor weiterer Pein schützt.

Dukic und Maros in Quarantäne

Noch am Tag vor der Partie hatte das Starensemble aus Süddeutschland mit dem Hinweis auf eine frische Corona-Erkrankung beim USC auf eine Verlegung gedrängt. Die am Knie verletzte Sara Dukic war positiv auf Corona getestet worden, mit ihr musste sich WG-Partnerin Nikolina Maros in Quarantäne begeben. Kein Grund für Münster, dem Ansinnen Stuttgarts stattzugeben. Pünktlich zur „Heute“-Zeit wurde die Begegnung angepfiffen, da ahnte vermutlich noch niemand, dass zum Ende der „Tagesschau“ schon alles vorbei sein würde.

Vor 444 Zuschauern tat sich ein Klassenunterschied auf. Die Gäste machten von Beginn an klar, dass sie am Berg Fidel keine Zeit verschenken wollten. Der USC hätte den Anschauungsunterricht gern verlängert, allein es fehlten ihm die Mittel dazu. Wie ein Orkan fegte Stuttgart über die hilflosen Münsteranerinnen hinweg. Schon am Ende des ersten Satzes gingen die ersten Köpfe nach unten. Wirklich fröhlich wurde es in Reihen des USC nur noch einmal, als Maria Schlegel eine sehenswerte Fußball-Einlage gelang. Verantwortlich für Spektakel war ansonsten ausschließlich der Gegner. Konsequent und komplett humorfrei spielte der MTV seine Qualitäten aus.

"Stuttgart spielt mit ungeheurer Wucht"

„Zu hoch, zu schnell und zu hart für uns“, befand Münsters Trainerin Lisa Thomsen. Tatsächlich hatte sie ihre Mannschaft nicht explizit auf dieses Spiel vorbereitet. „Wir haben über Stuttgart hinwegtrainiert. Die kommenden Aufgaben gegen Wiesbaden und Aachen sind wichtiger“, erklärte Thomsen später. Gleichwohl wird sie kaum erwartet haben, ihre Mannschaft derart chancenlos zu sehen.

Nur 41 Punkte in drei Sätzen sind eine lumpige Ausbeute. Iris Scholten war die Einzige, die auf eine zweistellige Ausbeute (12) kam. Mit kärglichen fünf Zählern kam ihr Maria Schlegel noch am nächsten. Alle Sätze waren früh (vor)entschieden, mitunter verkroch sich der USC wie das Kaninchen vor der Schlange.

Es war ein komplett gebrauchter Spieltag, den Münster natürlich analysieren muss, danach aber rasch aus dem Gedächtnis löschen sollte. Schwache Annahme, schwacher Block, schwacher Angriff – vielleicht hilft dem USC das Wissen, künftig wieder auf Gegner deutlich kleiner Kalibers zu treffen, aus dem tiefen Zwischentief. „Stuttgart ist sehr athletisch und spielt mit ungeheurer Wucht“, meinte Thomsen.

Wezorke ist "ziemlich geschlaucht"

Am Freitag in Wiesbaden sind die Münsteranerinnen wieder in einer anderen Preisklasse unterwegs. Es ist eine richtungsweise Begegnung, der USC sollte punkten, wenn er den Anschluss an den auf Platz sieben rangierenden Tabellennachbarn nicht verlieren will.

Dann wird er auch eine Barbara Wezorke in guter Form brauchen. Gegen Stuttgart spielte die verlässliche Mittelblockerin nach ihrer Corona-Pause direkt wieder durch. Wirklich fit habe sie sich nicht gefühlt, räumte sich nach der Partie ein. „Nach acht Trainingseinheiten am Stück war ich doch noch ziemlich geschlaucht. Aber es gab ja keine Alternativen“, sagte Wezorke.

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