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Volleyball: Bundesliga Frauen

USC gewinnt Achterbahnfahrt in Wiesbaden, Thomsen ordnet kleine Feier an

Münster

Was für ein Drama, was für ein Spielverlauf: Der USC Münster führte nach zwei Sätzen beim VC Wiesbaden, lag auf Kurs 3:0 – und musste dann doch noch einen Umweg über den Tiebreak gehen. Gefeiert werden konnte aus anderen Gründen nur dezent.

Hoch die Hände: Der USC feiert den 3:2-Erfolg in Wiesbaden nach 147 hochspannenden, dramatischen Minuten. Foto: USC Münster

Die ausgelassene Party stieg im Bus auf der Heimfahrt an den Berg Fidel nicht mehr. Zu erschöpft und müde waren die Volleyballerinnen des USC Münster nach dem 147-minütigen Fight beim VC Wiesbaden. Doch qua Anordnung von Trainerin Lisa Thomsen gab es dann doch zumindest eine kleine Feier an Bord, ehe die Müdigkeit die Oberhand gewann.

„Natürlich sind wir alle geschafft. Aber es ist wichtig, dass wir den Sieg als Team genießen und uns für die harte Arbeit belohnen“, sagte Thomsen nach dem 3:2 (28:26, 25:19, 31:33, 23:25, 15:12), bei dem die Unabhängigen durch Höhen und Tiefen gegangen waren.

Knallharte Arbeit

Die Arbeit, die der USC in der hessischen Landeshauptstadt verrichten musste, war wirklich hart. Knallhart. Personell musste der Gast einen weiteren Rückschlag verkraften, Mikala Mogensen (Rücken) musste passen. Und da Mia Kirchhoff nach dem Mittwoch-Spiel gegen den VfB Suhl (3:1) etwas gekränkelt hatte, „hatten wir nur wenig Alternativen auf Außen-Annahme“, erklärte die Trainerin. So begann neben Maria Schlegel diesmal Elena Kömmling, die mit ihren Teamkolleginnen in Abschnitt eins bis auf zwei kurze Führungen (2:1, 14:13) dem VCW lange hinterherlief. Doch passend zur Crunchtime drehte der Gast auf, Kapitänin Iris Scholten erzielte die letzten drei Punkte zur Satzführung.

Münster hatte sich eingegroovt, knüpfte an die zuvor guten Leistungen an. Durchgang zwei wurde ab dem 6:6 zu einer einseitigen Angelegenheit – es blieb der einzige klare Satz. „Wir wussten, dass es trotz des 2:0 noch nicht vorbei ist, kannten ja die Kämpferqualitäten Wiesbadens“, so Thomsen. Eben diese packten die Hessinnen nun aus, obwohl sie den Zeitpunkt zur Wende fast verpasst hätten. 12:6 und 17:12 lag der USC bereits vorne, alles deutete auf einen 3:0-Erfolg hin. Der VCW aber haute mit dem Mute der Verzweiflung alles raus, brachte sich emotional zurück in die Partie. Es wurde dramatisch, hochspannend. Vier Matchbälle vergab Münster, auf der Gegenseite saß nach einem Kömmling-Fehler Wiesbadens sechster Satzball. „In einem Spiel, in dem die Teams so eng beieinander sind, kann das Momentum mit ein, zwei Punkten kippen. Und Wiesbaden zieht genau daraus viel Energie.“

Lisa Thomsen

Das tat das Team von Benedikt Frank dann auch weiter, schüttelte zu Beginn des vierten Abschnitts einen 3:8-Rückstand aus den Knochen und zwang Münster in den Tiebreak – nach 2:12 Stunden Spielzeit.

In dem schwang sich neben Top-Scorerin Scholten, die 29 ihrer 69 Angriffe erfolgreich abschloss und auf 32 Punkte kam, Maria Schlegel zur verlässlichen Angreiferin auf, war etwa zum 13:11 zur Stelle. Als dann Wiesbadens Joyce Agbolossou ihren Aufschlag beim sechsten USC-Matchball im Netz versenkt hatte, brach sich der Jubel seine Bahnen. „Volleyballerisch geht es besser. Aber das war beste Werbung für unseren Sport, das war ein aufopferungsvoller Kampf. Ich bin sehr stolz auf das Team“, sagte Thomsen – und ordnete die kleine Feier an.

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