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Volleyball: Bundesliga Frauen

Wegweisendes USC-Duell in Vilsbiburg ohne Kulisse

Münster

Im letzten Spiel der ersten Halbserie bekommt es der USC Münster mit den Roten Raben Vilsbiburg zu tun. Beide Mannschaften bewerben sich um einen Platz in den Playoffs. Der Trend der Unabhängigen zeigte zuletzt deutlich nach oben. Ob sich das auch in Bayern bestätigt ...

Von Thomas Rellmann

Als Außenangreiferin gekommen, inzwischen als Libera gefragt: Marta Hurst tritt am Mittwoch mit dem USC in Vilsbiburg an. Foto: Jürgen Peperhowe

Schon vor dem ersten Saisonspiel ließ sich erahnen, dass die Partie zwischen den Roten Raben Vilsbiburg und dem USC Schlüsselcharakter haben könnte im Rennen um die Playoffs. Vor dem Hinrundenfinale der Grün-Weißen an diesem Mittwoch in Bayern (19 Uhr) hat sich die Vermutung bestätigt. Der Neunte empfängt den Siebten und hat einen Punkt, aber auch eine Partie weniger auf dem Konto.

„Klar treffen wir auf einen direkten Konkurrenten“, sagt Trainerin Lisa Thomsen. „Wir wissen auch, dass dort immer schwere Auswärtsspiele warten. Das liegt zum einen an der langen Anreise, zum anderen an der sehr emotionalen Art und Weise, mit der die Roten Raben auftreten.“ Die anstrengendste Anfahrt des Jahres (gut 670 Kilometer) fiel diesmal immerhin in die ruhige Zeit zwischen den Tagen, die Mannschaft kam am Dienstag ganz gut durch. Punkt zwei, der kämpferische Stil der Gastgeberinnen, hat auch unter den vermehrten personellen Problemen in den vergangenen Monaten kaum gelitten. „Wenn sie gut drauf sind, können sie auch mal in einen Rausch kommen. Das ist wirklich gefährlich“, sagt Thomsen.

Zuschauerverbot für Thomsen kein Vorteil

Auf der anderen Seite hat sie ein bisschen Hoffnung, dass sich der fehlende Rhythmus beim Gegner noch einmal bestätigt. „Wir versuchen es auf jeden Fall auszunutzen.“ Das Zuschauerverbot wertet die 36-Jährige allerdings nicht zwingend als Vorteil für den Gast, auch wenn das Zusammenspiel der Vilsbiburgerinnen mit dem Publikum ansonsten ein Faustpfand ist. „In Bayern wird ja schon länger ohne Kulisse gespielt. Wir haben das in dieser Saison erst einmal in Dresden erlebt. Da im Volleyball die Fans eigentlich immer fair sind, kann sich auch die Auswärtsmannschaft in der Regel daran hochziehen.“

Sportlich offenbarte der USC in den vergangenen Wochen einen spürbaren Aufwärtstrend. Auch beim Pokal-Aus gegen Branchenprimus Stuttgart kurz vor Weihnachten stimmte in den Sätzen zwei und drei die Leistung. „Wenn wir spielerisch und kämpferisch dort wieder ansetzen, dann haben wir sehr gute Möglichkeiten, diesmal etwas mitzunehmen“, sagt Thomsen.

Sieg wäre Bigpoint

Ein Sieg wäre zweifellos ein Bigpoint im Rennen um die besten Plätze. Münster möchte nicht das Team sein, das als Neunter in den sauren Apfel beißt. Weiter nach oben blickt die Trainerin aktuell aber nicht. Aus einem einfachen Grund. „Hochrechnungen sind müßig, alles kann sich so schnell ändern. Wir haben ja auch noch eine ziemlich verzerrte Tabelle. Eine Tendenz abzulesen, ist schwierig.“

Bleibt der Blick auf die eigene Truppe. „Es war eingeplant, dass wir in der Hinrunde auch mal zu wenig Punkte holen. Aber jetzt gehen wir mit Schwung in die Rückserie.“ Da soll vom USC einiges kommen. Zumal sich eine eingespielte „Starting-Six“ gebildet hat. „Ich war mit den Leistungen zuletzt sehr zufrieden“, sagt Thomsen. Dass die zweite Reihe weniger Einsatzzeit bekommt, liegt dabei fast auf der Hand. Aber durch Doppelwechsel (Zuspiel, Diagonal) oder einzelne Aufschläge leisten auch diese Kadermitglieder „wertvolle Beiträge“, wie die Ex-Libera sagt. „Sie müssen geduldig sein, aber ich versuche sie im Training aufzumuntern, ihnen Input zu geben, sie bei Laune zu halten. Das ist eben auch meine Aufgabe.“

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