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Volleyball: DVV-Pokal der Frauen

"Wir können jeden schlagen" - USC Münster freut sich auf Halbfinal-Knaller

Münster

Stuttgart, Dresden, Potsdam – große Namen im Halbfinale des DVV-Pokals. Als Vierter im Bunde freut sich der USC Münster über die Teilnahme. Am 21. Dezember erwartet er Topfavorit Stuttgart. Trainerin Lisa Thomsen traut ihren formstarken Schützlingen die nächste Überraschung zu.

Von Wilfried Sprenger

Eine der besten Diagonalangreiferinnen in der Bundesliga: Iris Scholten Foto: Jürgen Peperhowe

Nur noch ein Schritt bis zum Endspiel. Aber höher könnte die Mauer, die es im Halbfinale zu überklettern gilt, nicht sein. Mit dem MTV Stuttgart stellt sich den Volleyballerinnen des USC Münster im Vorschlussrundenspiel des DVV-Pokals der Titelfavorit in den Weg.

In der Bundesliga ist der Spitzenreiter noch ungeschlagen, im Cup-Wettbewerb schickte er Nawaro Straubing am vergangenen Samstag nach nur 71 Minuten 0:3 geschlagen heim. 18 Minuten länger benötigte der USC zeitgleich für den 3:0-Coup in Wiesbaden, erstmals seit 2014 qualifizierten sich die Unabhängigen wieder für das Semifinale.

Am 21. Dezember kommt es in der Sporthalle Berg Fidel zum Duell mit Stuttgart. Es ist ein Déjà-vu: Vor sieben Jahren verlor der USC das Halbfinale mit 0:3. „Zu Hause können wir jeden schlagen“, sagt Trainerin Lisa Thomsen kess.

Potsdam-Sieg als Schlüsselerlebnis?

Vor anderthalb Wochen glänzte Münster mit einem 3:2-Erfolg in Potsdam. Ein Ausreißer nach oben, vielleicht doch nur eine schöne Momentaufnahme? In Wiesbaden bestätigte das Team den Aufwärtstrend jetzt eindrucksvoll. Es geht etwas beim USC. Und es fühlt sich nach der schmerzhaften vergangenen Saison ein bisschen wie Aufbruch an.

Vielleicht war der Sieg in Potsdam nach vier vorangegangenen Niederlagen das Schlüsselerlebnis, das die Mannschaft einfach brauchte. „Wenn du weißt, was du kannst, aber keine Ergebnisse hast, wird das irgendwann schwierig. Potsdam war super wichtig. Danach sind alle ein paar Zentimeter gewachsen“, konstatiert Thomsen.

Der USC Münster funktioniert als Kollektiv

Nun, zu den körperlich größten Mannschaften in der Liga fehlt dann immer noch ein Stück. Der USC gleicht dies als homogene Gruppe und mit unbändigem Einsatz aus. Und dazu hat er im Sommer Personal ins Boot geholt, das (mittlerweile) auch in entscheidenden Phasen ruhig und in der Balance bleibt. „Wir denken in Lösungen, und jeder macht da mit“, erklärt Thomsen.

Jeder, alle – der USC definiert sich im November 2021 als Kollektiv. Es fällt den Gegnern offenbar schwer, Schwachstellen auszumachen und dort zu bohren. In Wiesbaden unterliefen dem Gastgeber 20 Eigenfehler, Münster machte lediglich zehn, obschon Thomsen im Aufschlag und im Angriff Mut und Risiko einforderte. Der USC macht Druck auf die Konkurrenz, kämpferisch tritt er ohnehin tadellos auf.

Thomsen: "Wir sind eklig zu spielen"

„Aus Gegner-Sicht würde ich sagen, dass wir ziemlich eklig zu spielen sind“, meint Thomsen. Das ist ein Kompliment und stellt die Konkurrenz vor neue Herausforderungen. Inzwischen schauen auch die Spitzenteams wieder zweimal über den Zaun. Am Samstagabend hat Münster den Tabellenfünften aus Suhl zu Gast, eine Woche später geht es zum Vierten Dresdner SC.

Vielleicht ist dem USC immer noch eine Außenseiterrolle zuzuschreiben. Aber aussichtslos ist nichts mehr. Nicht einmal eine Pokal-Sensation gegen Stuttgart, das das Bundesliga-Spiel Mitte Oktober noch 3:0 (25:20, 25:10, 25:13) gewann. „Da hatten wir keinen guten Tag“, erinnert sich Thomsen, „wenn wir am 21. Dezember alles raushauen und an unsere Grenze kommen, ist alles möglich“. Und damit auch die Chance, wieder ein paar Zentimeter zu wachsen.

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