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Volleyball: Frauen-Bundesliga

"Zum Glück nicht jede Woche" - USC richtet Fokus nach Stuttgart-Pleite auf die nächsten Aufgaben

Münster

Das 0:3 bei Allianz MTV Stuttgart und damit die erste Pleite in der Volleyball-Bundesliga hakt der USC Münster schnell ab. Jetzt warten zwei Gegner, gegen die sich zeigen wird, wie weit das Team von Lisa Thomsen ist.

Von Jonas Austermann

Eine Nummer zu groß für den USC: Stuttgarts Niederländerin Hester Jasper (l.) steigt hoch und lässt es krachen. Meghan Barthel und Sara Dukic (re.) stellen Münsters Block. Foto: PIX-Sportfotos/Ruffler

Die beruhigendste Erkenntnis für den USC Münster war am Samstagabend folgende – von Trainerin Lisa Thomsen geäußert: „Zum Glück spielen wir nicht jedes Wochenende gegen Stuttgart.“ Zuvor hatte die Münsteranerinnen in 71 Minuten klar und deutlich ihre Grenzen aufgezeigt bekommen. 0:3 (20:25, 10:25, 13:25) lautete das Resultat. „Stuttgart spielt in einer anderen Liga. Sie haben ein Niveau, das wir mit unserer neu formierten Mannschaft noch nicht spielen können“, meinte Thomsen.

USC-Risiko beim Aufschlag zahlt sich nicht aus

Nachdem beide Teams ihre ersten zwei Partien gewonnen hatten, titulierte Allianz MTV Stuttgart die Begegnung mit dem USC als „Spitzenspiel“. Platz eins gegen zwei eben. Davon war in der Scharrena vor fast 1500 Zuschauer allerdings nichts zu sehen. Der USC hielt im ersten Satz zwar noch anfangs mit, führte nach zwei Blocks von Juliane Schröder und Marta Hurst gegen Lara Berger mit 8:5, dann aber hatte sich der MTV langsam warmgespielt.

„Wir waren auch im ersten Satz schon nicht hundertprozentig da“, meinte Thomsen. „Stuttgart hat uns mit vielen Fehlern aber geholfen.“ MTV-Talent Berger (19 Jahre, 1,96 Meter) fand ihren Rhythmus, auch Mira Todorova und die Ex-Münsteranerin Juliet Lohuis bereiteten dem USC mehr und mehr Kopfzerbrechen. Zudem ging Münster im Aufschlag bewusst Risiko, um Stuttgarts Angriff gar nicht erst ins Tempo kommen zu lassen. Dieser Plan ging nicht auf, am Ende standen für den USC bei 44 Aufschlägen acht Fehler zu Buche. Es passte ins Bild, dass Hurst Satz eins mit einem Fehler von der Linie beendete.

Nowicka dirigiert für Stuttgart, Jasper serviert stark

Und dann legte Stuttgart so richtig los. Zuspielerin Julia Nowicka führte hervorragend Regie, überraschte Münster immer wieder mit neuen Varianten. Für den USC war das Spieltempo spürbar zu hoch, der Block kam kaum hinterher – Abwehraktionen zu zweit hatten Seltenheitswert. „Wir waren in jeder Aktion zu spät – im Block und in den Abwehrpositionen. Wenn Stuttgart dich einmal im Klammergriff hat, lassen sie dich nicht mehr raus“, sagte Thomsen. Hester Jasper behielt den Aufschlag von 6:3 bis 18:3.

Münsters Trainerin machte das Beste draus, verschaffte allen Spielerinnen Einsatzminuten, auch Katerina Valkova mischte nach Knieproblemen erstmals in dieser Saison mit. Thomsen: „Sie fühlt sich fit.“ Trotzdem wurde die Zuspielerin dosiert eingesetzt, sollte nicht so viel am Netz agieren, um extreme Sprünge und Blocks zu vermeiden.

Zahlen und Fakten

Nach der Stuttgarter Machtdemonstration in Satz zwei (25:10) ging es im dritten Abschnitt ähnlich weiter. Lohuis blockte zweimal hintereinander gegen Maria Schlegel. Münster aber ließ sich nicht hängen. Als Todorova – später als wertvollste Spielerin ausgezeichnet – Nikolina Maros’ Versuch am Netz vereitelte, war der Schlusspunkt zum 0:3 jedoch gesetzt.

„Wir sind heute gewogen und für zu leicht befunden worden“, meinte Thomsen. Mit Wiesbaden und Aachen warten nun zwei Gegner, die zeigen werden, wo die Reise für den USC hingeht. Nach Stuttgart so schnell nicht wieder – glücklicherweise.

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