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Volleyball: 2. Bundesliga Nord Frauen

Franka van der Veer in Borken: Umschulung kurz vorm Abitur

Ostbevern

Nicht mehr Stammkraft, sondern wieder Ergänzungsspielerin: Obwohl Franka van der Veer in Borken eine ganz andere Rolle spielt als vorher in Ostbevern, fühlt sie sich bei den Skurios Volleys gut aufgehoben. Dabei bereitet sich die 18-Jährige derzeit auch noch auf das Abitur vor.

Ralf Aumüller

Super Stimmung: Franka van der Veer (Nummer 2) feiert mit ihren Borkener Kolleginnen ein Aufschlag-Ass. Foto: Dirk Rodenbsuch

Corona, Homeschooling, Abitur, Vereinswechsel – nein, eintönig sind die ersten Monate dieses Jahres für Franka van der Veer ganz sicher nicht. Umso beruhigender, dass man sich um die Ostbevernerin keine Sorgen machen muss. „Schule und Volleyball – das klappt zusammen. Ich bekomme das sehr gut hin“, sagt die 18-Jährige.

Als sich der BSV Ostbevern wegen der Corona-Pandemie vom Spielbetrieb der 2. Bundesliga zurückgezogen hatte, geriet van der Veer im Januar sofort ins Visier der Skurios Volleys Borken. Sie habe sich das Angebot „kurz durch den Kopf gehen lassen“, sagt das Ostbeverner Eigengewächs – „und mich dann für einen Wechsel entschieden. Ich wollte einfach weiterspielen“.

Franka van der Veer

Richtige Entscheidung: „Ich wurde in Borken super aufgenommen, besonders auch von der Mannschaft und dem Trainer“, so van der Veer. „Und ich lerne viel dazu, das ist das Wichtigste für mich.“ In den fünf Zweitliga-Spielen seit dem 23. Januar gehörte sie zum Kader. Zuletzt beim 3:1-Sieg gegen Fortuna Bonn wurde sie nicht nur mal eingewechselt, sondern spielte einen Satz durch. Vor dem Heimauftritt am heutigen Samstag gegen Stralsund (19.30 Uhr, Live­stream auf sporttotal.tv ) hofft sie auf ähnlich viele Einsatzminuten.

Chance genutzt

Nicht mehr Stammkraft, sondern wieder Ergänzungsspielerin: Dass sie im Westmünsterland eine ganz andere Rolle als zuletzt bei ihrem Heimatclub spielt, findet sie „gar nicht schlimm. Ich bin ja hier, um ’was zu lernen. Es macht super viel Spaß“. Beim BSV stand van der Veer in dieser Saison regelmäßig in der Startformation, sie nutzte ihre Chance. „Da habe ich Verantwortung übernommen, jetzt bin ich eher Joker. Das ist eine Riesenumstellung.“ Zumal Borkens Trainer Chang Cheng Liu sie umschult: von der Diagonal-Position auf Außen/Annahme.

Franka van der Veer

Van der Veer bastelt jetzt an der Loburg in Ostbevern an der Hochschulreife. Gerade schreibt sie Vor-Abi-Klausuren, „im April starten dann die Abi-Klausuren und damit das krasse Lernen“. Beim Volleyball werde sie „ein bisschen kürzertreten“, so wie es mit dem Verein auch abgesprochen sei. „Der Sport ist da kein Hindernis, sondern ein guter Ausgleich für mich“, betont van der Veer. „Wenn man von morgens bis abends am Schreibtisch sitzt, braucht man das.“

Zukunft ist noch „ziemlich offen“

Wie aus Borken zu hören ist, würden die Skurios Volleys die junge Spielerin gerne über diese Saison hinaus halten. Und man darf davon ausgehen, dass der BSV großes Interesse an einer Rückkehr hat. Was die Umworbene macht und wo es sie hinzieht, ist aber noch „ziemlich offen“, sagt sie. Sie habe Ideen für ein Studium in Richtung Medizin oder Psychologie, konkret sei aber noch nichts. Was ihr wichtig ist: Ausbildung und Volleyball sollen sich auch in Zukunft verbinden lassen.

Franka van der Veer

Und dann ist da ja noch der Beachvolleyball. Van der Veer, 2019 bei der U 17-DM mit Silber dekoriert und 2020 bei der U 19-DM mit Bronze, steht beim Deutschen Volleyball-Verband im Fokus. „Ich habe mich noch nicht entschieden, aber ich glaube, dass es später eher in Richtung Sand gehen wird“, sagt van der Veer.

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