Volleyball: 2. Bundesliga Nord Frauen

Johanna Müller-Scheffsky hat offenbar alles richtig gemacht

Ostbevern

Nach dem freiwilligen Rückzug des BSV Ostbevern aus der 2. Liga ist Johanna Müller-Scheffsky zu den Skurios Volleys Borken gewechselt. Offenbar eine gute Entscheidung – und das nicht nur, weil sie auf ihrer Lieblingsposition spielt. Eine Rückkehr im Sommer zum BSV sei „eher unwahrscheinlich“.

Von Ralf Aumüllerund

Ihr zweites und auch schon letztes Spiel für den BSV Ostbevern bestritt Johanna Müller-Scheffsky (hier in der Annahme) im November in Borken, also gegen ihren jetzigen Verein. Foto: Aumüller

Für den BSV Ostbevern war Johanna Müller-Scheffsky im Sommer 2020 ein Königstransfer. Die Linkshänderin, ausgestattet mit Erstliga-Erfahrung beim USC Münster, sollte in der Zweitliga-Truppe eine zentrale Rolle spielen. Sportlich natürlich, aber auch als Leitfigur. Am Ende blieb es eine unglücklich kurze Liaison.

Wegen einer hartnäckigen Ellenbogen-Verletzung war der Neuzugang erst einmal zum Zuschauern verdammt. Zwei Spiele machte Müller-Scheffsky noch für den BSV. Dann kam Corona ganz geballt, und der Club beendete die Saison vorzeitig.

Johanna Müller-Scheffsky

Verständlich, dass sich die 23-Jährige im Januar einen neuen Verein suchte. „Ich war gerade erst wieder fit und wollte auf jeden Fall weiterspielen“, begründet sie ihre Rückkehr zu den Skurios Volleys Borken. Offenbar eine gute Entscheidung, wie sie sagt: „Mit der Mannschaft und dem Trainerteam macht es großen Spaß. Und es ist alles so gut organisiert, wie ich das aus Borken schon kannte.“ Direkt nach dem Abitur hatte sie bereits für ein Jahr 2016/17 im Westmünsterland gespielt.

„Sehr zufrieden“ sei sie zurzeit, so Müller-Scheffsky. Was zweifellos auch daran liegt, dass sie viel spielt – und dann auch noch auf ihrer Lieblingsposition: als Libera. Sie teilt sich diese Aufgabe mit der jungen Pauline Gravermann. In allen acht Spielen seit ihrer Rückkehr nach Borken stand Müller-Scheffsky auf dem Feld – immer als Libera, nur einmal aushilfsweise im Außenangriff. Der Job als Abwehr- und Annahmespezialistin gefällt ihr aber deutlich mehr, „weil da meine Stärken besser zum Tragen kommen“.

Schon zweimal wertvollste Spielerin

Zweimal schon wurde sie als Most Valuable Player ausgezeichnet. Jeweils mit Silber, also als wertvollste Spielerin der Verlierer-Mannschaft. „Als Libera wird man generell nicht oft MVP. Ich habe mich über die Auszeichnungen gefreut, war aber mehr enttäuscht über die Niederlagen“, sagt die Münsteranerin.

Am Freitagnachmittag ist die Mannschaft mit Bullis nach Berlin aufgebrochen zum Doppelspieltag: Samstagabend gegen VC Olympia und Sonntagmittag gegen den BBSC. Volleyball mit all den Einschränkungen in der Pandemie sei „mittlerweile fast schon Alltag und Normalität“. Wann die Spielerinnen getestet werden, wann und wo sie Masken tragen müssen – alles habe einen festen Rhythmus. Und außerdem: „Auf dem Feld ist alles so wie vor Corona, außer dass bei den Spielen die Zuschauer fehlen.“

Müller-Scheffsky dürfte den Trip nach Berlin recht entspannt angetreten haben. Am Dienstag besuchte die Mathematik-Studentin ihr letztes Seminar. Jetzt geht es an die Masterarbeit. Im Oktober, so die Hoffnung, ist sie fertig. Was danach kommt? „Ganz schwierig zu sagen. Mein Traum ist es, in Münster zu promovieren. Sonst fange ich an zu arbeiten.“

Johanna Müller-Scheffsky

Schwer zu planen also, wo sie 2021/22 Volleyball spielt. Eine Rückkehr zum BSV in die 3. Liga sei „eher unwahrscheinlich“. Nicht, dass es ihr dort nicht gut gefallen habe. „Ich möchte nur einfach gerne in der 2. Liga spielen“, sagt Müller-Scheffsky. „Und Borken hat schon signalisiert, mit mir weitermachen zu wollen.“ Es sieht ganz so aus, dass es – vorerst zumindest – bei nur zwei Einsätzen für Ostbevern bleibt.

Meister und Absteiger

Fünf Wochen sind es noch bis zum Saisonende im Bundesliga-Unterhaus. Sämtliche Entscheidungen sind in der 2. Frauen-Bundesliga bereits gefallen. Als Meister der Nordstaffel steht Bayer Leverkusen fest. Dass der Verein nun den Weg ins Bundesliga-Oberhaus antreten wird oder ein anderer Nord-Zweitligist in die Eliteklasse hoch rücken will, ist unwahrscheinlich. Die Volleyball-Bundesliga (VBL) hält sich bedeckt. „Die Frist für den Lizenzantrag ist der 15. Mai“, erklärt Franziskus Kuhnt, VBL-Manager Digitale Medien und PR. Sollte sich kein weiterer Zweitligist als der BSV Ostbevern freiwillig aus der Nordstaffel verabschieden, wird die Liga also in der kommenden Saison wohl mit denselben Teams bestückt sein wie in dieser (ohne den BSV). Schließlich verkündete der VBL-Vorstand jüngst, dass es am Ende der Saison 2020/21 keine Regelabsteiger geben wird. -mai-

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