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EM der Sitzvolleyballer

Bosnien eine Nummer zu groß

Warendorf

Der hohe Favorit und Weltmeister wankte in der Endphase des Endspiels zwar ein wenig, als er acht Matchbälle in Folge vergab. Doch genau zum richtigen Zeitpunkt machten die Sitzvolleyballer aus Bosnien/Herzegowina alles klar und gewannen mit dem 3:0 (25:22, 25:19, 25:23) über Gastgeber Deutschland auch den Titel des Europameisters.

Wolfgang Schulz

Riesenjubel: Die deutsche Mannschaft freut sich über die Silbermedaille und das Ticket nach Rio de Janeiro. Foto: René Penno

Die Vollprofis aus dem ehemaligen Jugoslawien dominierten erwartungsgemäß das EM-Turnier, denn sie gaben in sechs Begegnungen keinen einzigen Satz ab. Angefeuert von rund 100 lautstarken Landsleuten ließen sie in der gut besuchten Halle A der BW-Sportschule auch den Deutschen im Finale keine echte Chance.

Die Gastgeber konnten die 0:3-Schlappe aber verschmerzen, denn sie hatten sich gegen die beste Mannschaft der Welt klasse verkauft – und das für sie wichtigere Spiel bekanntlich schon tags zuvor gewonnen. Der hart umkämpfte 3:2-Erfolg im Halbfinal-Krimi gegen Russland bescherte den Deutschen nämlich das begehrte Ticket für die Paralympics, die 2016 in Rio stattfinden.

Das Spiel gegen die Russen steckte den Gastgebern noch in den Knochen, Trainer Rudi Sonnenbichler hatte ein dickes Lob für seine Truppe parat: „Man hat gemerkt, dass uns das Halbfinale unglaublich viele Körner gekostet hat, sowohl körperlich als auch emotional. Wir hatten jeden Tag ein Spiel, sechs am Stück, und Sitzvolleyball ist ein wahnsinnig intensiver Sport. Trotzdem haben unsere Jungs bis zum Schluss gekämpft und nie aufgegeben. Davor ziehe ich meinen Hut.“

Die Bosnier lagen in den drei Durchgängen fast immer vorn, durften jedoch nie nachlassen, weil die Deutschen immer nachsetzten. Beim Stande von 2:0 Sätzen und 24:15 schien bereits alles gelaufen zu sein, ehe der Außenseiter acht Zähler in Folge machte. Doch beim 24:23 gelang den Bosniern der siegbringende Punkt.

„Wir haben gekämpft und sind super zufrieden mit dem Turnier. Immerhin dürfen wir nächstes Jahr nach Rio fliegen und haben Silber geholt. Für uns war es ein würdiger Abschluss und es hat Riesenspaß gemacht, vor der tollen Kulisse zu spielen“, bilanzierte Deutschlands Kapitän Heiko Wiesenthal zufrieden.

► Das WDR-Fernsehen war drei Tage in Warendorf und berichtet am Samstag um 16.50 Uhr in „Sport im Westen“ über das EM-Turnier.

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