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Basketball: 2. Bundesliga Pro A

Baskets fällt große Last von den Schultern – aber Sorgen um Harding

Münster

Geschlagene sechs Wochen mussten die WWU Baskets auf ihr fünftes Erfolgserlebnis der Saison warten. Doch am Sonntag platzte „ein kleiner Knoten“, wie Kapitän Andreas Seiferth meinte. Der Sieg gegen Bremerhaven tat gut – auch wenn es ein Sorgenkind gibt.

Connor Harding (Mitte) gewann mit den WWU Baskets gegen die Eisbären Bremerhaven und Daniel Norl (rechts). Die Halle Berg Fidel verließ der US-Amerikaner allerdings auf Krücken.  Foto: Jürgen Peperhowe

Cosmo Grühn redete gar nicht lange um den berühmten heißen Brei herum. „Die Last, die abfällt, ist schon groß“, gestand der 24-Jährige. „Fünf Spiele in Folge zu verlieren, das ist hier in Münster lange her. Daher haben wir es schon gespürt. Die Halle ist immer voll, die Fans unterstützen uns, da wollten wir etwas zurückgeben.“ Und das gelang den WWU Baskets Münster am frühen Sonntagabend, der 96:80-Erfolg gegen die Eisbären Bremerhaven verdiente dabei durchaus das Prädikat „sehenswert“.

Mit Gelassenheit und Ruhe ging der Pro-A-Ligist mit der Sieglosserie um, Hektik kam am Berg Fidel nicht auf. Stattdessen arbeitete und ackerte das Team umso mehr. „Sehr fokussiert und konzentriert“ hatte Coach Björn Harmsen seine Schützlinge in den vergangenen Tagen in den Einheiten trainieren sehen – und mindestens ebenso wichtig war: „Die Mannschaft ist zusammengeblieben, hat zusammengehalten. Das habe ich so noch nicht erlebt“, sagte der 40-Jährige.

Baskets mit Bestwert bei Turnovern

Wichtige Voraussetzungen, um den negativen Trend zu stoppen, um im ersten Pflichtspiel gegen die Eisbären seit der Zweitliga-Saison 2002/03 mal wieder zu gewinnen. Es war der fünfte Saisonsieg des Pro-A-Neulings, der ein Erfolg des Kollektivs war. Münster spielte Team-Basketball, was 29 Assists belegen. „Wir haben sehr gut zusammengespielt, haben den Ball gut bewegt und offensiv besser gespielt“, erklärte Harmsen.

Gleich sieben Spieler punkteten zweistellig, Kapitän Andreas Seiferth (16 Zähler, neun Rebounds, fünf Assists) ging einmal mehr voran. Auch Hilmar Petursson (elf Punkte, zehn Vorlagen) und Grühn (13 Punkte, zehn Rebounds) überzeugten mit ihren Double-Doubles. „Wir haben den Ball gut laufen lassen und haben gut auf ihn aufgepasst“, sagte Grühn und verwies wie Harmsen auf den Wert bei den Turnovern. Nur acht erlaubte sich Münster vor 1850 Zuschauern am Berg Fidel – so wenig, wie bislang nie in dieser Saison.

So überstanden die Baskets im dritten Viertel auch eine Phase, in der sie für einen kurzen Moment etwas nachlässiger waren und den Eisbären bei eigener Zehn-Punkte-Führung (59:49) die Tür einen Spalt öffneten. „Da haben die Eisbären einige offene Sachen liegenlassen“, analysierte Harmsen, doch: „Anders als Trier in der letzten Woche haben sie unsere Fehler nicht bestraft. So haben wir die Distanz gehalten und dann sogar die Führung ausgebaut.“ Am Ende betrug der Vorsprung 16 Zähler, zwischenzeitlich war Münster nach einem Grühn-Dreier gar mit 21 vorne (87:66).

Grühn gibt Entwarnung, Harding knickt um

Davor hatte der Guard eine Kollision mit seinem Mitspieler Jordan Jones glimpflich überstanden, der ihn unglücklich an der Lippe und den Zähnen getroffen hatte. Doch schnell gab Grühn Entwarnung und war umgehend wieder da.

Anders als Connor Harding, dessen Einsatz vor dem Spiel am Mittwoch (19.30 Uhr) gegen den bislang nur einmal besiegten Spitzenreiter Rasta Vechta fraglich ist. Auf Krücken und mit einem bandagierten Fuß humpelte der Amerikaner aus der Halle, nachdem er kurz vor Ende des dritten Viertels bei einer Offensivaktion umgeknickt war. Beim gemeinsamen Jubel aber vergaß die Truppe den Unglücksraben, der sich vor einigen Wochen bereits im Training an diesem Knöchel verletzt hatte, nicht. Das gesamte Team versammelte sich um den hinter der Bank hockenden Harding und feierte mit ihm.

Die Verletzung war der Wermutstropfen an einem Abend, den die WWU Baskets herbeigesehnt hatten. Die ganz große Last ist erst einmal abgefallen, befreit kann Münster nun gegen Vechta aufspielen. „Und Weihnachtsspiele sind ohnehin die besten“, meinte Grühn voller Vorfreude auf das Duell mit Vechta.

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