Basketball: 2. Bundesliga Pro B

Baskets-Kapitän Jan König: „Jetzt sind wir mal dran“

Münster

Gemeinsam mit Andrej König – nein, die beiden sind keine Brüder und auch nicht verwandtschaftlich verbunden – ist Jan König der Dienstälteste bei den WWU Baskets Münster. Vor den beiden entscheidenden Halbfinal-Spielen um den Aufstieg in die 2. Bundesliga Pro A hat der Kapitän im Interview das Wort und sagt optimistisch: „Alles ist möglich.“

Von Henner Henningund

Der Start der Reise in die Zweitklassigkeit? Jan König, hier am ersten Spieltag gegen Iserlohn und das einzige Mal vor Zuschauern Foto: Jürgen Peperhowe

Knapp acht Jahre ist es her: Damals, im September 2013, hatte sich Jan König als 20-jähriger Jungspund für einen Wechsel nach Münster entschieden. Mittlerweile ist der zwei Meter große Power Forward der Kapitän der WWU Baskets, längst zum „Gesicht der Mannschaft und absoluten Führungsspieler“ (Trainer Philipp Kappenstein) geworden. Nun steht König mit dem Pro-B-Ligisten vor dem größten sportlichen Erfolg der jüngeren Vereinsgeschichte, kann im Halbfinale gegen die VfL SparkassenStars Bochum den Aufstieg in die Zweitklassigkeit perfekt machen. Vor dem Hinspiel am Freitag (20 Uhr) in Münster und dem entscheidenden Duell am Sonntag (19 Uhr) in Bochum spricht König über die Stimmung im Team, die Niederlagen gegen den VfL und die Aussichten der Baskets.

Am Samstag gab es das 92:95 in Bochum, die dritte Niederlage gegen den VfL. Wie ist das Team damit umgegangen?

Jan König: Lange enttäuscht war von uns niemand. Wir wussten ja schon während des Spiels, was parallel in Hanau passiert und dass wir Bochum nicht rausschmeißen können. Natürlich hätten wir gerne gewonnen, aber wichtiger war, dass wir nach dem hohen Rückstand zurückgekommen sind. So haben wir gesehen, was wir können.

Also haben die negativen Erfahrungen mit Bochum keine Auswirkungen auf das Halbfinale?

König: Da bleibt nichts hängen, da bin ich mir sicher. Der Modus ist ja so, dass sich Bochum für die Siege nichts kaufen kann. Zudem hat uns in den beiden letzten Spielen auch ein wenig das Glück gefehlt, da haben wir zweimal in den letzten Sekunden knapp verloren. Ich glaube, dass wir aber jetzt mal dran sind, so ein knappes Spiel zu gewinnen. Wenn es denn soweit kommt.

Was muss passieren, was ist der Schlüssel, damit sich die Baskets durchsetzen und tatsächlich aufsteigen?

König: Wir müssen über 40 Minuten durchgehend präsent und aggressiv sein, dürfen nicht wie am Samstag ein paar Minuten unkonzentriert sein und es so dem Gegner leicht machen. Es gilt, sich als Team zu helfen, viel zu reden. Zudem brauchen wir eine bessere Dreier-Quote. Über die Saison gesehen sind wir mit über 40 Prozent die beste Mannschaft, in Bochum waren es zuletzt nur 23 Prozent. Da müssen wir uns besser in Szene setzen und etwas freiere Würfe kreieren. Klar, Bochum hat seine Qualitäten. Aber es fehlt nicht viel, um es zu schaffen.

Auf dem Feld gehen Sie als Kapitän und verlängerter Arm des Trainers voran. Sind Sie in diesen Playoff-Tagen auch abseits der Körbe mehr gefordert?

König: Ich muss meine Teamkollegen nicht groß motivieren oder antreiben. Es geht eher darum, vielleicht als Kapitän mal unter der Woche im Training den Grundton etwas mehr vorzugeben und zu helfen, dass manche sich nicht zu viele Gedanken machen. Aber das übernehmen auch die anderen erfahrenen Spieler, da sind wir breit aufgestellt. Allzu viel gibt es da nicht zu tun, es stimmt bei uns.

Ein Blick auf den Gegner: Was macht den VfL aus?

König: Bochum ist unheimlich tief besetzt und kann so mit vielen unterschiedlichen Match-ups agieren. Das macht es so unangenehm. Und sie sind super aggressiv gegen den Ball, spielen nach Ballgewinnen unheimlich schnell nach vorne. Da müssen wir aufpassen. Aber wir haben genug Zeit, uns auf diese Dinge vorzubereiten, können auf ein paar Kleinigkeiten eingehen. Es treffen die beiden besten Teams aufeinander, es ist alles möglich. Wir sind hochmotiviert.