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Basketball: 2. Bundesliga Pro B

Beim 85:86 gegen Bochum fehlt den WWU Baskets nur die Belohnung

Münster

Es waren 40 mitreißende Minuten in einem nie langweiligen Basketball-Spiel zwischen zwei Top-Mannschaften der 2. Bundesliga Pro B. Die WWU Baskets Münster und die VfL SparkassenStars Bochum schenkten sich nicht, schon das knappe Resultat zeigt die knisternde Spannung des Samstagabend, an dem der Gast mit einem 86:85-Erfolg die Halle Berg Fidel verließ. Münster aber darf viel Positives mitnehmen.

Thomas Austermann

Zieht an Freund und Feind vorbei: Foto: Jürgen Peperhowe

Das große Auf und Ab in Berg Fidel kürte den Nordmeister VfL SparkassenStars Bochum, dessen 17. Sieg in der 2. Basketball-Bundesliga ProB die WWU Baskets nicht verhindern konnten. Mit 85:86 (52:37) und damit einmal mehr hauchdünn wie bitter verloren die Münsteraner das Topspiel, das enorme Qualität wie frappierend schwache Phasen und umstrittene Schiri-Entscheidungen bot.

Der gastgebende Dritte war dem Ersten ebenbürtig, aber die Revier-Sterne um Spielmacher Niklas Geske besaßen in der Crunchtime notwendige Nervenstärke: Jan König warf eine Baskets-Chance hektisch weg, Marck Coffin foulte den spanischen Guard Miguel Servera. Der setzte zwei Freiwürfe, bevor Münster durch Cosmo Grühn den allerletzten Wurf vergab.

Kappenstein: „Beste Saisonleistung in Halbzeit eins“

„Ich hätte mir sehr gewünscht, dass wir uns belohnen“, sagte Baskets-Trainer Philipp Kappenstein und wertete trotz Enttäuschung entschlossen: „Ich bin sicher, dass Bochum relativ wenig Lust darauf hat, noch mal gegen uns zu spielen!“ Ein neues Aufeinandertreffen in den Playoffs ist möglich – nach Überstehen der ersten Gruppenphase. „Wir haben gezeigt, dass wir näher herankommen an Bochum und sogar dominieren können“, rückte Kappenstein in der Bilanz den Mutmacher vor die Fehleranalyse. „In Halbzeit eins haben wie die beste Saisonleistung geboten. Grandios war das.“ Die vielen Turnover im dritten Viertel aber, als Bochum unter Druck stehend mächtig viel Power entfachte und Münster kopflos wirkte, dürfte er intern zum Thema machen.

Mutig und tempogeladen

Vom Sprungball weg aber preschten die Baskets mutig und tempogeladen vor und zwangen die als Blitzstarter bekannten Gäste des in London ausgewachsenen spanischen Trainers Felix Banobre sofort zur Reaktion. Oliver Pahnkes Dreier zum 18:19 und ein Solo des diesmal offensiv aktiven Aufbauspielers schrieben die Rollen für ein bemerkenswerteres zweites Viertel (27:14), das Thomas Reuter mit dem 200. Baskets-Dreier der Saison einläutete. 13:0 lautete der Lauf der immens wachen Münsteraner, die vorne in die Lücken stießen und geradezu spektakulären Sport boten, bis sie mit 17 Punkten führten. Kopfschütteln gab es nur, weil einige Zweikampf-Entscheidungen der Spielleiter seltsam anmuteten.

Bochums Joos dreht auf

Und Bochum? War keineswegs gebrochen. Zwar blieb ein Lars Kamp ohne Wirkung, aber dafür kam die Zeit der Werfer Johannes Joos und Julian Jasinski. Der VfL-Druck sorgte für sieben erfolglose Baskets-Attacken nacheinander. Mit einem 13:0-Lauf zum 50:52 war der Gast wieder im Spiel. „Das war ein Schlag ins Gesicht, aber dann kam unser Fight wieder“, sagte Kappenstein zum Comeback von Jasper Günther, der fleißig abschloss, und Kollegen. Bochums 8:0-Lauf im vierten Viertel wurde auch gekontert. Da fehlte Malcom Delpeche bereits (5. Foul). An der Linie war die Ausbeute nicht optimal, aber Günther traf doppelt zum 85:84. Es sollte nicht reichen.

Drei Fragen an...

Baskets-Guard Marck Coffin (29) gehört seit Juli 2019 zum Team und ist in dieserSerie zweitbester Werfer (255 Punkte) sowie zweitbester Rebounder (107).

Haben Sie heute ein echtes Spitzenspiel erlebt?

Coffin: Ja, aus unserer Sicht waren gerade der Start und insgesamt die ganze ersteHalbzeit sehr gut. Wir waren bestens vorbereitet und haben umgesetzt, was angesagtwar. Gerade im ersten Viertel hatten wir kaum Ballverluste.

Wie kann man sich dann dieses dritte Viertel erklären?

Coffin: Bochum kam so aus der Kabine, wie das fast zu erwarten war, das muss man sagen. Und auch anerkennen, was für eine Klasse dieser Gegner bietet, wenner so intensiv agiert. Dann wird es für jeden Konkurrenten schwer. Da ist sehr vielEnergie im Spiel und diese Eigenschaft macht wirklich etwas aus.

Waren am Ende auch Kleinigkeiten ausschlaggebend?

Coffin: Das ist dann so in so einem Duell, das allen viel abverlangt. Sicher gab esauch Entscheidungen, die uns gestört haben. Man muss immer versuchen, denSpielleitern erst gar keine Chance zu geben, so zu schiedsen.Was unser Spiel angeht, kann die Angriffsquote sicher seine bessere sein alsheute. Auch haben wir hier und da den Ball zu lange gehalten statt schnell zu passen.

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