Basketball: 2. Bundesliga Pro B

Die ultimativen Aufstiegsduelle zwischen WWU Baskets und Bochum

Münster

Ein Wochenende, an dem sich alles entscheidet. Steigen die WWU Baskets Münster in die Pro A auf ? Oder müssen sie den VfL SparkassenStars Bochum den Vortritt lassen? Trainer Philipp Kappenstein weiß genau, auf welche Parameter es ankommt. Die bisherigen drei Niederlagen spielen für ihn keine Rolle.

Henner Henning

Marck Coffin (r.) gegen Marius Behr, WWU Baskets Münster gegen die VfL SparkassenStars Bochum – oder einfach: Zwei packende Playoff-Halbfinals um den Aufstieg in die 2. Bundesliga Pro A. Foto: Jürgen Peperhowe

Fast 50 Jahre ist der Schlagersong „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“ alt, 1972 veröffentlichte ihn Jürgen Marcus und machte ihn zum Hit. Aktueller denn je ist eine Zeile aus dem Evergreen für die WWU Baskets Münster, die im Playoff-Halbfinale gegen die VfL SparkassenStars Bochum um den Aufstieg in die 2. Bundesliga Pro A spielen. „Was einmal war, ist vorbei und vergessen und zählt nicht mehr.“ Die drei Niederlagen gegen den VfL aus der Haupt- und Playoff-Runde? Vorbei, vergessen, zählen nicht mehr. Am Freitag beginnt alles bei null: Zwei Partien, acht Viertel, 80 Minuten plus eventuell eine Verlängerung – und dann steht am Sonntag ein westfälisches Team in der Zweitklassigkeit.

Mehr Kribbeln, mehr Spannung geht nicht, zwei der besten und im Vorfeld als heiße Aufstiegskandidaten gehandelten Mannschaften stehen sich gegenüber. Jeder Korb zählt in den Duellen am Freitag (20 Uhr) am Berg Fidel und am Sonntag (19 Uhr) in der Rundsporthalle am Ruhrstadion – und das ist wörtlich zu nehmen. Die Korbpunkte beider Spiele werden addiert und als Einheit gesehen. So kann die erste Partie mit einem Unentschieden – nach den beiden vergangenen Spielen (85:86, 92:95) durchaus denkbar – enden, in der Summe spielen Heim- und Auswärtspunkte keine Rolle. Heißt: Bei Gleichstand nach 80 Minuten gibt es eine Verlängerung.

Umkämpftes Duell fast logisch

Ob die Entscheidung so knapp ausfallen wird, sei dahingestellt. Doch Münsters Trainer Philipp Kappenstein erwartet schon ein bis in die Schlussminuten umkämpftes Duell, in dem seine Mannschaft in heimischer Halle vorlegen will. Geheimnisse, so viel ist klar, gibt es kaum, es geht um Nuancen, um Kleinigkeiten. Behalten die Baskets die Hoheit unter den Körben und haben sie in der Rebound-Statistik weiter bessere Werte? Erhöhen sie ihre Dreier-Quote wieder auf den Saison-Schnitt von über 40 Prozent und verringern im Gegenzug die Zahl der Ballverluste? Bei drei Ja-Antworten steigen die Chancen. „Das hört sich einfach an“, sagt Kappenstein, der Bochums Qualität nur zu gut kennt. „Ein Schlüssel für beide Teams wird sein, wer den anderen mehr unter Druck setzen kann und wem weniger Fehler unterlaufen. Davon haben wir am Samstag ein paar zu viele gemacht. Aber das wissen wir und können es korrigieren“, sagt der 41-jährige Coach vor dem „Spiel der Spiele“ mit einer „über die Jahre geprägten sportlichen Rivalität“.

Die Anspannung, eine gesunde Grundnervosität und auch einen gewissen Druck hat Kappenstein bei seinen Schützlingen um Kapitän Jan König, Top-Scorer Jasper Günther oder Marck Coffin registriert. „Die ganze Woche schon. Aber das ist gut, das gehört dazu“, sagt er.

Philipp Kappenstein

Eine endgültige Entscheidung fällt am Freitag noch nicht, einen zählbaren wie psychologischen Vorteil jedoch kann man sich erarbeiten. „Alles, was sich zwischen plus und minus zehn Punkten abspielt, sagt bei der Qualität beider Mannschaften gar nichts aus“, prognostiziert Kappenstein, der die beiden Partien als ein „80-Minuten-Spiel“ betrachtet. Am Freitagabend ist also erst Halbzeit – und am Sonntag um etwa 21 Uhr steht dann fest, ob sich die Baskets in der kommenden Saison auf ein neues Leben mit einer neuen Liebe namens Pro A einstellen dürfen.

Startseite