Basketball: 2. Bundesliga Pro B

Krimi-Zeit – WWU Baskets schlagen Bochum im ersten Playoff-Halbfinale

Münster

Was für ein Krimi am Berg Fidel!! Die WWU Baskets Münster schlugen im ersten Playoff-Halbfinale, dessen Sieger in die 2. Bundesliga Pro A aufsteigt, die VfL SparkassenStars Bochum mit 89:84 (39:48). Dabei hatten sie lange und teils deutlich hinten gelegen.

Thomas Austermann und Henner Henning

Jasper Günther (l.) und die Baskets schlugen Noah Dickerson und die Bochumer.. Foto: Jürgen Peperhowe

Dreimal hatten die WWU Baskets Münster gegen die VfL SparkassenStars Bochum bisher in dieser Saison verloren. Dann kam der Freitagabend, an dem der Pro-B-Ligist im ersten Playoff-Halbfinale zurückschlug. Nach zwischenzeitlich zweistelligem Rückstand kämpfte sich das Team von Trainer Philipp Kappenstein zurück und verschaffte sich mit dem 89:84 (39:48) einen kleinen Vorteil im Kampf um den Zweitliga-Aufstieg. „Was für ein Spiel. Ich bin unglaublich stolz, wie die Mannschaft zurückgekommen ist und welchen Charakter sie wieder einmal bewiesen hat“, sagte der 41-jährige Coach.

Münster gegen Bochum, die Vierte. Und die begann wie erwartet intensiv, explosiv, umkämpft. Als nach vier vergeblichen Versuchen den Baskets der erste Dreier – Cosmo Grühn traf – glückte, stand es 6:4, nach Jasper Günthers Distanzwurf 11:6. Der VfL war gefordert – und antwortete mit all seiner Klasse. Nach Freiwürfen des polarisierenden Centers Noah Dickerson führte der Gast 18:16, nach einem Turnover des schon seit längerem unglücklich agierenden Stefan Weß setzte der Amerikaner auch den Schlusspunkt der ersten zehn Minuten.

Das zweite Viertel begann mit einer Fehlentscheidung. Anstatt Einwurf Münster beharrten die Unparteiischen auf Einwurf Bochum – und der Gast nahm das Geschenk dankend an, der nach seiner Verletzung zurückgekehrte Lars Kamp traf aus der Distanz zum 26:18. Eine heikle Phase für die Baskets, die nach dem nächsten Kamp-Dreier (26:19) erstmals zweistellig im Hintertreffen waren. Ja, Münster hatte einen harten Hit einstecken müssen, war angezählt und berappelte sich bis zum Ende der ersten Halbzeit nur langsam. Marck Coffins Drei-Punkt-Spiel brachte den Gastgeber wieder in Schnupperdistanz (38:44). Zu einer weiteren Annäherung aber kam es nicht, weil die Baskets Chance um Chance liegenließen und zudem in dieser Phase nicht die Aufmerksamkeit, die Galligkeit an den Tag legten, die in so einem Spiel nötig ist. So verlor Cosmo Grühn Sekunden vor der Pause den Ball an Kamp, der die ersten 20 Minuten beendete.

Kappenstein war alles andere als zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft, die sich selbst den Rückstand zuzuschreiben hatte. In der Offensive fehlte bei nur 38 Prozent Trefferquote die Genauigkeit, dazu missfiel dem Coach die Arbeit in der Defensive. Raus aus der Kabine also mit neuem Schwung? Nein. Im Gegenteil, die Serie der Missgeschicke und Unzulänglichkeiten hielten an. Erst ließ sich Malcolm Delpeche von Kilian Dietz den Ball stibitzen, dann gab Kai Hänig, der zudem noch zwei Freiwürfe vergab, zweimal die Kugel aus den Händen, Und als auf der Gegenseite Elijah Allen per Dreier zum 53:39 traf, drohte Bochum – schon mit Blick auf das Gesamtpaket – vorentscheidend zu enteilen. Die Baskets mühten und wehrten sich, waren nun bissiger, kassierten aber immer wieder Nackenschläge. Auf das 54:60 von Jan König (27.) folgte prompt wieder ein 0:7-Lauf. „Wir haben drei Viertel lang Probleme gehabt und haben uns dabei auch ein paar Eigentore geschossen“, sagte Kappenstein.

Mit neun Zählern Rückstand ging es in den am Freitag finalen Abschnitt, den Coffin mit einem Dreier eröffnete. Der Hausherr meldete sich zurück und Ansprüche an. So schnell geben sie nicht auf, die Baskets. Günther hielt Münster mit sechs Punkten am Stück im Rennen, Grühn von weit draußen, dann erneut Günther mit einem Dreier – und plötzlich waren sie wieder da, die Baskets: 78:76, 3:39 Minuten noch auf der Uhr. Wahnsinn, es war wieder dieser Krimi wie in den beiden letzten Duellen der westfälischen Rivalen. Was für ein Nervenspiel, das nach den Delpeche-Freiwürfen mit 84:80 in die letzten 81 Sekunden einbog. Münster schlägt Bochum? Wirklich? Ja, wirklich. 7,1 Sekunden vor Ende fiel Grühns Dreier, das 89:84 war besiegelt. Unglaublich Der Aufstiegstraum lebt. Fortsetzung folgt am Sonntag. „Nun sind wir einen Mini-Schritt näher an der Pro A als Bochum. Mehr aber auch nicht“, sagte der begeisterte Kappenstein.

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