Basketball: 2. Bundesliga Pro B

Warme Worte für die WWU Baskets – Planung läuft zweigleisig

Münster

Die WWU Baskets bekommen nach dem verpassten Aufstieg viel Zuspruch, auch der kickende Nachbar am Berg Fidel, der SC Preußen Münster, meldete sich mit warmen Worten. Derweil laufen im Hintergrund bereits die Analyse der vergangenen und die Vorbereitung auf die kommende Saison, in der die Baskets Stand jetzt Pro-B-Ligist sind. Der Status Quo ist dies aber noch nicht.

Henner Henning

Alles gegeben und nur knapp gescheitert: Oliver Pahnke, der sich auch Bochums Center Kilian Dietz (l.) stellen musste, und die Baskets warfen all ihr Vermögen ins Playoff-Halbfinale. Foto: Jürgen Peperhowe

Die Aufmunterung kam von vielen Seiten, Fans und Freunde der WWU Baskets Münster leisteten nach dem geplatzten Aufstiegstraum virtuelle Aufbauarbeit. Und auch der Fußball-Nachbar SC Preußen Münster meldete sich mit einer feinen Geste, gratulierte zu „einer großartigen Saison“ und schrieb: „Auch ohne Aufstieg: Die ganze Stadt ist stolz auf Euch.“ Warme Worte, die die körperlichen Schmerzen und die große Enttäuschung zumindest ein wenig linderten.

„Es wird noch ein paar Tage dauern, bis es nicht mehr wehtut“, sagte Trainer Philipp Kappenstein, der in der Stunde der hängenden Köpfe nicht vergaß, die erneut starke Spielzeit seiner Schützlinge herauszustreichen. „Ich habe den Jungs gesagt, dass sie eine Saison, die für sie sehr schwierig war, gestemmt haben. Und dass ich ein Team gesehen habe, das unfassbar gekämpft hat und den besten Basketball in den Playoffs gespielt hat“, so der Coach.

Nur die Krönung fehlt

Allein die Krönung fehlte in zwei intensiven, hochklassigen Duellen mit den VfL SparkassenStars Bochum, die in der Gesamtsumme den kleinen Tick besser, tiefer besetzt waren als die Baskets. „Es war knapp und stand auf Messers Schneide. Aber Bochum ist verdient aufgestiegen, war reifer als wir“, erklärte Manager Helge Stuckenholz, der daher auch keinerlei Vorwürfe an seine Mannschaft richtete. „Ich bin wirklich zufrieden mit der Saison, die in vielen Punkten sehr belastend war. Das gilt für alle Teams, aber die Jungs haben sich vorbildlich verhalten. Wir haben uns als Spitzenteam etabliert, haben zudem unsere Infrastruktur vorangebracht“, sagte Münsters Macher und nannte dabei die neubezogene Geschäftsstelle oder den künftig in der Halle Berg Fidel liegenden Parkettboden exemplarisch als außersportliche Fortschritte. „Als Standort sind wir Pro-A-reif, und die Akzeptanz in der Stadt ist größer geworden.“

Bereits am Montagmorgen um kurz vor 8 Uhr war Stuckenholz schon wieder im Büro, trieb die Vorbereitung für die kommende Spielzeit voran – und plant dabei zweigleisig. Denn trotz der verpassten sportlichen Qualifikation ist der Sprung in die Zweitklassigkeit durchaus noch möglich und nicht gänzlich unrealistisch. Alles hängt von der Lizenzierung ab, ob die Kontrahenten aus Itzehoe und Schwelm – sie stehen am Wochenende im zweiten Playoff-Halbfinale – künftig in der Pro A spielen dürfen und wollen. Bis zum 28. Mai wird hier die Entscheidung erwartet – und gänzlich unvorbereitet werden die Münsteraner natürlich nicht sein.

Kandidaten im Auge

Auf der Suche nach einem Nachfolger für Marck Coffin, der seine Karriere beendet und zurück in die USA geht, haben Stuckenholz und Kappenstein schon Kandidaten im Auge. „Der Guard, den wir suchen, muss die Qualität mitbringen, um entweder in der Pro A spielen zu können oder unser Team dorthin führen zu können“, sagte der Manager, der auch für andere Positionen den Markt sondiert und „schon einige Gespräche“ geführt hat. Ein „kleiner personeller Umbruch“, wie ihn Trainer Kappenstein in Bochum andeutete, steht bevor, die Baskets rüsten sich weiter, um im Fall der Pro-B-Fälle direkt einen neuen Anlauf starten zu können.

Dass sie mit Negativerlebnissen umgehen können, haben sie in der Regionalliga bewiesen. Dreimal verpassten sie als Vize den Aufstieg, reiften dabei als Mannschaft und in der Vereinsstruktur, starteten dann in der Pro B direkt durch. „Das geduldige Aufbauen gibt uns viel Rückgrat, das die Stimmung in unserer Mannschaft ausmacht. Wir ziehen unsere Lehren aus dieser Saison, was noch gefehlt hat“, sagte Kappenstein. Viel war es nicht – und das gibt Mut und die Bestätigung, dass man in der abgelaufenen Saison das Meiste richtig gemacht hat.

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