Basketball: 2. Bundesliga Pro B

WWU Baskets – alles mobilisieren für das Aufstiegsfinale in Bochum

Münster

Die erste Halbzeit im Playoff-Halbfinale ist gespielt, die WWU Baskets haben sich im Hinspiel einen Fünf-Punkte-Vorsprung erarbeitet. Nun folgt Teil zwei in diesem Aufstiegsduell, am Sonntag bitten die VfL SparkassenStars zur Revanche. Es ist alles möglich, wie der erste Akt am Freitagabend in der Halle Berg Fidel gezeigt hat.

Als Philipp Kappenstein am Freitagabend gegen 22.30 Uhr von der Halle Berg Fidel aufbrach und nach Hause fuhr, ahnte er, was folgen würde: Eine kurze Nacht. „Viel Schlaf werde ich wohl nicht bekommen“, meinte der Coach der WWU Baskets Münster. Nein, eine Party gab es nicht zu feiern, auch wenn der mitreißende 89:84-Erfolg im ersten Playoff-Halbfinale gegen die VfL Sparkassen Stars Bochum sicher Anlass für eine kleine Sause gegeben hätte. Voller Adrenalin, den Kopf voller Gedanken fehlte ihm die Muße für eine ruhige Nacht. „Und außerdem geht es ja gleich weiter“, sagte Kappenstein und meinte damit die am Samstagvormittag anstehende Spielanalyse und die am Nachmittag folgende leichte Einheit in Vorbereitung auf das zweite, entscheidende Duell am Sonntag (19 Uhr) im Ruhrgebiet.

Auf den Schlaf verzichtet der 41-Jährige gerne, zu verlockend ist die Aussicht, den Aufstieg in die 2. Bundesliga Pro A perfekt zu machen. „Einmal noch alles mobilisieren“, lautete so auch wenige Minuten nach dem ersten Saisonerfolg gegen den VfL im vierten Spiel das Baskets-Motto, das unabhängig voneinander Marck Coffin, Jasper Günther und Oliver Pahnke verlauten ließen. „Danach können wir müde sein“, sagte Coffin. Danach heißt: Am Sonntagabend, wenn die letzte Schlacht geschlagen und die Entscheidung gefallen ist.

Erneute Comeback-Qualitäten

In die geht Münster mit einem Vorteil von fünf Punkten. Nicht selbstverständlich nach drei Niederlagen, denen sich fast eine vierte angeschlossen hätte. Mit 14 Zählern schon lag der Gastgeber gegen den Meister der Nordstaffel zurück (39:53, 23. Minute). Für Münster sah es düster aus, die Baskets steckten in einem Loch. „Aber da sind wir mal wieder herausgeklettert“, sagte Kappenstein, der Bochum „drei Viertel lang besser“ sah. Sein Team dagegen machte sich dagegen zum Teil das Leben selbst schwer, leistete sich – auch dem Druck der intensiven VfL-Verteidigung geschuldet – erneut ein „paar Fehler zu viel“ (Kappenstein). „Das ist nicht immer zu verhindern. Bochum verteidigt sehr, sehr aggressiv und geht extrem auf Ballgewinne. Da ist es schwer, den Ball immer zu verteidigen“, erklärte Kapitän Jan König.

Es war eine Parallele zur Partie vor Wochenfrist in Bochum, als Münster nach dem dritten Viertel ebenfalls deutlich zurücklag, zur Aufholjagd ansetzte, beim 92:95 aber in letzter Sekunde geschlagen wurde.

Nun aber waren die Baskets nach dem 29:15 im Schlussabschnitt das siegreiche Team, auch weil sie zur Charakterstärke noch physisch mehr zusetzen konnten, weil sie mehr im Tank hatten. Der VfL schien platt, vielleicht eine Folge der coronabedingten Quarantäne nach der ersten Playoff-Gruppenphase.

Kappenstein: „Können noch zulegen“

Den Trumpf des längeren Atems will die Kappenstein-Truppe am Sonntag erneut ausspielen, will dabei aber unbedingt verhindern, dass sie erneut einem zweistelligen Rückstand hinterherlaufen muss. „Wir haben in der Verteidigung mehr gewechselt. Das hat nicht alles so geklappt, wie wir es uns vorgenommen hatten. Aber wir haben gewonnen und können noch zulegen, das sollte uns noch mehr Selbstvertrauen geben“, sagte Kappenstein.

Die erste Runde zumindest ging schon einmal an die Baskets, nun gilt es in der Bochumer Rundsporthalle. Augen zu und durch. „Weh darf einem jetzt nichts mehr tun. Es ist noch dieses eine Spiel, es sind noch diese 40 Minuten, in denen wir alles auf den Platz bringen, alles reinwerfen müssen. Durchziehen“, sagte Kappenstein.

Folgt die nächste kurze Nacht?

Dies wird nötig sein, um den Zweitliga-Traum wahr werden zu lassen. Von „plus zehn bis minus zehn“, so hatte der Coach vor den beiden Halbfinals gesagt, „ist nach dem ersten Spiel für beide Teams alles möglich“. Fünf Zähler liegen die Baskets nun vorne. Nicht viel, aber immerhin ein kleines Polster. Hält es, steht dem Trainer die nächste kurze Nacht bevor.