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Basketball: 2. Bundesliga Pro B

Erst schlaflos, jetzt positiv: Baskets-Coach Harmsen zieht Bilanz

Münster

Für die WWU Baskets platzte der Traum vom Pro-A-Aufstieg bereits im Playoff-Viertelfinale. Coach Björn Harmsen zieht nach seiner ersten Saison in Münster Bilanz.

Von Henner Henning

Gibt die Richtung vor: WWU-Baskets-Coach Björn Harmsen. Foto: Jürgen Peperhowe

In der Regel, so sagt Björn Harmsen, könne er nach Partien seiner Mannschaft schnell einschlafen. „Ich sehe es auch als Sport, ich powere mich während der Spiele körperlich und stimmlich aus. Danach bin ich dann müde“, meint der Coach der WWU Baskets Münster.

In Ulm aber war das anders, schon vor dem zweiten Playoff-Viertelfinale fand der 39-Jährige nur schwer Ruhe, was auch an den Matratzen lag. Als dann sein Team am Tag danach und nach der zweiten Niederlage gegen die Orange Academy ausgeschieden war, war es um den Schlaf gänzlich geschehen.

„Die Spieler verdauen so etwas schneller, sie waren noch etwas unterwegs und konnten am Samstag schon wieder lachen. Aber Trainer und Spieler unterscheiden sich“, sagt Harmsen, der erst in der Nacht von Montag auf Dienstag ausschlafen konnte – immerhin bis 7.30 Uhr.

Harmsen sieht Luft nach oben

Nicht nur in seinen Wachphasen machte sich der Coach Gedanken zum zu frühen Ende der Saison. Seiner ersten in Münster, die nicht mit dem erhofften, erträumten Aufstieg in die Club-Historie eingeht. Und doch fällt mit etwas Abstand zum Ausscheiden sein Fazit, das er in zwei Bereiche teilt, positiv aus. Die „Entwicklung des Clubs, des Standorts Münster“ habe man vorangetrieben, sich in vielen Dingen verbessert.

Das Zusammenspiel zwischen erster und zweiter Mannschaft sowie dem U-19-Bundesliga-Team nennt er als Beispiel, dazu die Neuaufstellung im Jugendbereich mit Sven Schaffer als hauptamtlichem Koordinator, der den administrativen und organisatorischen Part auf ein neues Level hieven soll.

„Es gibt noch einige Punkte, die wir verbessern müssen. Trainingszeiten und -bedingungen, Infrastruktur. Wir haben hier sehr gute Voraussetzungen, aber die sind noch nicht super, super, super. Wenn der Club in der Lage ist, Pro A zu spielen, wird man auch sportlich in der Lage sein, Pro A zu spielen“, sagt Harmsen etwa mit Blick auf das Budget, das sukzessive mitwachsen muss. „Insgesamt aber Daumen hoch, dieses Jahr war kein Rück-, sondern ein Fortschritt.“

Baskets-Coach erlebt "trägeres Team"

Das gilt unter dem Strich auch für den sportlichen Bereich, den zweiten Teil seines Fazits. Auch diesen unterscheidet er, „in die Zeit bis und in die Zeit nach Weihnachten“. Sein Team habe zunächst „überragenden Basketball“ gespielt, „an beiden Seiten des Feldes“.

Zum Jahreswechsel aber folgte durch den Corona-Ausbruch mit seinen Folgen eine Zäsur, die bis zum Ende anhielt – auch durch weitere Infektionen (Kai Hänig, Thomas Reuter) in den Playoffs oder die Verletzung von Adam Touray. Zudem sei sein Team nach der feststehenden Nordmeisterschaft „ein bisschen träger“ geworden. „Den Schalter konnten wir nicht mehr voll umlegen. Und dann ist am Ende viel zusammengekommen.“

Neues Logo für den UBC

Wie es sportlich weitergeht, wie der Kader der nächsten Saison aussehen soll, will Harmsen mit dem „nötigen emotionalen Abstand“ und in engem Austausch mit Manager Helge Stuckenholz angehen. „Ich mache mir die ganze Saison über Gedanken, habe Spieler im Auge“, sagt Harmsen, der seine Mannen erst im Juni wiedersehen wird. Dann aber sicher ausgeschlafen.

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