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Handball: Stadtmeisterschaft

Zuschauer kommen in Scharen – und am Ende jubelt der SC Münster 08

Münster

Alle fünf Partien gewann der SC Münster 08 bei der Stadtmeisterschaft – der Landesligist ist fraglos ein würdiger Titelträger. Ausrichter Westfalia Kinderhaus freute sich vor allem über den großen Zuspruch in der Halle.

Von Michael Schulte

Ein Bild, das beweist, wie viel der Titel dem SC Münster 08 bedeutete. Foto: Jörg Riemenschneider

Christian Janzen staunte nicht schlecht, als er sich am Samstag von der Zuschauerresonanz bei der Stadtmeisterschaft der Handballer überzeugte. 2008 hatte er gemeinsam mit dem damaligen Sportamtsleiter Bernd Schirwitz diesen Event auf die Beine gestellt, mit dem er ein wenig dem großen Bruder Fußball nacheifern wollte.

Damals war es noch ein blühendes Pflänzchen, das da vor sich hin wuchs. Inzwischen ist die Veranstaltung bei Aktiven und vor allem den Besuchern bestens angekommen. Ein leer gefegtes Catering-Büffet, ein gut gefülltes Zelt mit Kaltgetränken, ein ständig glühender Grill, voll besetzte Tribünen und Warteschlangen vor den Damentoiletten – da ging nicht nur Jansen das Herz auf. „So haben wir uns das damals vorgestellt.“ Aber in der Halle am Schulzentrum wurde nicht nur konsumiert, es wurde auch Handball gespielt.

Keine Chance für Kinderhaus

Veranstalter Westfalia Kinderhaus stellte nicht nur den Titelverteidiger, sondern lief auch gleich mit zwei Mannschaften auf. Beide erreichten die Finalrunde, aber der neue Stadtmeister heißt SC Münster 08.

Die Halle war nicht nur beim Finale rappelvoll. Foto: Jörg Riemenschneider

Das Team von Trainer Kay Sparenberg hatte sich in der Vorrunde ohne Verlustpunkt den Gruppensieg gesichert, im Halbfinale der Kinderhauser Reserve (15:7) und im Endspiel der Westfalia-Ersten (14:6) keine Chance gelassen. „Gute Torhüter, eine starke Deckung, konsequenter Abschluss im Angriff, dazu eine gute Kräfteverteilung waren sicher ausschlaggebend“, analysierte der Coach den Titelgewinn.

Immerhin galt es, fünf Spiele an einem Nachmittag zu absolvieren. Zwar verkürzt in der Spielzeit, aber gerade das gab auch vermeintlichen Außenseitern die Chance, zu überraschen. „Ich hatte nur vier Rückraumspieler dabei, denen ich immer mal eine Pause gönnen musste“, sagte Sparenberg. Aber die Nullachter ließen einfach nichts anbrennen, weil sie die Konzentration hoch hielten. In jedem Spiel. Noch einmal der Coach: „Wer alle Spiele gewinnt, der ist sicher zu Recht neuer Stadtmeister.“ Für die Nullachter ist es der vierte Titelgewinn insgesamt, zwei weniger als Westfalia Kinderhaus, Sieger von 2020.

Christian Janzen

Als Gastgeber und Hausherr zeigte sich Westfalia allenfalls in der Vorrunde (13:6 gegen Sparta und 12:8 gegen Eintracht Hiltrup) von gewohnt starker Seite. Aber schon im Halbfinale gegen die HSG Gremmendorf/Angelmodde mühte sich der Landesligist nach dem 12:12 erst durch ein souveränes 5:3 im Siebenmeterwerfen ins Endspiel. Dass dann der Truppe von Trainer Marcel Graefer von den Nullachtern die Grenzen aufgezeigt werden würden, das hatte Janzen schon im Halbfinale geahnt. „Aber bei uns fehlen auch zwei Leistungsträger“, so der Kinderhauser. Letztlich tat die Endspielschlappe seiner Freude insgesamt keinen Abbruch. „Natürlich hätten wir gerne gewonnen. Aber es ist doch viel wichtiger, dass dieses Turnier endlich den Zuspruch bekommt, den es verdient hat“, sagte er. Außerdem trifft man alte Freunde wieder und kann von den glorreichen Zeiten im münsterischen Handball schwärmen.“

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