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Rudern: Bundesliga

Münster-Achter deklassiert die Konkurrenz – und greift nach dem Titel

Münster

Erster Renntag in der Ruder-Bundesliga – und der Achter aus Münster steht gleich ganz oben auf dem Treppchen. Nach der beeindruckenden Leistung in Dortmund ist das Saisonziel jetzt glasklar.

Von André Fischer

Läuft doch wie geschmiert: Steuerfrau Rena Brüggemann (links) hielt den Münster-Achter auf dem Phönix-See auf Kurs.  Foto: Ruder-Achter

Erst 2010 auf dem Gelände des ehemaligen Stahlwerks Phoenix-Ost in Hörde angelegt, kurz darauf geflutet – und schon schwärmten die Touristen aus. Der Phoenix-See in Dortmund ist ein Anziehungspunkt, manch ein Profi von Borussia Dortmund hat hier in der Ecke eine schicke Wohnung bezogen. Am Samstag kehrte die Ruder-Bundesliga für einen Tag auf dem Areal ein. „Ziemlich nobel. Tolles Ambiente“, freute sich Christoph Koebe, Sprecher des Achters aus Münster. Ob das den Jungs Flügel verliehen hat? Nach vier Rennen hieß es: strammstehen fürs oberste Treppchen. Kapitän Jan Sauer und Co. wiesen die Konkurrenz dermaßen in die Schranken, dass sich die Truppe mal eben in den Kreis der Meisterschaftsfavoriten hievte.

Münsters Ruderer versprechen: „Jetzt gehen wir all-in“

Drei Rennen 2021. Zwei fielen im Vorfeld pandemiebedingt ins Wasser. Dortmund, Minden (21. August) und Münster als Abschluss. Dort soll am 11. September der neue Champion gekürt werden. „Jetzt gehen wir all-in“, verspricht Koebe. Steuerfrau Rena Brüggemann, ­Jonathan Reitenbach, Maximilian Wagner, Lukas Frederichs, Martin Schröder, Bugmann Jan Sauer, Johannes Mersmann, Aaron Schlüter, Fabian Kossow, Raymundo Ellermann und die neuen Gesichter Henri Schwinde und John Heithoff hatten einen Sahnetag erwischt.

Schon beim Eröffnungsrennen, dem Time-Trial, startete die heimische Delegation auf der 350-Meter langen Strecke furios. Sieg – es ging direkt ins Viertelfinale. Dort wartete der Melitta-Achter aus Minden, einst mit Berlin der ärgste Konkurrent der Münsteraner. Auch diese Hürde wurde nahezu mühelos genommen – obwohl im Boot fleißig durchgewechselt wurde. Gießen im Halbfinale, Neuling Osnabrück im finalen Akt – das waren ebenso klare Angelegenheiten. 1,5 Sekunden nahmen die Westfalen den Niedersachsen ab, das war gut und gerne eine halbe Bootslänge. Welten im Rudersport, besonders im Sprint. „Wir waren hochkonzentriert“, sagt Koebe. Riesig dieser Start in die Saison.

Christoph Koebe über Steuerfrau Brüggemann

Zumal niemand genau wusste, wo es hingeht. Trainiert wurde während der Coronazeit in der Regel individuell. Wettkämpfe gab es keine. Umso überraschender, dass sich der Münster-Achter nun auf Platz eins des Klassements im Oberhaus wiederfindet und sich möglicherweise beim Heimspiel zum Meister krönen kann. Erstmals überhaupt. „Wir waren mal nah dran, aber für den Sprung nach ganz vorne hat es nie gereicht“, sagt Koebe zuversichtlich nach dieser Leistung. Ein ­Extra-Lob verdiente sich Steuerfrau Brüggemann: „Sie hat den Achter bei schwierigen Windverhältnissen auf Kurs gehalten und ist gerade im Vergleich zu anderen Steuerleuten besonders gut mit den Bedingungen zurechtgekommen“, so Koebe.

Auch die Bundesliga-Frauen starteten auf dem Phönix-See. Im Melitta-Achter aus Minden saßen die Münsteranerinnen Nele Deittert und Mia Wiesenack. Die Ostwestfalen wurden in der Tageswertung Fünfte.

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