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Badminton: Bundesliga 

Neu: Noch niederländischer – Piek, Tabeling und Co. zu Union

Lüdinghausen

Union Lüdinghausen gibt die Namen von weiteren sechs Neuverpflichtungen bekannt. Darunter: alleine vier Spielerinnen und Spieler aus Holland. Eine war sogar schon Deutsche Meisterin – mit, genau, den Steverstädtern.

Von Florian Levenig

Oranje boven: Mit der Verpflichtung von Selena Piek (r.), hier bei der Mixed-Team-EM 2019 in Kopenhagen, haben die Lüdinghauser einen echten Transfer-Coup gelandet. Foto: flo

Vielleicht sollte Badminton Nederland ernsthaft darüber nachdenken, den Bundesstützpunkt von Arnheim nach Lüdinghausen zu verlegen. Oder die Steverstädter Holländisch als Amtssprache in der Drei-Burgen-Arena einführen. Und wieso eigentlich nicht die Spieler des örtlichen Bundesligisten SC Union statt mit roten fortan mit orangefarbenen Leibchen ausstatten? Fakt ist: Es wird noch niederländischer bei den Nullachtern. Das ohnehin schon beträchtliche Kontingent an Spielern aus dem westlichen Nachbarland wird zur Spielzeit 2022/23 noch mal ordentlich aufgestockt.

Die Namhafteste aus dem Quartett ist zugleich eine Rückkehrerin: Selena Piek. Bereits von 2011 bis 2015 stand die inzwischen 30-Jährige im Aufgebot der Lüdinghauser. Sie war Teil jener 08-Combo, die 2014 zum ersten und bislang einzigen Mal in der Vereinsgeschichte Deutscher Mannschaftsmeister wurde. Alle internationalen Titeln aufzulisten, die Piek im Laufe ihrer so langen wie erfolgreichen Karriere gewonnen hat, würde an der Stelle den Rahmen sprengen. Bis heute zählt sie verlässlich zu den besten 20 Paarspielerinnen in der Welt, bei Europameisterschaften stand sie mehrfach auf dem Podium. Die Verpflichtung, man kann es nicht anders sagen: ein Coup.

Mixed-Partner kommt mit

Und sie bringt gleich noch ihren Turnierpartner Robin Tabeling mit. 2018 gewann der 28-Jährige an der Seite von Ex-Unionist Jelle Maas EM-Bronze. Damit sei Lüdinghausen, trotz des Wechsels von Nationalspielerin Linda Efler zum 1. BC Bischmisheim, in den Doppeln und im Mixed „besser aufgestellt als in der Vorsaison“, glaubt Michael Schnaase.

Gleichwertigen Ersatz für Yvonne Li (künftig SV Fun-Ball Dortelweil) und Max Weißkirchen (Rückkehr zum 1. BC Beuel) zu finden, war dagegen – das wusste der Teammanager schon vor der Transferperiode – praktisch unmöglich, schon aus wirtschaftlichen Gründen. Mit Dortelweil und vor allem Bundesliga-Krösus Wipperfeld kann kein anderer Klub finanziell mithalten. Trotzdem bleibt Lüdinghausen, wie es scheint, auch in den Einzeln durchaus konkurrenzfähig. Neuer Spitzenmann ist Julien Carraggi, 22 Jahre jung. Zwar stieg der Belgier in der Vorsaison mit dem TSV Trittau ab, gewann dabei aber acht von 14 Partien. In seinem Heimatland ist Carraggi die unangefochtene Nummer eins, in der Weltrangliste kratzt er beharrlich an den Top 100.

Top-Talent Laurens

Auch Rachel Sugden, eine von zwei neuen Damen, bringt trotz ihrer erst 20 Jahre Erstligaerfahrung mit. Die amtierende schottische Meisterin (in Abwesenheit von Weltklassefrau Kirsty Gilmour) stand zu Beginn ihrer Laufbahn in Diensten des 1. BV Mülheim. Erst 18 – und damit zurück nach Holland – ist Jaymie Laurens. Bei den nationalen Titelkämpfen Anfang Februar in Almere musste sich das Top-Talent erst im Finale Altmeisterin Gayle Mahulette geschlagen geben.

Ach ja, nicht unterschlagen wollen wir Brian Wassink, ein Perspektivspieler für die Doppel aus – precies – den Niederlanden. Und was bedeutet das nun für die Ambitionen der Nullachter, die zuletzt immerhin drei Mal in Folge beim Final Four vertreten waren? Schnaase ist sich da nicht ganz so sicher. Zwar sei die Wechselfrist am Sonntag abgelaufen. Noch aber liegen die Listen beim Verband. „Man muss“, so der 08-Chef, „abwarten, wie stark die Konkurrenz aufgerüstet hat.“ Bis dahin lautet das offizielle Ziel: Klassenerhalt.

Das mag einerseits nach Understatement klingen, wenn man um das internationale Format insbesondere von Piek und Tabeling weiß (die laut Schnaase indes nicht an jedem Bundesligawochenende zur Verfügung stehen). Andererseits: Nichtabstiegs- und Playoff-Ränge lagen 2021/22 ganz dicht beieinander.

Käpplein-Ausfall

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