1. www.wn.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Nur Feinheiten fehlen dem USC zum Sieg in Vilsbiburg

  6. >

Volleyball: Bundesliga Frauen

Nur Feinheiten fehlen dem USC zum Sieg in Vilsbiburg

Münster

Da war mehr drin, trotzdem musste sich der USC Münster für die Leistung nicht schämen – auch nicht fürs Ergebnis. Mit 2:3 verlor der Frauen-Bundesligist nach langer Anreise bei den Roten Raben Vilsbiburg. Personelle Rückschläge inklusive. Ganz knapp war es in den Sätzen vier und fünf.

Von Thomas Rellmann

Die zuverlässige Iris Scholten schlägt hier über den Block von Vilsbiburgs Kapitänin Jodie Guilliams. Pech hatte Sara Dukic, die sich schwer am Knie verletzte (kleines Bild). Foto: Wolfgang Fehrmann

Mehrmals fehlte nicht viel im vierten und fünften Satz, dann hätte der USC Münster sein letztes Hinrundenspiel mit einem Sieg beendet. Doch die Möglichkeiten blieben ungenutzt, viel Pech war auch dabei. Die Roten Raben Vilsbiburg waren beim 3:2 (25:19, 23:25, 17:25, 26:24, 18:16) ein glücklicher Sieger nach einem packenden Duell im Rennen um die Playoffs. „Es war ein unfassbar harter Fight“, sagte Trainerin Lisa Thomsen. „Alle Höhen und Tiefen inbegriffen.“ Letztlich entschieden Feinheiten. „Wir waren auf Augenhöhe, jeder Punkt war wichtig. Ich bin stolz, wie die Mannschaft die Dinge gehandelt hat.“

Der Verlauf des ersten Durchgangs rückte kurzzeitig in den Hintergrund. Sara Dukic, die für Barbara Wezorke (positiver Corona-Test) im Mittelblock in die Startformation gerückt war, verdrehte sich beim Satzball das Knie am Netz. Die Slowenin wurde auf einer Trage vom Feld gebracht. Thomsen sagte: „Das sah nicht gut aus.“ Zuvor hatte der Gast schwerlich ins Geschehen gefunden. Gerade im Angriff kam das Team selten durch, die Roten Raben entwickelten mehr Power. Der Block funktionierte zwar sehr passabel, doch allmählich setzte sich der Gegner ab. Münster fehlte die Präzision (auch im Service). Bei 14:21 war die Sache praktisch durch. 19:25 stand’s am Ende.

Scholten feuert los

Mit dem Youngster-Duo Maya Sendner/Mia Kirchhoff für Dukic und Elena Kömmling ging es weiter. Der USC fand diesmal gut rein, profitierte auch von den Unzulänglichkeiten auf der anderen Seite und konnte sich auf Iris Scholten (19 Punkte) verlassen, die diagonal ordentlich feuerte. In der entscheidenden Phase waren die Grün-Weißen wacher. Nach dem 20:20 waren Scholten und Juliane Schröder im immer besser werdenden Block oder auch Mia Kirchhoff zur Stelle. Mit 25:23 meldete sich die westfälische Kombo zurück.

Vilsbiburg haderte nicht lang. Alexis Hart drehte jetzt auf. Doch der USC war auch da, kämpfte sich nach 3:7 und 5:9 heran, hatte neben Scholten auch eine gute Abwehr zu bieten. Katerina Valkova glich per Stellerfinte aus (11:11), Kirchhoff legte nach. Der Gastgeber zuckte noch mal (14:14), stand in der Crunchtime aber plötzlich neben sich. Die forsche Sendner, 17 Jahre alt, bedankte sich mit einem Ass, das acht Satzbälle brachte. Den zweiten davon verwertete sie selbst zum 25:17.

Fünf Satzbälle abgewehrt – vergeblich

Ein Fingerzeig war das jedoch noch nicht. Die Vorteile lagen anschließend wieder beim Heimteam, das mit der immer schwerer zu bremsenden Hart den besseren Punch und eine echte Antwort auf Scholten hatte. Der USC sah sich fünf Satzbällen ausgesetzt (19:24). Doch mit Maria Schlegels Aufschlägen wurden alle abgewehrt. Ein umstrittener Hart-Punkt, den viele im Aus sahen, brachte den Roten Raben die sechste Chance, die diese auch nutzten (24:26).

Also Tiebreak! Hart und Jodie Guilliams hier, Scholten und die mit Valkova gut harmonierende Schröder da. Es ging weiter hin und her. Erst vier Punkte für Münster, dann fünf für Vilsbiburg. Kaum auszuhalten. Zweimal hatte Münster Matchball, zweimal blieb er liegen. Bitterer geht’s nicht. Ein Guilliams-Block gegen Schröder und ein Scholten-Angriff ins Netz besiegelten die Niederlage – 16:18 im Fünften. Ein trauriges Finale für den USC, den die Raben in der Tabelle damit überholten. „Es bleibt spannend bis zum Schluss“, sagte Thomsen voraus.

Startseite
ANZEIGE