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Fußball: Regionalliga

Pechvogel Szczepankiewicz wird zum Strahlemann

Bonn

Drei Siege sollten es sein. Zwei und das 2:2-Remis in Bonn waren die tatsächliche Ausbeute von Rot-Weiß Ahlen. Damit lässt es sich leben. Was auch für Daniel Szczepankiewicz gilt. Erst leitete der Keeper den frühen Rückstand ein, um viel später den Auswärtszähler zu garantieren.

Von Uwe Gehrmann

Anerkennung für den Torschützen: Romario Wiesweg (r.) gratuliert Andreas Ivan, der gerade das zwischenzeitliche 1:1 erzielt hatte. Foto: Marc Kreisel

Der Grad zwischen Pechvogel und Glückskeks ist traditionell recht schmal. Und es ist eine Rolle, die in 90 Minuten auch gerne mal wechseln kann, wie Ahlens Daniel Szczepankiewicz und Gianluca Marzullo, Kevin Kahlert und Bonns Rudolf Gonzales in Bonn bewiesen haben. Beim insgesamt eher schwachen und öden 2:2 am Samstag gegen die Rheinlöwen teilten sich die ersten beiden einen Unglückswurm schon nach sieben Minuten. Passend zum novembergrauen Duell traf Bonn mit seiner ersten Chance zur Führung, mit freundlicher Unterstützung vom RWA-Torhüter, der einmal mehr einen Abschlag zum Gegner spielt. Ivan verdaddelt eine Flanke, dafür hält Marzullo den Schlappen hin und trifft ins eigene Tor. Ein Start, wie ihn Mr. Bean nicht besser hinbekommen hätte.

Mr. Bean im Ahlener Dress?

Immerhin ordnete sich RW Ahlen im Anschluss neu, steckte einen Pfostentreffer von Serhat Güler noch weg (10.) und antwortete schnell mit einem Vorspiel von Sebastian Mai, der erneut die Spitze besetzte, und David Mamutovic, die Andreas Ivan zu einem großen Solo schicken, das der zum Ausgleich abschließt (20.).

Auch nach dem Seitenwechsel setzten die Gäste ihre defensive Haltung fort, mit der sie in Rödinghausen einen knappen Sieg herausgefriemelt hatten. Immerhin brauchte Trainer Andreas Zimmermann die Innenverteidigung mit Oktay Dal und Kevin Kahlert nicht auseinanderreißen, die eine starke Vorstellung abgaben - eine Ausnahme war erlaubt ...

Die wilden 20 Minuten von Sebastian Mai

Aber zuerst die wilden 20 Minuten von Mai. Romario Wiesweg lupft den Ball zum Ahlener Offensiven, der den ersten Heber gegen Torwart Kevin Birk noch zum 2:1 ins lange Eck setzt (61.). Die zweite Bogenlampe allerdings – wieder allein vor dem Tor – kann Birk haarscharf noch abfangen. Mit dem Stiefel auf der Strafraumgrenze knapp an Rot vorbei. Doch weiter reichte der Ahlener Ehrgeiz nicht. Wie so oft ging die eigene Bequemlichkeit im Spiel nach vorn daneben: Eine Ecke von Justin Klein verlängert Nils Teixeira, und Daniel Somuah nickt zum 2:2 ins Netz (83.).

Szczepankiewicz pariert Handelfmeter

Dass es nicht noch schlimmer kam, lag auch an Szczepankiewiczs Rollentausch. Zuerst wird Kahlert – nur dieses Mal – zum Buhmann, als er einen Pass von Güler an die Hand bekommt. Dann übernimmt Bonns Gonzales den Dilettanten, weil er den Strafstoß in der 86. Minute nicht an Szczeankiewicz vorbeikriegt. Der Ahlener Keeper wechselt nämlich von der Pechmarie zum Teufelskerl, als er den - allerdings schwach getretenen - Schuss pariert. Zimmermann war erwartungsgemäß zufrieden: „Können wir mit leben. Hinten kann immer einer reinrutschen“, erteilt er nach diesem Punkt und diesem Ende allen Pechvögeln gerne Absolution.

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