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Reiten: Springen

Perfekte EM-Tage in Riesenbeck vor allem für André Thieme

Riesenbeck

Keine Wünsche blieben offen, die EM der Springreiter in Riesenbeck war das perfekte Turnier. Cheforganisator Ludger Beerbaum erhielt viel Anerkennung – genau wie André Thieme, der Deutschland Einzel-Gold einbrachte.

Von Henner Henning

Ein Herz und eine Seele: Europameister André Thieme gibt seiner Stute Chakaria nach dem EM-Triumph von Riesenbeck einen Siegerkuss. Foto: Lisa-Sophie Daut

Ludger Beerbaum hat in seiner langen Karriere eine Menge erlebt. Olympische Spiele, Welt- und Europameisterschaften mit glorreichen Triumphen, ebenso bittere Niederlagen und Rückschläge. Doch am Sonntag nach dem Triumph von André Thieme bei der EM der Springreiter wurde der Cheforganisator der Titelkämpfe in Riesenbeck doch ein wenig rot, als der Schweizer Vize-Europameister Martin Fuchs zur großen Lobhudelei ansetzte. „Du bist die inspirierendste Persönlichkeit in unserem Sport. Hinter deinem Rücken nennen wir dich Legende. In Namen aller Reiter sage ich danke für dieses unglaubliche Turnier.“

Viele Komplimente für Beerbaum

Es war nicht das einzige Kompliment, das Beerbaum und seine Mitstreiter um Karsten Lütteken (Geschäftsführer Riesenbeck International) in diesen Tagen erhielten. Reiter, Pfleger, Sponsoren und Zuschauer waren begeistert, Stephan Ellenbruch von der FEI sprach von einer „fantastischen EM“ und bezeichnete die Anlage an der Surenburg als „state of the art“. Eine derartige Fülle an warmen Worten sind nicht Standard – aber das waren die Titelkämpfe auch nicht. Nahezu alles lief perfekt, auch das Wetter passte. Vor allem der Sport mit Weltklasse-Leistungen im Sattel ließ keine Wünsche übrig. „Es hat wirklich alles gepasst. Ich könnte nicht glücklicher“, so Beerbaum.

Thieme herzt Familie und Stute

Gleiches traf auch auf den sportlichen Protagonisten zu. Thieme, der in Tokio noch mit Chakaria das Einzel-Finale verpasst hatte, strahlte nach seinem Sieg, herzte seine Familie und gab seiner Stute einen dicken Kuss. „Ich habe immer davon geträumt, für Deutschland solche Championate zu reiten, musste dafür 46 Jahre alt werden“, sagte der erste deutsche Europameister seit Meredith Michaels-Beerbaum (2007 mit Shutterfly). Es war nach Team-Silber sein zweites Edelmetall, das er in der Liste seiner Erfolge – immerhin gewann Thieme schon dreimal das traditionsreiche Hamburger Derby sowie Millionen-Dollar-Springen in den USA – nach ganz oben hängt.

Dabei wäre es beinahe nicht zu seinem Erfolg gekommen. Eigentlich wollte Thieme nach der olympischen Enttäuschung die EM auslassen, stattdessen mit Chakaria beim CHIO in Aachen starten. „Ich erinnere mich an das Gespräch mit André am Flughafen von Tokio und bin froh, dass wir es nun genau umgekehrt gemacht haben. Dass er nun hier den Sack zugemacht hat, ist sensationell“, sagte Bundestrainer Otto Becker, der von einem „Traumergebnis“ sprach. Und das wiederum passte bestens zu den perfekten Tagen in Riesenbeck.

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