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Tennis: Halle-Debütant Kyrgios bezwingt Altmaier / Auger-Aliassime müht sich

Premiere mit Showeinlagen

Halle

Der Mann aus Down Under fühlte sich auf dem Rasenplatz im westfälischen Halle fern der Heimat sichtlich wohl und erfüllte alle Erwartungen. Nick Kyrgios aus Australien zauberte auf dem Platz gegen Daniel Altmaier und bezauberte das Publikum in Westfalen mit seinem Aussie-Charme.

Von Henner Henning

Ein bisschen Spaß muss Foto: Thomas F. Starke

Diesen Moment wollte sich auch Ralf Weber nicht entgehen lassen. Als Nick Kyrgios, eine der schillerndsten und vielleicht die extrovertierteste Figur derzeit im Tennis-Zirkus, sich für seine Premiere in Halle auf dem Center Court einspielte, zückte der Turnierchef sein Handy und schoss ein Erinnerungsfoto. Ja, der Australier fasziniert, zieht in den Bann – auch die Zuschauer in Ostwestfalen, die beim 6:3, 7:5 gegen Daniel Altmaier ein buntes Potpourri aus dem Repertoire Kyrgios’ zu sehen bekamen.

Trickschläge aus allen Lagen

Mal ein Tweener, mal ein No-Look-Volley oder ein Lob durch die Beine, dazu krachende Aufschläge und harte Grundlinienschläge. Der 27-Jährige aus Canberra, derzeit als 65. der Weltrangliste einen Rang vor Altmaier notiert, trat in seiner gewohnten Manier auf und dominierte damit ab dem 1:2. Auf sein zu null gewonnenes Aufschlagspiel, bei dem er mit 208, 214 und 212 Stundenkilometern servierte, ließ er das erste Break folgen, ein zweites beendete den ersten, insgesamt einseitigen Satz.

Altmaier macht es spannend

Auch der Anfang des zweiten Abschnitts deutete auf einen ähnlichen Verlauf hin. Jeweils ohne Punktverlust brachte Kyrgios seine Aufschlagspiele nach Hause. Altmaier stand unter Zugzwang, steigert sich merklich und gestaltete sein erstes Aufeinandertreffen mit dem Australier offener. Mit dem besten Ballwechsel der Partie, in dem Kyrgios zweimal in die Trickkiste griff, glich der Kempener zum 2:2 aus. „Ich war am Anfang des Matches etwas nervös, wusste nicht, was gegen ihn passiert. Das hat mich das frühe Break gekostet“, sagte Altmaier. „Aber dann hab ich mich mehr auf mich konzentriert und bin besser reingekommen.“ So schnupperte der nun stärker returnierende Altmaier im siebten Spiel des zweiten Durchgangs bei Einstand am Break. Mehr aber auch nicht, Kyrgios, der mit einem Aufschlag von unten zum 6:5 kam, blieb zu stabil und beendete mit einem Return-Winner nach 67 Minuten die Partie. „Ich habe auf Rasen noch nicht allzu viele Matches gespielt. Eigentlich habe ich das Spiel, um gut auf Rasen zu spielen, aber es fehlt mir die Routine. Das hat man im zweiten Satz gesehen“, erklärte der 23-Jährige, der sich bis zum Jahresende die Top 50 als Ziel gesetzt hat.

Dorthin sollte auch Kyrgios zurückkehren, der mit seinem Debüt in Ostwestfalen zufrieden war. „Ich bin glücklich mit der Art und Weise, wie ich das Match beendet habe. Mein Grundniveau ist da, das habe ich auch in der letzten Woche in Stuttgart gesehen“, sagte Kyrgios, der im Schwabenland nicht frei von Nebengeräuschen im Halbfinale an Andy Murray gescheitert war.

Auch Tsitsipas in Runde zwei

Im Achtelfinale geht es für Kyrgios nun gegen Stefanos Tsitsipas, der gegen den Franzosen Benjamin Bonzi über drei Sätze gehen musste – und damit nicht etwa unzufrieden war, sondern glücklich schien. „Tennis auf Rasen ist magisch. Ich genieße hier jeden Moment“, sagte der griechische Weltranglistensechste nach dem 7:6 (7:1), 1:6, 6:3. Für das Top-Duell gegen den Australier erwartet er viele „sehr schnelle Aufschläge und einige von unten. Davon darf ich mich nicht stören lassen.“

Viel Mühe hatte Felix Auger-Aliassime. Die Nummer neun der Weltrangliste führte gegen Marcos Giron (USA) nach dem gewonnenen ersten Satz in Durchgang zweimal schon mit Break (3:1, 4:2), verlor dann aber den Abschnitt mit 5:7. „Das ist der Sport. Marcos hat gut gespielt, ich habe etwas den Fokus verloren. Zum Glück habe ich dann einen Weg gefunden zu gewinnen“, meinte der Kanadier, der die Neuauflage des Vorjahresviertelfinale letztlich nach 2:12 Stunden mit 6:3, 5:7, 6:3 für sich entschied.

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