1. www.wn.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. „Mental herausfordernd“: Was die kurze Preußen-Saison ein Problem ist

  6. >

Fußball: Junioren-Bundesliga

„Mental herausfordernd“: Was die kurze Preußen-Saison ein Problem ist

Münster

In den Junioren-Bundesligen wird nur eine Halbserie gespielt, also nur 15 Partien. Es ist ein brutales Rennen um den Klassenerhalt – gerade für beide Mannschaften von Preußen Münster, die ja ohnehin permanent um einen Verbleib in der Elitegruppe ringen.

Jubes Ticha (r.) kämpft mit seinem Team um den Klassenerhalt. Foto: imago/Ahlborn, Hiegemann, Peperhowe

e beliebte Bezeichnung „Endspiel“ wird oft inflationär im Sport verwendet. Doch die besondere Konstellation in den Junioren-Bundesligen rechtfertigt die Vokabel fast Woche für Woche. Denn einerseits muss nach der Aussetzung des Abstiegs in der ersten Corona-Saison 2019/20 die Größe der Spielklassen von 16 auf 14 Mannschaften weiter reduziert werden, was fünf Absteiger zur Folge hat. Andererseits wird – anders als im Rest der Republik – erneut nur eine Halbserie gespielt, also nur 15 Partien.

„30 Spiele wären im Rahmenterminplan nicht abbildbar gewesen“, sagt DFL-Nachwuchsleiter Daniel Feld und verweist auf die vielen Länderspiel-Abstellungen in der Saison. Es ist also ein brutal hartes Rennen um den Klassenerhalt – gerade für beide Mannschaften von Preußen Münster, die ja ohnehin permanent um einen Verbleib in der Elitegruppe ringen. „Aber wir haben nach wie vor alle Chancen“, sagt Sören Weinfurtner, Sportlicher Leiter der Junioren beim SCP. „Ich habe viele Spiele gesehen, beide sind sich der Situation bewusst und in sich stabil. Wir sehen eine Entwicklung, auch bei einzelnen Spielern.“ 

Schlüsselspiele für die Preußen

Belassen wir es also bei Schlüsselpartien, die am Samstag für die Münsteraner anstehen. Die U 19 empfängt im Stadion den formstarken Tabellenfünften MSV Duisburg (14 Uhr), die U 17 auf dem Kunstrasen den Vorletzten SF Siegen, der zehn von elf Spielen verloren hat (12 Uhr). Der älteste Nachwuchs hat nur noch sechs Begegnungen und liegt einen Punkt und zwei Plätze hinter dem rettenden Ufer, der jüngere muss nur noch viermal ran und hat einen Zähler und einen Rang Rückstand.

Weinfurtner möchte nicht zu viel klagen, auch wenn er sagt, dass „die kurze Serie der Talententwicklung völlig zuwider läuft, was schade ist“. Gleichwohl versucht er das Positive herauszufiltern. „Es ist ja genau diese Konkurrenz, der wir uns gern stellen. Das wollen wir meistern, das ist eine Preußen-typische Ausgangslage.“ Fakt ist, dass der SCP mindestens einen im Seniorenbereich klassenhöheren Verein mit Leistungszentrum hinter sich lassen muss. „Die vergangene Spielzeit, als die A-Jugend bis kurz vor Schluss noch Chancen auf die Meisterrunde hatte und die B-Jugend früh gesichert war, war eine Ausnahme. Aber die weckt natürlich Begehrlichkeiten und verändert die Sicht. Nur ist alles beim Alten, wir haben jetzt nicht mehr Geld“, so Weinfurtner. „Im Moment fehlt beiden Teams ja nur ein Sieg, aber so ist die verkürzte Saison mental herausfordernd.“

Um die fehlende Praxis aufzufangen, lassen die Preußen aktuell wieder einige U-19-Akteure bei den Profis oder der U 23 mittrainieren, alle Altjahrgänge haben Spielberechtigungen für den Seniorenbereich, dürfen in Testspielen der Reserve mitmischen. „Der Weg über die Oberliga wird immer wichtiger“, sagt Weinfurtner. Dort erwarten die Talente, anders als jetzt, mindestens 34 Partien pro Jahr.

Der Abstiegskampf steht über allem

Ein paar mehr Begegnungen als die 15 Punktspiele werden es für die Junioren zumindest auch noch. Zwar hat etwa die U 17 noch sagenhafte drei Ligapartien im Frühjahr. Allerdings folgt im April und Mai noch eine bundesweite Sonderspielrunde, die gleichwohl freiwillig für die Bundesligisten ist. Zunächst werden sie in regionale Gruppen eingeteilt, das Los könnte den SCP auch zum VfL Osnabrück oder zu Hannover 96 führen. Anschließend geht es zweigeteilt mit Topf A und B weiter. Zukunftsmusik. Gerade für die Preußen. Der Abstiegskampf steht über allem. Wenn es für eine der Truppen nicht klappt, geht die Welt nicht unter, doch der Ehrgeiz in der illustren Runde zu bleiben, ist natürlich groß.

Die Restprogramme

Samstag können U 19 und U 17 beinahe parallel einen großen Schritt machen. „Wir trauen uns einen Heimsieg zu und sind bereit, alles zu investieren“, sagt A-Jugend-Coach Tobias Harink. Sein für die B-Junioren zuständiger Kollege Moritz Glasbrenner warnt: „Wir benötigen Spielfreude, eine hohe Konzentration und Intensität. Das wird alles andere als eine leichte Aufgabe.“ Und erst recht keine unwichtige.

Startseite