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Fußball: Westfalenpokal

Preußen Münster bucht das Halbfinale

Münster

Da waren es noch zwei – Siege nämlich bis zum Comeback im DFB-Pokal: Die Viertelfinalhürde im Westfalenpokal nahm Regionalligist Preußen Münster zumindest locker und wies Westfalenligist Spvg Erkenschwick standesgemäß mit 5:0 in die Schranken.

Von Thomas Rellmann

Marius Mause (r.) aus der U 23 verteidigte hinten rechts, hier bedrängt er Erkenschwicks Ex-Preußen Finn Wortmann. Foto: Sebastian Sanders

Viel mehr als eine Pflichterfüllung war es nicht – doch vor knapper Kulisse setzte sich Preußen Münster im Westfalenpokal-Viertelfinale gegen die zwei Klassen tiefer angesiedelte SpVgg Erkenschwick mit 5:0 (1:0) durch. Zwei Schritte sind es für den Titelverteidiger damit noch bis zum erneuten Gewinn des Wettbewerbs und der wirtschaftlich wichtigen Qualifikation für die Hauptrunde auf Bundesebene. Mögliche Gegner in der Vorschlussrunde sind der SC Verl, RW Ahlen sowie der SV Rödinghausen.

Sechs Änderungen

Sechs Änderungen nahm Trainer Sascha Hildmann im Vergleich zum Samstag vor, drei davon in der Viererkette: Simon Scherder ersetzte innen Robin Ziegele, U-23-Kapitän Marius Mause kam für Julian Schauerte rechts zum Zug, Luke Hemmerich links für Marvin Thiel. Dazu durfte Joshua Holtby für Thorben Deters auf der Acht ran, Alexander Langlitz für Henok Teklab auf der rechten Offensivseite und Jan Dahlke für Gerrit Wegkamp im Sturmzentrum. War das der zweite Anzug? Eher nein, dafür ist das Leistungsgefälle im Kader zu gering.

Dahlkes Blitzstart

Beleg gefällig? Ohne, dass die Gäste einmal die Kugel am Fuß hatten, stand’s 1:0. Zwei der Neuen in der Startelf waren dafür maßgeblich: Luke Hemmerich zog von links nach innen und flankte dann mit rechts aus dem Halbfeld, Dahlke verlängerte mit dem Hinterkopf – drin! 77 Sekunden waren da rum. Allerdings tat sich der Favorit mit der Führung schwer, gefährlich zu bleiben. Bis auf einen Versuch von Manuel Farrona Pulido (4.) gab es keine gefährlichen Szenen in den ersten 25 Minuten.

Gästefans geben den Ton an

Die Atmosphäre war gewöhnungsbedürftig, aber ein Vorgeschmack auf die nächsten Wochen. Die Tribüne blieb eher spärlich besetzt, Stehplätze waren ausschließlich für die Fans des Westfalenligisten zugelassen, die auch die stimmliche Hoheit verbuchten und sogar mehr als nur eine Torannäherung ihres Teams sahen: Bei einer Ecke von Jan Binias klärte Scherder so gerade gegen Goalgetter Stefan Oerterer (15.). Der Außenseiter präsentierte sich bissiger und mutiger als mancher Viertligist hier in den vergangenen Wochen.

Beruhigter wäre Hildmann sicher gewesen, hätte Nicolai Remberg eine weitere Hemmerich-Hereingabe mit dem Kopf versenkt, doch Keeper Philipp Amft reagierte prächtig (27.). Auch ein Mause-Kopfball nach Joshua Holtbys Freistoß strich vorbei (33.). Das Bemühen der Hausherren war zäh, der letzte oder vorletzte Pass fand selten sein Ziel. Die Abwehrreihe wirkte wach, Remberg auch – ansonsten viel Leerlauf. Was ausdrücklich nicht an den Wechseln lag. Mit dem schmalen Vorsprung ging’s in die Kabine.

Preußen werden wieder wach

In Durchgang zwei meldete Farrona Pulido den SCP mit einem Pfostenschuss an (52.) und legte noch einen Hammer an die Unterkante des Querbalkens nach (58.). Während Erkenschwicks Kräfte merklich schwanden, kam bei den Preußen plötzlich das Trauma Chancenverwertung zum Vorschein, auch wenn in den beiden Szenen Pech im Spiel war. Farrona Pulido hatte sich aber warmgeschossen und war schließlich für die Entscheidung verantwortlich. Einen Remberg-Querpass verfehlte Dahlke, doch der 28-Jährige jagte die Kugel am langen Pfosten unter die Latte und dann ins Tor (64.).

Holtby - Dahlke - Deters

Für ihn kam Deters und erhöhte stante pede nach einem Traumzuspiel von Holtby auf 3:0, nachdem er Amft umkurvt hatte (67.). Der Knoten hatte sich gelöst. Dahlke durfte nach einer Teklab-Ecke auch noch mal, Mause hatte zuvor verlängert (77.). Einen Konter über Dahlke und Teklab schloss Deters sogar noch mit dem 5:0 ab (89.). So klang das Ergebnis am Ende doch standesgemäß. Nicht mehr und nicht weniger.

SCP: Schulze Niehues – Mause, Scherder, Hoffmeier, Hemmerich – Klann (79. Kloth) – Remberg (73. Schröder), Holtby – Langlitz (65. Teklab), Dahlke, Farrona Pulido (65 Deters)

SpVgg: Amft – Weßendorf, Kasak, Ovelhey, Keysberg – Warnat (62. Schuwirth), Binias, Pilica (82. Klakus), Wortmann – Oerterer, Isensee (70. Gökdemir)

Schiedsrichter: Julian Engelmann (Iserlohn) – Tore: 1:0 Dahlke (2.), 2:0 Farrona Pulido (64.), 3:0 Deters (67.), 4:0 Dahlke (77.), 5:0 Deters (89.) – Zuschauer: 721 – Gelb: Langlitz, Dahlke / Wortmann

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