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Fußball: Regionalliga West

Preußen Münster kommt über ein 2:2 beim VfB Homberg nicht hinaus

MünsterMünster.

Der SC Preußen hat eine große Chance vertan, näher an Liga-Nimbus RW Essen heranzurücken. Beim Schlusslicht VfB Homberg kam das Team von Trainer Sascha Hildmann am Samstag nicht über ein 2:2 hinaus.

Von Alexander Heflik

Jano Ter-Horst lieferte ein solides Debüt - ansonsten war's ein gebrauchter Samstag für den SC Preußen. Foto: Jürgen Peperhowe

Was wäre das schön gewesen: Ein Sieg in Homberg, der Sprung auf Platz zwei, Rückstand auf Titelanwärter RW Essen verkleinert. Zurück in der Spur. Doch der SC Preußen Münster nahm sich auf dem „Rübenacker“ des PCC-Stadions in Duisburg-Homberg gegen den gastgebenden VfB eine Auszeit. Das 2:2 (2:1) vor vielleicht 700 Zuschauern ließ nur die Gastgeber jubeln, die die „rote Laterne“ an den KFC Uerdingen weitergaben, während Münster als Tabellenfünfter nur einer unter fünf oder vielleicht sechs mehr oder weniger ernsthaften Verfolgern von RWE ist. „Wir hätten einen schönen Satz machen können“, sagte SCP-Coach Sascha Hildmann nach der Partie. Und fügte an: „Das war das erwartete Kackspiel. Aber ich stehe jetzt nicht strahlend hier und freue mich über einen Sieg.“ Nein, wahrlich nicht, das wurde Hildmann verwehrt, und das Remis blieb allen Preußen im Halse stecken.

„Das war unser schlechtestes Spiel“, rätselte Hildmann weiter. Und das Rätselraten wird nicht weniger. Weil sich seine Mannschaft nach dem 0:0 gegen Rödinghausen, dem 1:1 in Ahlen, nun ein 2:2 gegen Homberg erlaubte. Bei allem Respekt vor diesen Gegnern, aber auf dem Weg zur möglichen Meisterschaft sind das genau die Begegnungen, in denen die Adlerträger nicht patzen dürfen – nun liegen da schon sechs Pluspunkte am Wegesrand.

Nahe an der Arroganz

Hildmann und seine Schützlinge haben zwei offensichtliche Probleme. Zum wiederholten Mal wirkte der SCP in der Anfangsphase nicht zu 100 Prozent fokussiert auf dem Platz, weil so ziemlich alle Basiselemente eines Fußballspiels nur begrenzt abgerufen werden konnten. Klappt das mit dem Spielwitz nicht in einer solchen Partie auf schwerlich bespielbarem Terrain, dann sollten Zweikämpfe, Laufwege und taktische Disziplin stimmen. Die vorhandene individuelle Überlegenheit führt in der Regel so zum Sieg. So wie beim 1:0 durch Alexander Langlitz, der nach sechs Minuten eine Flanke von Henok Teklab zum 1:0 verwertete per Kopf.

Und dann? Nichts. In Homberg schafften es die Preußen, den limitierten Gegner durch eine Vielzahl verlorener Zweikämpfe und unglaublich viele Fehlpässe zurück ins Spiel zu holen. Der SCP hauchte dem VfB förmlich die Lebensgeister ein. Nach einer ereignislosen ersten halben Stunde wuchs beim Abstiegskandidaten plötzlich der Glaube, etwas Zählbares erreichen zu können. Die Gegenwehr der Preußen liest sich – leider – auch an der Anzahl der Verwarnungen für hart geführte Zweikämpfe ab: Keine gelbe Karte in 90 Minuten, einzig Nicolai Remberg nach der Pause und mit dann eifrigem Einsatz hätte da die Bilanz retten können. Aber nein, der SCP ließ es mit sich machen. Bedingungsloser Einsatz war das nicht.

Wie bei den beiden Gegentoren durch Babacar M’Bengue (40.) und Kingsley Helmut Marcinek – beiden Treffern gingen abgefälschte Bälle voraus, beide Male waren die Torschützen gedankenschneller am Ball, in diesen Situationen träumte das Abwehr-Kollektiv aus Münster.

Hildmann konnte und wollte das nicht glauben, schon in anderen Partien hatten seine Preußen bei Standardsituationen gepatzt: „Die Tore waren doch Kopien voneinander.“ An dieser Stelle haben die Preußen offenbar wenig dazugelernt, Hildmanns Worte kommen da (noch) nicht an. Wohl aber seine Kabinenpredigt, als er, wie er sagte, lauter als sonst geworden sei. Vermutlich flüchteten die Preußen deshalb auch vorzeitig auf den Platz, warteten zwei Minuten auf die Homberger, und hatten endlich sowas wie Betriebstemperatur. Was letztlich zum 2:2 durch Henok Teklab (65.) reichte, der nach einem Schuss vom eingewechselten Jan Dahlke „abstauben“ konnte.

Hombergs Trainer Sunay Acar war jedenfalls glücklich, mit dem Punkt könne er leben, zumal der VfB in der Nachspielzeit dem Siegtreffer noch einmal auf irgendeine skurrile Art und Weise nahe kam. Sein Fazit: „An einem guten Tag von uns, wenn der SCP einen schlechten hat, halten wir mit.“ Die Preußen hatten einen rabenschwarzen Tag.

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