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Fußball: Regionalliga West

Preußen Münster siegt souverän in Bonn

Münster

Der SC Preußen Münster hat sich vier Tage vor dem Pokalknaller gegen Hertha BSC (Dienstag, 18.30 Uhr) in Stimmung geschossen. Beim Bonner SC siegte der Regionalligist am Freitagabend mit 2:1 – und dabei deutlich souveräner als es der Spielstand vermuten lässt. Eine reife Leistung der Preußen lässt auf einen tollen Pokalabend hoffen.

Von Alexander Heflik

Gerrit Wegkamp zeigt es an, gut gemacht: Die Preußen jubeln über das 1:0 durch Nicolai Remberg (rechts). Es war ein Qualitätsangriff der Preußen, der zur frühen Führung für die Gäste führte und Trainer Sacsaha Hildmann den Dauerregen vergessen ließ. Foto: Sebastian Sanders

Preußen Münster hat eine starke Reaktion gezeigt. Beim Abstiegskandidaten Bonner SC gewann das Team von Trainer Sascha Hildmann mit 2:1(1:0). Nicolai Remberg (8.) sowie Henok Teklab (66.) stellten vor 1545 Zuschauern im Nordpark den hochverdienten Sieg sicher, Sekunden vor dem Abpfiff markierte Serhat Güler den umstrittenen Anschlusstreffer für die Gastgeber, nachdem er Marcel Hoffmeier mehr als rustikal vom Ball getrennt hatte. Kleiner Ärger am Rande, aber Schwamm drüber: Sechs Tage nach dem schwachen 2:2 in Homberg war dies die von Hildmann geforderte Reaktion, wenige Tage vor dem DFB-Pokal-Hit gegen Hertha BSC am Dienstag im ausverkauften Preußenstadion ist der SCP zumindest wieder zurück in der Spur.

Wiedergutmachung geschafft

„Wir wollten nach dem 2:2 was gutmachen, wollten Fußball spielen und hatten Kontrolle“, sagte Trainer Sascha Hildmann. Und: „In der zweiten Halbzeit habe ich nur uns spielen sehen. Einziger Kritikpunkt ist, dass wir früher hätten mit 2:0 führen müssen.“ Also, Wiedergutmachung geschafft, das ging für den Coach in die richtige Richtung. Nur das 1:2 am Ende störte Hildmann.

Hoffmeier zurück

Groß durchgewürfelt wurde die Preußen-Startelf nicht im Vergleich zum 2:2 bei Schlusslicht VfB Homberg. Innenverteidiger Marcel Hoffmeier kehrte nach Ablauf seiner Gelb-Sperre zurück ins Team. Zudem war Marvin Thiel erste Wahl. Hildmann setzte dieses Mal auf eine Vierer-Abwehrkette, die deutlich aufmerksamer und konzentrierter als zuletzt agieren sollte.

Remberg vollendet

Homberg reloaded dann? Da ging der SCP nach sieben Minuten in Führung, in Bonn erst nach acht. Aber wie: Nicolai Remberg leitete eine Kombination clever ein, Gerrit Wegkamp und Thorben Deters verlängerten, ehe Remberg einen Klassenangriff zum 1:0 veredelte. Das war stark, richtig guter Fußball. „Wir haben eine komplette Reaktion gezeigt, uns in alle Bälle geworfen. Das war auch notwendig“, sagte Remberg nach der Partie.

Das alte Leid mit den Chancen

Und der SCP blieb richtig am Drücker. Henok Teklab und Thorben Deters hatten so manche gute Idee sowie exquisite Chancen. Schon nach einer Viertelstunde hätten die Gäste höher führen müssen, Bonn hatte nichts entgegenzusetzen. Auch Alex Langlitz (31.) vergab aus bester Lage, wieder war Deters in der Vorbereitung mit dabei. Münsters Chancenplus war schon irgendwie beeindruckend, die Verwertung dann weniger. Dann kam der große Regen, und das Spiel stockte – obwohl ein Zufallsball der Hausherren durchrutschte, aber Tackie Sai stand bei seinem Treffer klar im Abseits. Die Führung des SCP zur Pause war hochverdient, aber sie war auch zu knapp.

Kurze Verschnaufpause

Und nach dem Wechsel? Münster ging erstmal nicht ins volle Risiko, bedächtiger Spielaufbau nennt man das. Bonn, das Kellerkind, spekulierte allenfalls auf einen Punkt, nur ein Törchen war dafür nötig. Also warteten alle auf dem Feld, die Roten aus Bonn und die in schwarzweiß aus Münster einfach mal ab. Das hatte zunächst ein wenig von Schach auf nassem Rasen, keiner wollte ausrutschen und dabei eine schlechte Figur machen. Oha.

Teklab macht alles klar

Henok Teklabs toller Schlenzer (54.), den BSC-Keeper Kevin Birk mit einer ästhetisch wohlfeilen Parade zur Ecke lenkte, beendete diese zurückhaltende Phase. Dann war Luke Hemmrich (63.), just eingewechselt, an der Reihe, aber er verwertete das traumhaft gute Zuspiel von Deters nicht. Zu diesem Zeitpunkt hatte der SCP bereits sieben „Qualitätschancen“ angesammelt, Bonn keine. Münsters Vorsprung von 1:0 fühlte sich dabei nur hauchzart an. Komisch.

66 Minuten mussten die Preußen warten, ehe die Überlegenheit belohnt wurde. Mit Hemmerich ging es ganz schnell auf der linken Seite, vorne staubte der quirlige Teklab ab. Das war die Vorentscheidung.

Später wollte Hemmerich noch einen Elfmeter, die Preußen versuchten dies und das. Aber nach dem 2:0 waren alle offenen Fragen geklärt – der späte Anschlusstreffer änderte nichts mehr am Gesamtbild. Das Ding hatte der SCP gewuppt.

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