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Fußball: Regionalliga

Preußen Münster verliert bei Fortuna Köln

Köln

Ein Sieg bei Fortuna Köln hätte dem SC Preußen Münster für zumindest 14 Stunden die Regionalliga-Führung beschert. Stattdessen setzte es eine 2:3-Niederlage – und die Preußen sind auch in der Liga wieder auf Normalmaß geschrumpft.

Von Alexander Heflik

Die Vorentscheidung: Ex-Preuße Dominik Lanius köpft ungehindert zum 2:1 für Köln ein, SCP-Keeper Marko Dedovic ist machtlos. Foto: Jürgen Peperhowe

Preußen Münster gerät ins Hintertreffen in der Regionalliga. Mit leeren Händen musste das Team von Trainer Sascha Hildmann die Heimreise antreten, das 2:3 (1:1) bei Fortuna Köln dürfte ganz tief sitzen. Den Trend der letzten Wochen konnte sein Team im Südstadion nicht umkehren, nach RW Essen (2:3) und dem Wuppertaler SV (0:0) reichte es gegen einen weiteren Mitbewerber um den Aufstieg nicht zum Sieg, auch nicht zum Teilerfolg. Der Plan war ein anderer, mit einem Sieg hätte der SCP zumindest über Nacht die Tabellenführung übernehmen können.

Zu leichte Gegentore

„Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht“, rätselte Trainer Sascha Hildmann nach der Partie. Die Kölner agierten dagegen extrem effektiv, nutzten ihre wenigen Möglichkeiten konsequent aus. Und, so Hildmann weiter: „Das nervt mich ohne Ende. Aufwand und Ertrag stimmen einfach nicht. Wie viele Chancen wollen wir noch haben.“

Erneut ließ der SCP zu leichte Gegentore zu und nutzte seine Hochkaräter nicht. „Das Selbstverständnis der ersten Wochen fehlt. Mit diesem Ergebnis kann man auf keinen Fall zufrieden sein. Wir werden sehr, sehr hart arbeiten müssen und die ganzen Fehler aufarbeiten“, befand Sportchef Peter Niemeyer geknickt. Nur sechs Punkte aus den letzten sechs Partien sind eine schlechte Tendenz, durch und durch unbefriedigend für die so ambitionierten Preußen.

Marquet legt vor

Verwunderlich war, dass der SCP fast schon lethargisch in die Partie startete. Köln gewann sofort mehr Zweikämpfe, mehr zweite Bälle, war immer irgendwie zur Stelle. Das war sinnbildlich für die Preußen der Anfangsphase, die immer zu spät kamen. Und bereits nach 13 Minuten lag die Fortuna vorn, als zunächst Ismail Harnafi nach abgesessener Rot-Sperre den Pfosten traf, im Nachschuss räumte Sascha Marquet die Reste ab. Köln führte früh – und der SCP wusste nicht, was er so recht damit anfangen sollte.

Das roch bedrohlich nach einem gebrauchten Freitag im Rheinland. Abwehrchef Simon Scherder, der praktisch zu langen Bällen in der Spieleröffnung gezwungen wurde, spielte eine Reihe ungenauer Pässe. Nicolai Remberg und Jules Schwadorf suchten zunächst vergeblich das Gemeinschaftsgefühl, welches in der Mittelfeldzentrale benötigt wird. Und vorne, da lief erstmals wenig, oder besser gesagt nix.

Schulze Niehues fällt kurzfristig aus

Langlitz macht sich lang: 1:1

Nach 25, vielleicht auch erst nach 30 Minuten fand der SCP in das Spiel gegen förmlich entflammte Kölner. Schüsse von Henok Teklab (24.) und Jules Schwadorf (28.) kündigten eine Stabilisierung der Lage aus Sicht der SCP an. Nach 33 Minuten, als Hildmann seine Reservisten längst zum Warmmachen beordert hatte, vergab Schwadorf aus fünf Metern das sichere 1:1. Nun gut, es war schwerer über das Tor zu schießen als auf das Gehäuse, doch zumindest hatten die Preußen die letzten Reste von Schlaftrunkenheit abgelegt. Sie waren endlich hellwach im Verfolgerduell.

Und schau an, die Fortunen waren prompt beeindruckt als die Gäste ihre Pressingmaschine anwarfen. Wenig später dann der Ausgleich, als Julian Schauerte sich auf der rechten Seite durchsetzte und Alexander Langlitz mit der Fußspitze den Ball ins Tor streichelte. Die Preußen trauerten dann, weil Schiedsrichter Fasihullah Habibi aus Duisburg zur Pause pfiff – mitten im Sturm und Drang. Hildmanns Männer hätten jetzt gerne weitergemacht, Köln wackelte in die Pause, so schnell ging das.

Ex-Preuße Lanius per Kopf

Dem SCP konnte es nicht schnell genug weitergehen, die Preußen warteten auf die Fortuna. Gleich nach Wiederanpfiff hatte Teklab (52.) eine gute Schusschance, dann vergab Gerrit Wegkamp (62.) per Kopf das 2:1, der SCP nun am Drücker. Aber Köln traf, exzellente Minimalisten halt, als Ex-Preuße Dominik Lanius (72.) nach Ecke von Maik Kegel das 2:1 köpfte, wenig später lenkte Hoffmeier eine Torwartabwehr von Dedovic ins eigene Tor zum 1:3. Das 2:3 durch den eingewechselten Deniz Bindemann kam zu spät – die Punkte waren weg, und Münster ebenso weit vom Platz an der Sonne.

Mindestens 600 Fans aus Münster

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