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Fußball: Regionalliga West

Preußen Münsters rabenschwarzer Abend in Rödinghausen

Rödinghausen

War es das schon? Preußen Münster verliert sein Spiel beim SV Rödinghausen mit 0:1 – gleichzeitig gewinnt Fortuna Köln 2:0 beim FC Wegberg-Beeck. Dieser Mittwochabend bescherte den Aufstiegsambitionen der Münsteraner eine ganz eklige Kröte, an der sie lange kauen müssen.

Von Thomas Rellmann

Die Entscheidung: Gerrit Kaiser trifft zum 1:0 Foto: Jürgen Peperhowe

Wo auch immer die Gründe für diese schwächste Saisonleistung gelegen haben mögen – das Titelrennen findet in dieser Verfassung womöglich bald ohne Preußen Münster statt. Zumal Fortuna Köln parallel 2:0 in Wegberg-Beeck gewann. Das 0:1 (0:1) bei Angstgegner SV Rödinghausen warf die Adler drei Tage nach dem Abbruch in Essen um Längen zurück. Eine Kraftfrage, eine mentale Sache oder einfach der wie immer eklige Kontrahent? Vermutlich ein Gemisch.

Schwache erste Halbzeit

Trainer Sascha Hildmann wollte nicht ausschließen, dass die Geschehnisse von Essen eine Rolle in den Köpfen spielten, beschränkte sich aber auf die sportliche Analyse. Die fiel harsch aus: „Wir waren zu langsam, zu träge, haben den Gegner ins Pressing gebracht und es ihm leicht gemacht zu verteidigen“, sagte der 49-Jährige und meinte vor allem die erste Hälfte. „Wir konnten uns nie gut befreien. Es fehlte das, was sonst immer da ist. Positionsspiel, Einstellung, Bereitschaft.“

Rödinghausen übernimmt

Nur die ersten Momente waren vielversprechend. Darius Ghindovean verfehlte den Kasten bei seinem zweiten Abschluss hauchdünn (5.). Zurückhaltung hatten sich aber auch die Gastgeber nicht auferlegt – vor allem über Ecken versuchten sie ihr Glück. Nach elf Minuten waren es schon vier. Ein Freistoß brachte dann die Großchance für Gerrit Kaiser, dessen Kopfball Max Schulze Niehues super parierte (13.). Beide Seiten vermieden möglichst den langen Schlag, was die Torhüter manchmal arg in Bedrängnis brachte. Die Partie zog ihren Reiz aus heiklen Pressingsituationen und war jetzt ausgeglichen, Rödinghausen wirkte aber gieriger und cleverer im Zweikampf.

Eine Körpertäuschung von Angelo Langer gegen Thorben Deters brachte Patrick Kurzen in eine gute Position – knapp vorbei (33.). 120 Sekunden später war’s passiert. Wieder war Langer, der Gerrit Wegkamp links davon lief, der Flankengeber. Hinter Schulze Niehues senkte sich der Ball, und Kaiser hatte aus wenigen Metern keine Mühe mit dem 1:0. Damit hatte das eigentliche Spiel begonnen: Anrennen gegen Abwehrschlacht und Konterstrategie. Wie so oft im Wiehenstadion. Münster verzweifelte hier regelmäßig. Schon zur Pause sprach wenig dafür, dass das anders wird. Immer einen Schritt zu spät, dazu konzeptlos im Angriff.

Erwartungsgemäß wurden die Behandlungspausen und andere Unterbrechungen nach der Pause noch ausgiebiger, am glücklosen Auftritt der Gäste änderte sich wenig. Okay, etwas druckvoller wurde es. Aber Wegkamp drückte eine Flanke von Lukas Frenkert nicht über die Linie (55.). „Wir haben viel riskiert“, sagte Hildmann.

Ein gewisser Wille war erkennbar, aber Präzision und Energie wurden mit jedem Augenblick weniger. Auch die Standards verpufften oft kläglich. Fehlpässe häuften sich, die letzten Körner fehlten. Die Rödinghauser hatten erst eine Partie in diesem Jahr bestritten. Mangelnden Rhythmus glichen sie mit großem Einsatz aus. Der SCP stand staunend bis hilflos daneben, auch weil jeder Spielfluss ausgebremst wurde. Dass Youngster Deniz Bindemann Sekunden nach seiner Einwechslung den gefährlichsten Torschuss der zweiten Hälfte abgab, sprach Bände (77.). Jules Schwadorf hingegen traf den Ball nicht richtig (79.), Henok Teklabs Freistoß ging drüber (82.), dann stoppte ihn Keeper Alexander Sebald (87.).

Die großen Anfeuerungsrufe waren auf dem Feld nicht zu vernehmen – von den mitgereisten Fans übrigens auch nicht. Entsprechend frustriert traten sie die Heimreise an. Nicht nur sie. „Wir hätten noch eine halbe Stunde spielen können und hätten kein Tor geschossen“, sagte der Trainer. „Die Niederlage tut richtig weh.“

Statistiken

SVR: Sebald – Choroba, Flottmann, Wolff, Langer – K. Hoffmeier, Wiemann – Kurzen (72. Kaba), Lee (57. Marceta), Bravo Sanchez (85. Ercan) – Kaiser (57. Salman)
SCP
: Schulze Niehues – Schauerte (85. Dahlke), Ziegele, M. Hoffmeier, Frenkert – Kok (59. Schwadorf) – Remberg, Ghindovean (77. Bindemann) – Teklab, Wegkamp, Deters (59. Farrona Pulido)
Schiedsrichter
: Tobias Severins (Rheda-Wiedenbrück)

Tore: 1:0 Kaiser (35.)

Zuschauer: 1500

Gelb: Ercan / Frenkert, Ziegele

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