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Fußball: Regionalliga West

Seine Spezialität sind Aufstiege: Preußen-Rückkehr von Marc Lorenz perfekt

Münster

Lange hatte es sich angebahnt, nun ist das Comeback offiziell. Marc Lorenz verstärkt Preußen Münster zur neuen Saison und kehrt damit in seine Heimatstadt zurück. Der 33-Jährige war zuletzt für den Karlsruher SC in der 2. Bundesliga am Ball.

Von Thomas Rellmann

Marc Lorenz wechselt vom KSC nach Münster. Foto: Jürgen Peperhowe

Schon mal aufgestiegen“ ist ein beliebtes Siegel bei Transfers. Die Steigerung an der Hammer Straße lautet: „Schon mal aufgestiegen mit Preußen Münster“. Das trifft jedoch nur noch auf einen einzigen aktiven Fußballprofi zu. Genau der kehrt jetzt zu seinen Wurzeln zurück. Marc Lorenz, an dem der Regionalliga-Vize bereits seit einigen Wochen interessiert war, hat für zwei Jahre unterschrieben.

Die beschriebenen Erfolge haben dem Blondschopf, dessen Anfänge beim BSV Roxel und beim 1. FC Gievenbeck lagen, viel Selbstvertrauen gegeben: „Ich glaube, ich weiß, worauf es im Titelrennen ankommt und kann meinen Kollegen die Dinge schmackhaft machen.“

Besser dotierte Anfragen ausgeschlagen

Als Jugendlicher kickte er für den SCP, ließ sich dann beim FC Schalke 04 weiter ausbilden und kehrte von 2009 bis 2011 als Senior schon mal heim. Nun also das erneute Comeback an der Hammer Straße. „Jeder wünscht sich ja irgendwie, noch mal in der Heimat spielen zu können. Kontakt gab’s über Kieran Schulze-Marmeling jeden Sommer. Aber jetzt hat der Verein sich massiv bemüht.“ Der U-23-Trainer klopfte bereits im Februar an, alle schmissen sich ab da ins Zeug, Klarheit gab’s aber doch erst kurzfristig. „Das Umfeld hier hat sich fantastisch entwickelt. Eine Stimmung wie jetzt im Frühjahr hatten wir 2011 nicht.“

Lorenz schlug besser dotierte Anfragen aus der 3. Liga aus. Den 160 Einsätzen in dieser Klasse will er ab 2023 unbedingt weitere folgen lassen. „Ich bin schon stolz auf meinen Werdegang, darauf dass ich noch die 100 Zweitliga-Spiele vollmachen konnte. Aber ich habe auch noch richtig Bock und denke nicht, dass es mein letzter Vertrag ist. Ich kann mir vorstellen, bis 38 oder 40 zu spielen. Verletzt war ich zum Glück selten.“

Jubeln kann Marc Lorenz ausgelassen – auch schon vor zwölf Jahren bei den Preußen. Foto: Jürgen Peperhowe

Schnelle Eingewöhnung

Allerdings bremste ihn in der Vorsaison bei Zweitligist Karlsruher SC, für den er fünf Jahre kickte, eine Schulterblessur aus. Seit 2011 hatte Lorenz auch bei den SF Lotte, Arminia Bielefeld und beim SV Wehen Wiesbaden gespielt. Das nächste Kapitel heißt Münster. Schon am Dienstag stand der Laktattest an. Die Eingewöhnung wird schnell gehen. Seine Frau, mit der er eine kleine Tochter hat, kommt ja auch aus der Stadt, die Familie oder Freunde wie Stephan Tantow und Julian Seeger leben nach wie vor hier und waren Grund für regelmäßige Besuche in der Vergangenheit. Eine langfristige stadtnahe Bleibe steht auf der Wunschliste.

Im Team sollte es auch keine Probleme geben. Mit Max Schulze Niehues hat der Linksfuß, der auf der Seite wie in den vergangenen sieben Jahren vorne, aber genauso hinten spielen kann, bereits als D-Jugendlicher in der Kreisauswahl gemeinsame Sache gemacht. Simon Scherder, Alexander Langlitz und Gerrit Wegkamp, die alle aus der Region kommen, kennt er gut. Ebenso Helge Dahms und Harald Menzel aus dem Funktionsteam.

Ideen für die Zeit nach der aktiven Karriere

„In der ersten Woche werde ich mich etwas zurückhalten, mir ein Bild machen. Aber natürlich habe ich Bock zu führen, dafür wurde ich ja auch geholt.“ Auch wenn er keine Ansprüche erhebt, könnte sogar die Kapitänsbinde nach dem Abschied von Julian Schauerte ein Thema werden. „Er hat einen großen Erfahrungsschatz und sich viele Jahre auf höchstem Niveau bewiesen. Gerade den jungen Spielern wird er guttun“, sagt Sportdirektor Peter Niemeyer.

Auf Sicht und nach der Karriere kann sich der 33-Jährige gut vorstellen, im Fußball zu bleiben. Eine Rolle in der Organisation oder im Management ist für ihn denkbar. Für den angestrebten Sprung in die 3. Liga scheint der Standard- und Einwurfspezialist jedenfalls der richtige Mann. Dreimal packte er sogar den Zweitliga-Aufstieg (2019 mit dem KSC in Münster sowie 2013 und 2015 mit Bielefeld). Und eben die Regionalliga-Meisterschaft mit den Preußen 2011.

Schunke wird Leistungszentrums-Planer

Die Preußen stellen mit Dennis Schunke einen Planer für das geplante Leistungszentrum des Clubs ein. Der 36-Jährige kehrt vom Nachbarn Borussia Münster zurück. An der Hammer Straße wie auch an der Grevingstraße arbeitete er als Jugendtrainer wie auch mit koordinativen Aufgaben.

„Er kennt unsere Nachwuchsabteilung noch sehr gut und bündelt alle wichtigen Kompetenzen, um das Projekt zielgerichtet voranzutreiben“, sagt Sportdirektor Peter Niemeyer, der gemeinsam mit Sören Weinfurtner (Sportlicher Leiter der Jugend) an der Rückkehr arbeitete. Die Borussen ermöglichten den Schritt trotz laufenden Vertrags. „Das ist nicht selbstverständlich und zeigt die gute Zusammenarbeit“, so Niemeyer. Bisher haben sich meist Jugend-Trainer und Funktionäre nebenbei um Schunkes künftigen Bereich gekümmert.

Kein zweiter Rückkehrer

Vom Tisch ist inzwischen eine Verpflichtung von Dennis Grote, der im Winter mit einer Rückkehr geliebäugelt hatte. Daraufhin wurde der 35-Jährige bei Titelrivale RW Essen ausgemustert und spielte ein halbes Jahr bei Wacker Innsbruck.

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