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Fußball: Regionalliga West

Preußen senden im Titelrennen eine schnelle Botschaft nach Essen

Münster

Preußen Münster lässt nicht locker. Gegen den Bonner SC fuhr der Tabellenführer der Regionalliga West den dritten Sieg ohne Gegentor am Stück ein. Alles in Ordnung, alles nach Maß. Dass die lange Überzahl nicht zu mehr Toren führte, war vielleicht der einzige kleine Makel.

Von Alexander Heflik

So feierten Thorben Deters (r.) und Nicolai Remberg das 1:0. Foto: Jürgen Peperhowe

Auf die Botschaft von der Hammer Straße mussten die Sympathisanten von RW Essen nicht einmal fünf Minuten warten, ein Ei wäre nicht hartgekocht gewesen in dieser Zeit. Der Titelanwärter von der Hafenstraße hatte am Freitag mit allerletzter Kraft 2:0 gegen den 1. FC Köln II gewonnen – und die Spitze in der Regionalliga West erobert.

Als Thorben Deters um 14.05 Uhr am Samstag zum 1:0 für Preußen Münster gegen den Bonner SC traf, war das Statement der Elf von Trainer Sascha Hildmann klar. Die Tabellenführung war nur geliehen, für nicht einmal 17 Stunden, eine Art Muskelspiel der Adlerträger. Am Ende hieß es fast schon standesgemäß 3:0 (2:0) für die Preußen, weil auch noch Luke Hemmerich (38.) und Jan Dahlke (90.+2) trafen. Erleichtert wurde die ganze Sache, da sich Sertah Güler eine kuriose Gelb-Rote Karte (24.) abholte und dem BSC einen bärigen Dienst erwies.

Ausrutscher haben Folgen

Immer deutlicher wird, dass nun jeder Ausrutscher fatale Folgen haben wird im Titelrennen. Das kann schon ein Unentschieden sein, was im Umkehrschluss bedeutet, dass der zukünftige Meister in der Regionalliga möglicherweise alle noch ausstehenden Partien gewinnen muss. Münster und Essen liefern sich dabei ein knüppelhartes Fernduell. Jeder schaut auf den anderen, keiner gönnt dem anderen was, warum auch? „Das war typisch Essen“, befand SCP-Coach Sascha Hildmann. „Ich habe gehört, das Spiel war nicht so gut.“ Gemeint war der Auftritt von RWE am Freitag. Der SCP wiederum hat seit der Pleite in Rödinghausen satte 16 von 18 Punkten geholt.

Thorben Deters

Typisch Preußen war aber auch, dass das Team deutlich höher hätte gewinnen können. In der ersten Halbzeit trieb Nicolai Remberg die Gastgeber mit einer für Regionalliga-Verhältnisse fantastischen Leistung voran. Gewann Remberg Zweikämpfe, entstand Gefahr. Er war omnipräsent. So auch beim 1:0, als der 21-Jährige den Ball gewann und gleich maßgerecht zu Deters beförderte. „Der Torwart war beim ersten Kontakt gleich da. Das habe ich dann ganz gut gelöst“, erklärte Deters. Er, der verletzt und erkrankt nur suboptimal ins Fußballjahr 2022 gestartet war, erhöhte damit sein Trefferkonto. „Zehn Tore habe ich bislang noch nie in einer Saison geschossen. Das macht mich stolz“, sagte der 26-Jährige. Für die Preußen dürfte vor allem eines wichtig sein, Deters’ Aufstiegserfahrung: „Das ist mir zweimal in Meppen gelungen, mit der A-Jugend in die Bundesliga und mit der Ersten in die 3. Liga.“

Kok vertritt Corona-Ausfall Klann

Da will der SCP hin. Gegen Bonn kam den Preußen Mitte der ersten Hälfte zur Hilfe, dass Schiedsrichter Karsten Schuh aus Kaarst den Bonner Güler vom Feld schickte. Der BSC-Torjäger schimpfte und schimpfte, auch nach der ersten Verwarnung schimpfte er weiter. So wurde ein Schuh daraus, weil der gleichnamige Referee in einem Anflug von theatralischtauglicher Dramatik Doppel-Gelb und dann Rot zeigte. Alles in einem Abwasch. Bemerkenswert

So wurde es für die Preußen zu einer leichten Aufgabe. Chancen gab es im Füllhorn, aber erst ein Kopfball-Lupfer von Luke Hemmerich half zum 2:0 nach 38 Minuten sorgte für Beruhigung.

So haben die anderen gespielt

Als nach einer weiteren Halbzeit abgepfiffen wurde, gab es keine große Manöverkritik, nur Detailfragen an den siegreichen Coach Hildmann. Warum er den jungen Deniz Bindemann so früh herausgenommen hatte, obwohl der Spielpraxis und Wettkampfhärte benötigt. Oder warum Jan Dahlke so spät ins Spiel kam, obwohl auch der Joker dringend Minuten und Tore gebrauchen kann. „Mehr Tore hätte ich mir auch gewünscht“, so Hildmann. „Das war ein bisschen ein Hase-Igel-Spiel, wir haben hinten nichts zugelassen. Aber vorne fehlte manchmal etwas Zug.“

So mussten alle lange warten. Dahlke blieben nur fünf Minuten, aber als Gerrit Wegkamp mit der x-ten Chance der Hausherren nicht getroffen hatte, staubte er ab zum 3:0. Und das mit besten Grüßen nach Essen: Für den Augenblick hat der SCP nun auch das bessere Torverhältnis, ein kleiner Bonuspunkt im Titelrennen.

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