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Fußball: Regionalliga West

Preußen starten mit knappem Pflichtsieg gegen Wegberg-Beeck

Münster

Pflicht erfüllt - mehr aber auch nicht. Preußen Münster ist mit einem 1:0 (1:0)-Sieg gegen den abstiegsgefährdeten FC Wegberg-Beeck ins neue Jahr gestartet. In Gefahr geriet der Favorit kaum, aber er ließ in Überzahl wieder beste Chancen liegen.

Von Thomas Rellmann

Rückkehrer Lukas Frenkert (r.) spielte gleich von Anfang an - vor fast leeren Rängen. Foto: Jürgen Peperhowe

Im Titelrennen der Regionalliga West war das sicher kein Ausrufezeichen von Preußen Münster. Das 1:0 (1:0) gegen den FC Wegberg-Beeck glich lange einer eher müden Veranstaltung. Als der Kapitän der Gäste die Ampelkarte sah, ließ der SCP, der das Geschehen ansonsten weitgehend unter Kontrolle hatte, zum wiederholten Mal größte Gelegenheiten ungenutzt. Alles in Ordnung, aber doch kein Glanzstart in die entscheidenden Monate.

Torschütze des Tages war wieder einmal Thorben Deters. Der Offensivspieler räumte auch ein: „Die Chancenverwertung in der zweiten Halbzeit war eine Katastrophe. Mit einem Mann mehr müssen wir hier 4:0 gewinnen. Wir mussten erst mal wieder in den Rhythmus finden, den Zuschauern haben wir sicher kein Spektakel geboten. Aber der Sieg war wichtig.“ Neuzugang Lukas Frenkert sprach von einem „harten Kampf“. Der Blondschopf meinte: „Den Stress am Ende hätten wir nicht haben müssen. Letztendlich zählen die drei Punkte.“

Trainer Sascha Hildmann war zwar happy über die Punkte, aber auch nicht mit allem einverstanden. „Wir hatten am Anfang zu lange Ballpassagen, sodass wir die begrenzten Lücken nicht gefunden haben. Der Gegner hat gut verteidigt. Das Tor war dann aber super herausgespielt. Erst als Wegberg aufgemacht hat, hatten wir die klaren Chancen. Steigern müssen wir uns auf jeden Fall noch.“

Thorben Deters

Die elf Spieler, die das Startelf-Mandat bei den Preußen erhielten, waren keine große Überraschug. Rückkehrer Frenkert „klaute“ Marvin Thiel den Platz hinten links, Simon Scherder bekam im Abwehrzentrum den Vorzug vor Robin Ziegele. Überraschend war aber der kleine Verschiebebahnhof in der Offensive. Gerrit Wegkamp rückte halblinks auf die Achterstelle im Mittelfeld, Alexander Langlitz begann stattdessen im Sturmzentrum - und Deters wich auf den linken Flügel aus.

Erste Chance durch Teklab

Wegberg postierte sich wie erwartet tief. Erste Chancen hatten Henok Teklab per Freistoß, den Stefan Zabel parierte (7.), und Frenkert per Kopf bei der anschließenden Ecke (8.) trotzdem. Der natürlich ramponierte Rasen machte Kombinationsfußball nicht leicht, sah aber vergleichsweise okay aus. Mühsam war es allemal aus Sicht des Tabellendritten, manchmal wirkte der Aufbau sehr bedächtig. Erst mal reinfinden, auch in die holprigen Gegebenheiten.

Doch die Geduld zahlte sich aus. Mit dem mit Abstand besten Angriff ging der Gastgeber gleich in Front. Dominik Klann schnappte sich den Ball in der gegnerischen Hälfte und spitzelte ihn sofort auf Teklab weiter, auch der fackelte nicht lang und schickte Langlitz steil, der aus spitzem Winkel nicht draufhielt, sondern noch mal scharf querlegte: Und da war Deters zur Stelle und schob zum 1:0 ein (29.). Sein neuntes Saisontor!

Langlitz an den Pfosten

Drei Minuten später hätte es der 26-Jährige beinahe gleich noch mal scheppern lassen, sein Schuss aus 16 Metern wurde aber zur Ecke abgefälscht. In deren Folge jagte Langlitz die Kugel aus der Drehung an den Pfosten (32.). Auf der anderen Seite verschluderte Jonathan Benteke eine dicke Kopfballchance, nachdem Jeff-Denis Fehr auf der linken Seite Scherder aussteigen lassen hatte (36.). Völlig eingeigelt trat der Außenseiter nicht mehr auf.

Dennoch war der Vorsprung zur Pause selbstredend hochverdient. Am Bild änderte sich auch nach dem Seitenwechsel nicht viel. Ein toller Frenkert-Antritt über links brachte Deters einmal mehr in Schussposition - Außennetz (51.). Es war aber für längere Zeit der einzige zwingende Moment. Die Hausherren führten und hatten nicht mehr den Druck, viel zu riskieren. Allerdings war das Ergebnis ja durchaus knapp, und aufs zweite Tor gingen sie nicht gerade. Alles doch recht langsam, nicht zielstrebig.

Gelb-Rot für Passage

In Fahrt kam die Partie erst wieder, als Maurice Passage einen Konter über Wegkamp unfair bremste und bereits verwarnt dafür vom Platz flog (72.). Dem guten Klann bot sich aus der Distanz auch gleich in Überzahl eine Schussmöglichkeit, doch Zabel riss die Fäuste hoch (73.). Manuel Farrona Pulido hätte die Entscheidung nach einer Deters-Flanke besorgen müssen, doch den Kopfball entschärfte erneut der Torhüter (77.). Spätestens ein schöner Konter über Julian Schauerte und Deters hätte das zweite Tor bringen müssen, doch Langlitz grätschte Zabel den Ball in die Arme (80.). Noch ein Beispiel? Deters-Steilpass auf den völlig freien Farrona Pulido - drüber (81.)!

Das war fahrlässig. Jeder im Stadion dachte an die verschenkten Punkte im Dezember in Köln und gegen Gladbach. Offenbar auch Hildmann, der unter anderem Thiel für Deters brachte und damit etwas mehr Abwehrpower. Der Abstiegskandidat wurde jedoch überhaupt nicht mehr zwingend. Farrona Pulido scheiterte noch mal an Zabel (90.+1), doch nach dreiminütiger Nachspielzeit machte sich Erleichterung bei den Preußen breit.

SCP: Schulze Niehues - Schauerte, Scherder, Hoffmeier, Frenkert - Klann - Remberg, Wegkamp - Teklab (57. Farrona Pulido), Langlitz (82. Bindemann), Deters (82. Thiel)

FCWB: Zabel - Passage, Hühne, Wilms, Meurer - Weggen, Redjeb (88. Abdelkarim) - Hoffmanns, Hasani, Fehr - Benteke (63. Arifi)

Schiedsrichter: Robin Delfs (Bottrop) - Tore: 1:0 Deters (29.) - Zuschauer: 750 - Gelb: Hoffmanns, Wilms, Weggen - Gelb-Rot: Passage (72.)

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