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Basketball: 2. Bundesliga Pro A

„Tut weh“: Baskets melden sich mit Overtime-Drama in der neuen Liga an

Hagen

Spiel eins in der Pro A für die WWU Baskets Münster – und gleich ein richtiger Krimi. Bei Phoenix Hagen kämpft sich das Team von Coach Björn Harmsen bis in die Verlängerung, wo Baskets-Fehler die Entscheidung bringen.

Dank an die rund 150 mitgereisten Fans: Die WWU Baskets verkauften sich teuer bei Phoenix Hagen und verloren bei der Premiere in der Pro A nur denkbar knapp. Foto: Jürgen Peperhowe

Mit was für einem Drama haben sich die WWU Baskets Münster bitte in der 2. Bundesliga Pro A vorgestellt? Bei Phoenix Hagen lieferte der Zweitliga-Neuling 40 Minuten eine ganz starke Vorstellung ab, hatte die Hand am überraschenden Sieg. Am Ende aber verlor die Mannschaft von Trainer Björn Harmsen in der Ischelandhalle nach Verlängerung mit 81:88 (34:31, 75:75). „Es ist schade, dass wir dieses Spiel verloren haben. Und so knapp zu verlieren, tut noch mehr weh. Am Ende ist es die Unerfahrenheit, die den Ausschlag gegeben hat“, sagte Harmsen.

Mit Andreas Seiferth und Adam Touray auf den großen Positionen, dazu mit Cosmo Grühn sowie den Guards Connor Harding und Jasper Günther, der an seine ehemalige Wirkungsstätte zurückkehrte, begannen die Baskets ihr Debüt – und das überzeugend. Zwar kassierte der Pro-A-Neuling zunächst einen Dreier von Hagens Kapitän Marcel Keßen, doch die nächsten acht Zähler – darunter vier von Hilmar Petursson – wanderten auf das Konto der Gäste. Münster war sofort da, verteidigte gut und profitierte auch ein bisschen von der schwachen Dreier-Quote Hagens (zwei von zwölf). So lagen die Baskets nach dem ersten Viertel hauchdünn mit 13:12 vorne – und spürten, dass die Feuervögel vielleicht doch nicht so übermächtig wie im Vorfeld erwartet sein könnten.

Fast 2000 Zuschauer in Hagen

Mit diesem Gefühl startete der Gast in die zweiten zehn Minuten. Ex-Kapitän Thomas Reuter per Dreier und Günther stellten flugs mal auf 18:12, nach einem weiteren erfolgreichen Distanzwurf von Reuter schraubte sein Nachfolger Seiferth mit vier Punkten das Resultat auf 27:20 (15.). Ja, die Baskets nervten den Gastgeber, präsentierten sich hier als Aufsteiger der besseren Sorte, der nach einem verwandelten Freiwurf von Darien Jackson zur Pause eine Drei-Punkte-Führung inne hatte.

1906 Zuschauer, darunter knapp 150 Baskets-Anhänger, vermochten bis hierher keinen Unterschied zwischen einem klaren Playoff-Kandidaten und einem Pro-A-Novizen auszumachen.

Zahlen und Fakten

Und das änderte sich auch nicht nach dem Ausgleich durch Kyle Castlin, im Gegenteil: Grühn mit seinen ersten vier Punkten und Harding mit weiteren fünf schoben Münster mit dem 9:0-Lauf mächtig an – 43:34 (26.). Die Hausherren waren jetzt angepiekst, nach Günthers Turnover animierte Hagens Tim Uhlemann die Fans in der „Ischehölle“.

Der Gastgeber musste zulegen – und tat dies, war nach Uhlemanns Dreier wieder dran (45:43, 29.). Das Momentum, das sich Harmsens Truppe erarbeitet hatte, war nun auf die Hagener Seite gewandert. Doch wieder blieben die Baskets stabil, ließen sich nicht schocken. Reuter war von der Freiwurflinie ebenso cool wie Günther, dann verwandelte der Ex-Kapitän mit der Sirene seinen vierten Dreier zum 53:49 – ganz stark diese Antworten.

Seiferth und Keßen im Kopf-an-Kopf-Duell

Da lag was in der Luft. Zumindest war alles bereitet für ein dramatisches Finish, in das Hagen nach einem 55:61-Rückstand noch mit einem 63:61 ging. 4:38 Minuten waren da noch auf der Uhr, Münster lag erstmals seit dem 0:3 zurück. Und nun? Wurde es hitzig: Keßen zettelte bei Hagens 68:66 ein Duell mit Seiferth an, Kopf an Kopf standen sich die Hünen gegenüber – und kassierten beide ein unsportliches Foul. Seiferth war es egal, von der Linie glich er aus (38.).

Drei Fragen an
Jasper Günther

Was für ein Spiel, das Harding aus der Distanz 91 Sekunden vor Schluss auf 73:72 stellte. Und der Amerikaner egalisierte auch nach Castlins Dreier, ehe Touray mit einem Block den Baskets den Ball bescherte. Der Sieg war greifbar, doch Günthers Versuch geriet zu kurz, und Tourays Rebound landete irgendwie bei Phoenix. 6,3 Sekunden, Auszeit – und Verlängerung, da Castlins Wurf vom Ring zurückprallte.

Die eröffnete Grühn mit drei Zählern, JJ Mann glich direkt aus. Es war der Auftakt des Hagener 8:0-Laufs und gleichzeitig das Ende der münsterischen Hoffnungen, die Grühn noch einmal befeuerte (81:83). Doch Keßen und Mann bestraften die Baskets-Fehler. Der Neuling war geschlagen, durfte die Halle aber erhobenen Hauptes verlassen. „Gerade kann ich wenig Positives aus dieser Partie ziehen“, sagte Harmsen mit dem Wissen, dass ein Coup möglich war.

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