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Volleyball: Bundesliga Frauen

Punktlos im Geisterspiel – wehrhafter USC Münster verliert in Dresden

Münster

Alles rausgehauen, gut gespielt – und doch punktlos geblieben. Der USC Münster forderte am frühen Samstagabend den Deutschen Meister heraus, ärgerte den Dresdner SC lange und hartnäckig. Verlor aber nach 112 Spielminuten in vier Sätzen. Doch der Auftritt der Unabhängigen gehörte durchaus in die Kategorie „sehenswert“.

Von Henner Henning

Marta Hurst, die für die verletzte Erika Kildau auf der Libera-Position spielte, unterlag mit dem USC in Dresden, zeigte aber mit ihren Teamkolleginnen beim 1:3 eine ansprechende Leistung. Foto: Jürgen Peperhowe

Lange hatte sich der USC Münster gewehrt, hatte dem amtierenden Meister knapp zwei Stunden lang alles abverlangt – um am Ende mit leeren Händen dazustehen. Die Mannschaft von Trainerin Lisa Thomsen unterlag beim Dresdner SC (1:3 (22:25, 21:25, 25:15, 21:25), zeigte dabei aber einen lebhaften, couragierten Auftritt.

Für ein USC-Quartett war der Trip nach Dresden eine Reise in die Vergangenheit. Barbara Wezorke, Juliane Schröder, Elena Kömmling und Meghan Barthel, die als einzige der vier nicht in der Startformation stand, spielten einst an der Elbe. Und an der fühlte sich der USC zu Beginn richtig wohl, setzte erste Akzente gegen den DSC, der am Mittwoch noch in der Champions League Lokomotive Kaliningrad 0:3 unterlegen war. Maria Schlegel punktete mit ihrem Aufschlag gegen Jennifer Janiska zum 3:1, wenig später ließ Schröder an alter Wirkungsstätte drei Zähler zum 9:8 folgen. Münster begegnete dem Deutschen Meister auf Augenhöhe, DSC-Coach Alexander Waibl griff beim 14:14 zur ersten Auszeit – weil Münster hartnäckig blieb.

Kicka zur Satzführung

Zumindest bis zum 17:17 von Iris Scholten, dann aber leiteten die ehemalige USC-Spielerin Linda Bock und Diagonalangreiferin Maja Storck Dresdens Satz-Endspurt ein. Auf 23:18 enteilte der Favorit, den Münster aber weiter auf Trab hielt. Marta Hurst, die für die verletzte Erika Kildau wieder Libera spielte, wehrte zweimal stark ab und bereitete so den Weg für Scholtens 19:23, auch die drei verhinderten Satzbälle inklusive eines Netzroller-Asses von Scholten zeigte Münsters Wehrhaftigkeit. Doch Kristina Kicka, gerade erst eingewechselt, machte den Strich für Dresden unter Abschnitt eins.

Valkova mit zwei Aufschlagpunkten

Es waren nur wenige Augenblicke, die den USC den ersten Durchgang kosteten. Über weite Strecken waren die Gäste ebenbürtig, knüpften auch nach dem Seitenwechsel an ihre gute Leistung an. Zuspielerin Katerina Valkova eröffnete gleich einmal mit zwei Aufschlagpunkten gegen Sophia Dreblow, wenig später stellte Kömmling auf 8:5. Die Unabhängigen machten ihre Sache gut, zeigten die von Thomsen zuletzt bei 0:3 gegen Suhl vermisste „Emotionalität und Galligkeit“, nicht nur mit zahlreichen guten Abwehraktionen. 10:6 und dann auch noch 15:13 nach Wezorkes Servicewinner gegen Dreblow – Münster lieferte dem Titelkandidaten das „heiße Match“, wie Waibl im Vorfeld vermutet hatte, machte den Sächsinnen richtig Dampf. Als es in die Crunch Time des Satzes ging, war der USC voll im Geschäft – und musste dann wieder abreißen lassen. Diesmal kostete eine 0:5-Serie nach dem Schlegel-Punkt zum 20:19 alle Möglichkeiten, auch weil sich die Thomsen-Schützlinge zwei, drei Fehler im Angriff (Schlegel, Scholten) und Annahme (Hurst) erlaubten. So war es diesmal Nationalspielerin Jennifer Janiska, die dem DSC einen weiteren Satzgewinn bescherte.

Scholten zum Satzgewinn

Zweimal gut und lange mitgespielt, zweimal ohne Ertrag geblieben. Das kann Spuren hinterlassen – nicht aber beim USC. Unbeeindruckt machte der Gast weiter, glaubte weiter an die sicher nur noch minimale Chance, Zählbares auf die Heimfahrt mitzunehmen. Mit Valkova beim Aufschlag und der wieder erstarkten Scholten setzte sich Münster auf 10:5 ab, legte dann durch Nikolina Maros auf 17:9 nach. Respekt, wie die Unabhängigen in der Margon-Arena auftraten. Es klappte in dieser Phase viel bis fast alles, munter marschierte der USC zum Anschluss, den Scholten perfekt machte.

7:2 und 12:6 vorne

Münster war weiter mitten im Match, ein zartes Pflänzchen namens Hoffnung wuchs stetig. Erst recht nach dem guten Start in den vierten Abschnitt. 7:2 führte der Gast zügig, packte wenig später noch einen Punkt auf das Polster drauf (12:6). Ja, die Unabhängigen ärgerten den DSC mächtig, Waibl war alles andere als zufrieden. Auf die Dresdner Qualität im Kader jedoch kann sich der Coach verlassen. Sein Team steigerte sich, glich zum 17:17 aus und entschied angeführt von der starken Schweizerin Storck, die erst zum 20:18 punktete und dann per Aufschlag nachlegte, die Partie. Nach Kömmlings am Doppelblock gescheiterten Angriff war Münster geschlagen. Doch in den 112 Spielminuten hinterließ der USC einen guten Eindruck – auch wenn er ohne Zählbares zurückreisen musste.

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