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Fußball: Tribünengespräch

Gievenbecks Coach Reckels lobt Westfalia - Nullacht punktlos

Münster

Die Trends des ersten Spieltags bestätigten sich im Westfalenliga-Derby nicht. Westfalia Kinderhaus lieferte einen fast makellosen Auftritt, der 1. FC Gievenbeck tat sich sehr schwer. Trotzdem gab es für beide dieselbe Punktzahl. Noch keinen Zähler hat hingegen Bezirksligist SC Münster 08. Sorgen macht sich Trainer Julian Wiedenhöft dennoch nicht.

Von Thomas Rellmann und Jonas Austermann

Das Derby war hart und umkämpft, aber fast immer fair: Hier gratuliert Westfalias Martin Lambert (l.) dem Gievenbecker Manuel Beyer zum Ausgleich per Elfmeter. Foto: Thomas Rellmann

Die einen gelten als Anwärter für das vordere Drittel, die anderen müssen sich nach einem gewaltigen Umbruch erst mal sammeln. Doch obwohl der 1. FC Gievenbeck im ersten Derby der Saison favorisiert war, tat er sich bei Westfalia Kinderhaus extrem schwer und holte ein schmeichelhaftes 1:1. „Wir wissen, dass es hier immer unangenehm ist“, sagte Trainer Florian Reckels und hatte sicher das 0:2 in der Vorsaison im Hinterkopf.

„Westfalia ist brutal gefährlich bei langen Pässen und Einwürfen, bei Freistößen – und dann immer vor allem bei den zweiten Bällen“, beschrieb der Coach die Stärken des Stadtrivalen. „Zum Glück hat der Gegner die Chancen und Räume nicht genutzt.“ Besonders Torschütze Marvin Kehl hatte es dem 39-Jährigen angetan. „So einen sieht man in der Westfalenliga nicht oft, ein Wahnsinnsspieler.“ Vor allem, wenn man bedenkt, dass der 24-Jährige, der bis vor einem Jahr für den PSV Neumünster spielte, tags zuvor noch für die Futsaler des UFC Münster sein Debüt mit zwei Toren gefeiert hatte.

Routiniers kommen nach der Pause

Dem FCG taten wiederum die Erfahrung und Qualität, die von der Bank kamen, dann gut. Philip Röhe, Henning Dirks, Guglielmo Maddente und Jannik Balz durften erst nach der Pause ran. Alle hatten wenig trainieren können zuletzt. Wohl dem, der diese Routiniers in der Hinterhand hat.

Das kann Julian Wiedenhöft beim SC Münster 08 nicht von sich behaupten. Der Kanalclub hat in der Bezirksliga einen blitzsauberen Fehlstart hingelegt – 1:5 in Emsdetten, 1:4 in Recke. „Wir werden nicht verzweifeln und jetzt durchdrehen“, sagt Nullachts Trainer. „Wir zahlen gerade Lehrgeld, das ist ganz typisch, wenn man eine so junge Truppe zusammen hat.“

Zweimal führte Wiedenhöfts Team, zweimal holte es den Gegner mit bösen Fehlern zurück ins Spiel. Dass mit Malte Höppner, Dennis Hamsen, Nico Rehberg, Julius Caßel, Thilo Dierkes, Justus Schwarzer, Luca Lapke und Christopher Hömann gleich acht Mann ausfallen, die für die erste Elf in Frage kommen, will der Trainer nicht als Ausrede gelten lassen. Er räumt aber ein: „Das tut schon weh. Unser Spiel sähe mit diesen Jungs etwas anders aus.“

Wiedenhöft setzt bewusst auf die Jugend

Gleichwohl setzt Nullacht, das seinen Bezirksliga-Kickern keinen Cent zahlt, ganz bewusst auf die Jugend. Mit Leonhard Pohlmeyer, Felix Groetzner und Finn Lenze mischten schon drei U-19-Spieler mit. Dass der eine oder andere Liga-Konkurrent die Münsteraner als Aufstiegskandidaten sah, lässt beim Kanalclub ohnehin alle kalt. „Intern haben wir dieses Ziel nie ausgegeben“, erklärt Coach Wiedenhöft. „Wir haben eine gute Truppe und wollen uns weiterhin unter den ersten fünf einpendeln.“

Aber Nullachts Trainer betont auch: „Ich will unsere Spieler nicht schlechtreden, aber uns fehlen ein, zwei Unterschiedsspieler – solche wie zum Beispiel Christian Keil, Manuel Beyer oder Nils Johannknecht.“

Die nächste Chance auf die ersten Punkte bietet sich am kommenden Sonntag – ausgerechnet beim SC Greven 09. Für Wiedenhöft der absolute Favorit auf den Aufstieg. „Wir wollen sie ärgern“, gibt der Trainer vor.

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