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Rudern: Deutschland-Achter

RVM-Neuzugang Jasper Angl will mit dem A-Team zu Olympia

Münster

Der Deutschland-Achter ist und bleibt das große Ziel der deutschen Ruderer. Ins Flaggschiff des Verbandes zieht es auch Jasper Angl, Neuzugang beim RV Münster. Den Sprung in den Trainingskader hat der 21-Jährige schon geschafft, jetzt nimmt er vorausschauend Paris ins Visier.

Von Ansgar Griebel

Im ersten Coronajahr 2020 saßen Schlagmann Jasper Angl (2.v.r.) und einen Platz dahinter Ole Kruse im deutschen Junioren-Achter. Jetzt wollen die beiden Ruderer vom RV Münster Rollsitze im „großen“ Achter erobern. Foto: Detlev Seyb

Das A-Team ist in die Jahre gekommen: Sergeant Bosco „B. A.“ Baracus, Captain H. M. Murdock, Lieutenant Templeton „Face“ Peck und Colonel John „Hannibal“ Smith traten erstmals 1983 in Erscheinung und schrieben fortan Seriengeschichte und schafften es auch als Blockbuster ins Kino. 39 Jahre später und im nächsten Jahrtausend droht dem Action-Quartett Konkurrenz. Wenn man Ruderer Jasper Angl nach seinen Zukunftsplänen fragt, dann geht es zwingend ums A-Team. „Da will ich schon gerne rein“, sagt der Neuzugang des RV Münster selbstbewusst.

Sehnsuchtsziel Deutschland-Achter

Man ahnt an dieser Stelle, dass es Jasper Angl nicht nach Hollywood zieht, sondern „nur“ nach Dortmund, ins Hauptquartier der besten Deutschen Riemenruderer. Hier trainiert das Team Deutschland-Achter – kurz das A-Team, das mit den Namensvettern aus Übersee aber zumindest gemein hat, dass die alten Kämpen in den verdienten Ruhestand gehen und neue Kräfte benötigt werden. Einer davon dürfte Jasper Angl sein, der vom schönen Bodensee nach Westfalen gewechselt ist und das Trikot des RV Neptun Konstanz gegen die Rennanzüge mit dem blauen Stern vom RV Münster getauscht hat.

Dortmund, Bochum Münster

Angl wohnt in Schlagdistanz zum Bundes-Stützpunkt in Dortmund, studiert angewandte Informatik in Bochum und startet für Münster – eine gute Mischung, wie er sagt. So ganz viel hat er von Münster noch nicht gesehen, aber „die Innenstadt ist insgesamt sehr attraktiv“ und naturgemäß gefällt es ihm am beziehungsweise auf dem Dortmund-Ems-Kanal. „Besonders im Sommer ist da die Stimmung gut.“

Der Fokus liegt allerdings jetzt und in den kommenden Jahren auf Dortmund und dem Rudern. Aktuell zählt Angl wie auch sein langjähriger Zweierpartner in Juniorenzeiten Ole Kruse zum erweiterten Kader des Deutschland-Achters, ist aus dem Juniorenbereich bereits in die gut 20-Mann-starke Trainingsgruppe der „Großen“ gerutscht. „Da soll es hingehen. Das ist schon mein Ziel und irgendwann dann auch die Olympischen Spiele“, blickt Angl nach vorne.

Da in den letzten Monaten viele Rollsitze im Flaggschiff des DRV freigeworden sind, ist die Gelegenheit gut – und mithin Paris 2024 das angesagte Ziel, die Olympiaträume zu verwirklichen. Auf dem Weg dorthin gilt es allerdings noch unzählige Trainingskilometer zurückzulegen „und auch viel Zeit auf dem Ergometer zu verbringen. Das ist im Seniorenbereich noch wichtiger und da muss ich noch dran arbeiten.“ Natürlich hilft es auch, internationale Medaillen in der persönlichen Bewerbungsmappe zu hinterlegen. Im Jahr 2022 böten sich dafür die U-23-Weltmeisterschaften im italienischen Varese oder die A-WM im tschechischen Racice an. Beides attraktive Optionen: Varese mit Vorteilen in der touristischen B-Note – „außerdem war ich da noch nicht“, Racice dagegen „ist als Regattaplatz nicht so attraktiv“, sagt Angl, hat aber in diesem Jahr das höherwertige Event zu bieten. „Aber auch die U-23-WM hat ein sehr hohes Niveau“, so Angl, der seinen Trainern die Reiseplanung überlässt. Und es muss auch nicht zwingend der Achter sein. „Nein, ich fahre auch gerne in anderen Booten“, sagt Angl, „aber lieber wäre mir schon der Achter.“ Denn nur der darf den Namen A-Team tragen.

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