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Fußball: Westfalenpokal

RW Ahlen müht sich ins Semifinale und blickt nach Münster

Ahlen

Es war kein Vergnügen, das Westfalenpokalspiel für RW Ahlen in Vreden. Bodennebel, Raureif – nasskalt. Und zur Erwärmung trug das Spiel auch nicht bei. Immerhin aber ersparte Bennet Eickhoff dem Fußball-Regionalligisten ein Elfmeterschießen, machte mit seinem Treffer zum 2:1 den Sieg gegen den Oberligisten und den Einzug ins Halbfinale perfekt. Auf den Gegner muss RWA bis zum 8. Dezember warten. Dann wird ausgelost.

-uwe-

Abgeblockt: Was in dieser Szene Sebastian Mai (l.) gegen Marvin Hakvoort gelang, traf auf den Vredener Versuch zu, RW Ahlen aus dem Pokal zu werfen. Foto: Kreisel

Bodennebel auf dem Vredener Kunstrasennebenplatz, unter der funzeligen Trainingsbeleuchtung rücken die Zuschauer fröstelnd enger zusammen. Es droht Raureif. Nein, Pokal ist nichts für Feiglinge. Wirklich richtig warm wurde RW Ahlen tatsächlich erst, als die unwirtlichen 90 Minuten endlich überstanden waren. Der Oberligist SpVgg Vreden war dem hohen Favoriten gestern Abend wie erwartet ein spitzer Stein im Fußballschuh. Mit einem mühseligen 2:1 ackerte sich Ahlen ins Halbfinale des Westfalenpokals. Egal, Ziel erreicht. Klappe zu.

Die erste Hälfte gestaltete sich bereits, wie sich Pokalspiele eben so zu entwickeln pflegen. Bei einem Gefälle von einer Klasse meistens zäh, kalt, undankbar und mühsam. Vreden entpuppte sich als gedanklich auf der Höhe. So gute Chancen wie Ostenkötter und Hinkelmann hatte Ahlen erst gar nicht, wenn man einen nicht gegebenen Strafstoß gegen Sebastian Mai mal Außen vor lassen will (22.). Immerhin ging es mit einem 1:1 in die Katakomben, nachdem zuerst der erneut starke David Mamutovic nach Pass von Jan Holldack aus der Drehung einschob (21.) und sieben Minuten später Hinkelmann der SpVgg im Strafraum zum 1:1 ins lange Eck traf. „Schwer reingekommen und dann ein bisschen sorglos“, gab Trainer Andreas Zimmermann zu.

Nicht schön, aber effektiv

Was folgte, war nicht schön, aber effektiv. Und wenigstens spannend in der letzten Viertelstunde, nachdem der eingewechselte Bennet Eickhoff mit Vorarbeit Mamutovics Ahlen erneut in Front gebracht hatte (75.) und Vreden mit dem Mut der Verzweiflung und jeder Menge Brause im Blut bis zum Abpfiff attackierte als gäbe es nie wieder einen Frühling. Aber RW Ahlen ließ sich mit einem gnadenlosen Kahlert in der Innenverteidigung diesen Vorteil nicht ein zweites Mal wegschnappen.

Die kampfstarken, aber doch unterlegenen Gäste kamen mit einigen Dreiviertelchancen, die Szczepankiewicz leicht entschärfte, nicht mehr für ein Elfmeterschießen in Frage und können noch als Lottofee mitspielen, wenn das Halbfinale ausgelost wird. Was ganz sicher auch nichts für Feiglinge sein wird.

Der Weg in den DFB-Pokal: Der Sieger des Westfalenpokals 2021/22 sowie der bestplatzierte Oberligist qualifizieren sich für die erste Hauptrunde im DFB-Pokal 2022/23. Einen nächsten Schritt dorthin haben RW Ahlen und der SC Verl gemacht, stehen bereits im Halbfinale. Dies gilt es für die RW-Ligakonkurrenten SV Rödinghausen (1. Dezember beim FCE Rheine) und Preußen Münster (8. Dezember gegen SpVgg Erkenschwick) erst noch zu erreichen. Mehr als eine Überlegung ist derweil, die Halbfinalpaarungen im Rahmen des letzten Semifinalspiels in Münster auszulosen. Vor Publikum. „Das haben wir immer gerne so gemacht. Die Auslosung bei einem Verein vor Ort sorgt für Interesse, Resonanz und damit einen passenden Rahmen“, begründet Manfred Schnieders, FLVW-Vizepräsident die Überlegungen. Deshalb blickt Rot-Weiß Ahlen am 8. Dezember erwartungsvoll nach Münster.

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