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Fußball: Regionalliga West

Preußen gewinnen wichtiges Spiel auf Schalke und bleiben vorne

Gelsenkirchen

Preußen Münster hat einen weiteren großen Schritt im Titelrennen gemacht. Beim FC Schalke 04 II gewann der Tabellenführer souverän mit 2:0 (2:0), auch wenn die Gegenwehr der Knappen gerade vor der Pause groß war. Nebenbei ließ RW Essen auch noch Federn.

Von Thomas Rellmann

So jubelten die Preußen über das Tor von Alexander Langlitz. Foto: Jürgen Peperhowe

Es war der vierte Sieg in Serie, ein Tor hat Preußen Münster in diesem Zeitraum und damit seit 448 Minuten nicht mehr kassiert. Keine Frage, das 2:0 (2:0) beim FC Schalke 04 II stellte jeden in den Reihen der Adler zufrieden, auch wenn Königsblau den Tabellenführer in Hälfte eins einige Male ordentlich ins Schwitzen brachte mit guten Angriffen und viel Platz im Mittelfeld. Hinterher spielte das keine Rolle mehr. Zumal Rivale RW Essen nicht über ein 1:1 bei Alemannia Aachen hinauskam und der SCP nun einen Zwei-Punkte-Vorsprung besitzt.

Trainer Sascha Hildmann sagte durchaus kritisch: "Wir hatten eine Phase, in der wir sehr fehlerbehaftet waren, auch das 1:0 hat uns keine Sicherheit gegeben. Doch das 2:0 fiel dann genau im passenden Moment." Der Coach genoss beim Abpfiff sichtlich die Emotionen vor der prall gefüllten Fankurve. "Das ist Gänsehaut pur. Ich muss unsere Anhänger echt noch mal loben." Die Preußen befinden sich gerade in einem kleinen Höhenflug. Torschütze Alexander Langlitz plädierte aber dafür, "wirklich nur aufs nächste Spiel zu schauen, auch wenn es langweilig ist". Aber natürlich räumte auch er an alter Wirkungsstätte ein, dass es ein Bigpoint war. "Es war ein unangenehmes Spiel, für den Kopf war es schwierig nach dem Erfolgserlebnis gegen Verl am Mittwoch komplett da zu sein. Wir wussten, dass noch eine Schippe mehr kommen muss." Thomas Kok erklärte nachher ein paar taktische Dinge: "Schalke hat über den ganzen Platz gepresst, wir waren so oft im Eins-gegen-eins, also auch vorne. Daher haben wir öfter die langen Bälle gespielt." Der Plan ging gut auf.

Schulze Niehues fehlt

Die Preußen begannen mit Marko Dedovic im Kasten für den angeschlagenen Max Schulze Niehues (Rückenschmerzen). Außerdem erhielt wie im Pokal gegen Verl Jules Schwadorf den Vorzug vor Darius Ghindovean. Henok Teklab kehrte für Thorben Deters (Muskelfaserriss) zurück in die Startelf. Aber ansonsten blieb alles beim Alten. Im Kader stand erstmals in dieser Saison Manfred Kwadwo, den bis dato zwei schwere Verletzungen außer Gefecht gesetzt hatten.

Bindemann mit erster Möglichkeit

Eine Teklab-Flanke brachte Deniz Bindemann schon nach zweieinhalb Minuten in eine gute Kopfballposition - knapp vorbei. 60 Sekunden später setzte Niklas Castelle gekonnt Diamant Berisha in Szene, der aus spitzem Winkel verzog (4.). Und kurz darauf war Dedovic gegen Leonardo Weschenfelder Scienza schon erstmals gefordert (6.). Münster antwortete mit Schwadorfs Versuch nach Vorarbeit von Langlitz, doch er verzog deutlich (12.).

Dann presste Teklab im Sechzehner mit viel Druck, eroberte den Ball und brachte so Nicolai Remberg ins Spiel, den Julius Schell nur per Foul zu stoppen wusste. Teklab schnappte sich die Kugel und verwandelte den unstrittigen Strafstoß zum 1:0 (15.). Der Torschütze hatte offenbar Blut geleckt und klaute wenig später Mika Hanraths erneut das Leder, leitete weiter auf Bindemann, der nicht ungefährlich abschloss (17.). Dann wieder Königsblau im direkten Gegenzug: Flanke Joey Müller auf Castelle, doch dessen eingesprungenen Schuss entschärfte Dedovic klasse (18.).

S04 besser als im Hinspiel

Mächtig was los in der Anfangsphase, die Hausherren versteckten sich anders als im Hinspiel überhaupt nicht, sie spielten gut nach vorn. Münster aber kam zur nächsten Chance über Schwadorf, den Teklab bedient hatte. Doch Torwart Felix Wienand war zur Stelle (21.). Luke Hemmerich probierte wiederum den Schlenzer, der aber deutlich vorbei flog (27.).

Der SCP hatte viele wichtige Balleroberungen, aber ebenso auch zu viele Verluste. Nach einem schweren Schwadorf-Fehler musste Remberg Bleron Krasniqi kurz vor der Strafraumkante unsanft bremsen. Den fälligen Freistoß setzte Weschenfelder Scienza marginal drüber (29.). Aber er durfte nach Koks Foul an Castelle aus ähnlicher Position erneut antreten, visierte diesmal die Torwartecke an. Dedovic flutschte der Ball durch die Finger ins Toraus (31.).

Routiniers von der rechten Seite

Trotz Führung erlaubte sich gerade die Defensivabteilung immer wieder Schwächen. So unter Druck gestanden hatten die Adler seit Monaten nicht mehr. Doch in solchen Momenten ist wohl Routine gefragt. Die beiden Erfahrenen auf der rechten Seite versetzten den Schalkern mit einer Aktion einen Tiefschlag. Julian Schauerte behauptete sich auf der rechten Seite gut, spielte dann Langlitz an, der aus der Drehung seinen Gegenspieler Tjark Scheller überraschte und sofort abschloss - drin! 2:0 nach 40 Minuten.

Doch S04 ließ immer noch nicht locker, hatte durch Mateo Aramburu, der für den verletzten Krasniqi gekommen war, noch eine Chance vor dem Wechsel (42.). Das Ergebnis war super für die Preußen, doch insgesamt ließen sie dem Gegner zu viele Räume.

Ziegele für Scherder

Zur Pause kam wie erwartet Robin Ziegele für den verwarnten Simon Scherder. Er musste wie die Zuschauer aber locker 20 Minuten auf den Wiederanpfiff warten. Schiedsrichter Johannes Liedtke hatte offenbar ganz viel Zeit mitgebracht, auch beim Anstoß der ersten Halbzeit war ihm Eile fremd. So hatten sich auch ohne große Nachspielzeit schon acht Minuten Verzögerung zum Seitenwechsel summiert.

Hemmerich eröffnete mit einem fiesen Freistoß, den Wienand um den Pfosten lenkte, Durchgang zwei (49.). Bindemann kam bei der anschließenden Ecke ebenso zum Abschluss wie bei einer Langlitz-Hereingabe wenig später (49./50.). Kok prüfte Wienand zudem mit einem Fernschuss (54.). Diese Phase ging sehr deutlich an die Preußen.

SCP kontrolliert das Geschehen

Die beschränkten sich nach einer Stunde vorwiegend auf eine sichere Deckung und versuchten vermehrt Konter zu setzen. Den Knappen fiel nicht mehr so viel ein wie zu Beginn der Partie.  Einzig Schell zwang Dedovic zum Eingreifen (69.). Der SCP kontrollierte das Geschehen, Wachsamkeit war dennoch Pflicht. Langlitz und Bindemann hatten sich aufgerieben und wurden durch Gerrit Wegkamp und Marvin Thiel ersetzt. Ansonsten war es ein eher ereignisarmer zweiter Abschnitt. Aramburu probierte es noch mal aus 18 Metern (84.), größer war die Gelegenheit auf der anderen Seite für Thiel, der eine Teklab-Flanke Wienand in die Arme köpfte (85.). Der Linksfuß kam nach einem Dedovic-Abschlag noch zu einem Versuch, hob die Kugel aber über Wienand und neben den Kasten (90.).

Danach war Feierabend, die Preußen hatten im Parkstadion vieles richtig gemacht. Vielleicht spielen so eben echte Tabellenführer.

S04: Wienand - Hanraths, Schell, Scheller - Berisha (69. Mfundu), Mende, Maden, Müller - Weschenfelder Scienza (82. Kronmüller) - Krasniqi (36. Aramburu), Castelle

SCP: Dedovic - Schauerte, Scherder (46. Ziegele), Hoffmeier, Hemmerich - Kok - Remberg, Schwadorf (59. Ghindovean) - Langlitz (74. Thiel), Bindemann (73. Wegkamp), Teklab

Schiedsrichter: Johannes Liedtke (Schwelm) - Tore: 0:1 Teklab (15./FE), 0:2 Langlitz (40.) - Zuschauer: 1500 - Gelb: Scheller, Krasniqi, Hanraths / Scherder, Remberg, Ziegele, Schauerte

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