Basketball: Pro B

Schönen Dank, Malcolm Delpeche: Center und Publikumsliebling verlässt Münster 

Münster

Die WWU Baskets verlieren einen Teamplayer, einen Leistungsträger und einen ihrer wichtigsten Markenbotschafter: Der Abschied von Malcolm Delpeche reißt sportlich und menschlich eine große Lücke ins System des Basketball-Pro-B-Ligisten. In diesem Fall gilt die alte Redewendung: Scheiden tut weh ...

Von Henner Henning

„Schönen Dank“ – das sagen die WWU Baskets in Richtung Malcolm Delpeche, der Münster nach drei erfolgreichen Jahren verlässt. Foto:

Der Weg in die 2. Bundesliga Pro B war für die WWU Baskets Münster ein beschwerlicher. Dreimal in Serie verpasste der damalige Regionalligist als Vizemeister den Sprung in die Drittklassigkeit, und auch das vierte Jahr (2017/18) war im Zweikampf mit den Grevenbroich Elephants beschwerlich. Dabei war ein Mann mit seinem Zwillingsbruder Marcus dafür mitverantwortlich, dass die Rheinländer den Kampf um den Titelgewinn lange offen gestalteten: Malcolm Delpeche. Dieser Modellathlet mit einem Gardemaß von 2,03 Metern hatte es den Baskets angetan, den „Wunschkandidaten“ von Trainer Philipp Kappenstein verpflichtete Manager Helge Stuckenholz nach dem Aufstieg. Ein Glücksgriff, der nun nach drei erfolgreichen Jahren in der Pro B den Verein verlassen wird.

Trennung fällt nicht leicht

Es ist eine Trennung, die beiden Seiten alles andere als leicht fällt. In 83 Partien warf Delpeche seine Physis rein, hob das Baskets-Spiel „gerade im athletischen Bereich auf ein ganz neues Level gehoben, was für uns aber auch für die Pro B absolut notwendig war“, wie Kappenstein meinte. Gleich in Delpeches erster Saison wurde Münster Vizemeister, nach dem Abbruch der Spielzeit 2019/20 folgte jüngst der nur knapp verpasste Aufstieg im Playoff-Halbfinale gegen Bochum. Jetzt schlägt der gebürtige Amerikaner mit britischem Pass ein neues Kapitel auf, den Center zieht es weiter. Wohin? Das Ziel wurde noch nicht verraten, finanziell wie sportlich aber soll es dem Vernehmen nach lukrativ und eine Steigerung sein.

Abschied auf Zeit

Groll ob der Entscheidung des 25-jährigen Publikumslieblings empfinden weder Coach noch Manager. „Es ist sehr selten und besonders, dass ein Importspieler drei Jahre bei demselben Verein bleibt. Natürlich hätten wir sehr gerne mit ihm weitergearbeitet. Wenn es eine solche Chance für ihn gibt, dann muss er sie aber wahrnehmen“, sagt etwa Kappenstein. Und Stuckenholz sieht den Abgang eher als einen Abschied auf Zeit: „Der gemeinsame Weg ist an dieser Stelle nicht zu Ende, er ist nur unterbrochen. Darüber waren sich Malcolm, sein Agent und ich uns einig. Wir hegen weiter die romantische Vision, dass Malcolm seine Karriere in Münster beendet und in ein, zwei Jahren, wenn wir vielleicht Pro A spielen, zurückkehren kann. Vielleicht lässt er dann mit einem Studium die letzten Basketball-Jahre seiner Karriere hier ausklingen.“

Ein gerngesehener Gast wird Delpeche bleiben, der stellvertretende Kapitän wird sportlich wie menschlich aber eine Lücke reißen. „Als Person werden wir ihn definitiv extrem vermissen, er ist ein toller Charakter“, sagte Kappenstein, dessen Zukunft an der Seitenlinie ebenfalls noch nicht abschließend geklärt ist.

Suche hat begonnen

Nach den Abgängen von Marck Coffin (Karriereende) und Delpeche, der nach dem Brexit seinen Status als EU-Spieler verliert, ist der einzige in der Pro B erlaubte Nicht-EU-Platz im Kader unbesetzt. Ob ein Spieler dieser Kategorie fürs Brett oder für die Position des Spielgestalters geholt wird, ist offen. Die Drähte glühen, der Verein ist auf der Suche – und seinerseits attraktiv für Neuzugänge. Und dazu hat auch Delpeche seinen Teil beigesteuert.

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