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Fußball: Bezirksliga

Schulze-Geisthövel kommt, trifft doppelt - und denkt über Karriereende nach

Drensteinfurt

Der SV Drensteinfurt kann doch noch gewinnen. Und dabei einige Treffer markieren. Allerdings auch kassieren. Noch schlimmer wiegt nach dem Sieg im Keller-Duell jedoch eine Personalie.

Von Uwe Niemeyer

Wirkungsvoll, aber befristet: Das 42-minütige Comeback von Doppeltorschütze Max Schulze-Geisthövel hat für den 27-Jährigen erneut eine unbestimmte – vielleicht endgültige – Pause zur Folge.. Foto: Kleineidam

Der SV Drensteinfurt hat den freien Fall gestoppt. Erst einmal. Mit einer Niederlage wäre der Tiefpunkt erreicht worden – der letzte Tabellenplatz. Tiefer geht es nicht. Nicht bis zum letzten Spieltag der Fußball-Bezirksliga. Doch das 5:4 (1:3) bei Westfalen Liesborn hat für durch-, wenn auch noch (lange) nicht für aufatmen gesorgt.

Nach einfachem Rezept. „Tore schießen, Punkte sammeln“, hatte Trainer Daniel Stratmann im Vorfeld der richtungsweisenden Partie gefordert. Die Jungs folgten. Wenn auch nach irrem Spiel. Denn nach turbulentem Verlauf und Führungswechsel hatte der SVD nur einen Treffer Vorsprung. Maximilian Groß glich zum 1:1 (22.) aus, der eingewechselte Max Schulze-Geisthövel (50. und 81.), erneut Groß (53.) und Andre Vieira Carreira – per Strafstoß im Nachschuss (78.) – machten aus einem 1:3 ein 5:3, ehe es noch einmal eng (5:4/83.) wurde.

Unnötig, wie Stratmann befand: „Wir haben unfassbar einfache Gegentore kassiert und schon bis zum 1:1 allein sieben Hochkarätige liegengelassen.“ Und doch ging die Gleichung am Ende auf: Tore geschossen, Punkte gesammelt. Eine Alternative wäre: „Tore verhindern, entspannter Punkte sammeln.“

Ein erleichterter SVD-Trainer Daniel Stratmann nach einem irren Spiel

Stratmann war es einerlei. Zumindest am Tag danach. „Mir wäre auch ein 11:10 egal gewesen“, gestand er. Verständlich. Nicht nur wegen des Spielfilms. Auch die personelle Ausstattung war nicht gerade für ein Endspiel vielversprechend. Auf der SVD-Bank saßen neben Ersatztorhüter Olaf Woltering und dem gelernten Keeper Stratmann – der 41-Jährige musste tatsächlich auch aufs Feld – lediglich Max Schulze-Geisthövel. Mit Robin Wichmann und Leo Steinert mussten zwei weitere Akteure am Spieltag passen. Anleihen bei der Zweiten lehnte Stratmann ab: „In der Situation, in der sie sich befindet, wollte ich ihr nicht noch Spieler wegnehmen. Ich habe gar nicht erst angefragt.“

Trainer brüllt Mannschaft mit Gardinenpredigt wach

Gesprochen hat er dennoch viel – in der Pause! Er räumte später eine Gardinenpredigt ein: „Ich habe sie mit einem Monolog wachgebrüllt.“ Als Hilfsmittel diente ein DIN-A4-Zettel, den er in den ersten 45 Minuten vollgeschrieben hatte. Seine Ansage wirkte. „Wir wollten plötzlich und wir konnten.“

Schulze-Geisthövel kommt, trifft doppelt - und fällt lange aus

Mit einem Zugpferd. Einmal mehr drehte Schulze-Geisthövel eine Partie – wie oftmals in den Jahren zuvor. Eingewechselt (41.), zweifach getroffen – aber verletzt ausgewechselt (82.). „Ich muss mir vielleicht eingestehen, dass es nicht weitergeht. Jetzt heißt es wieder erst einmal pausieren“, so der 27-Jährige am Sonntag, ehe es zurück nach Düsseldorf ging. Im linken Knöchel – ein Andenken aus US-Footballzeiten – fehlt das Bindegewebe. Knochen reibt auf Knochen. Freitag ausgelöst durch einen fulminanten 25-m-Schuss zum 2:3.

Dabei hatte der Trainer auf frischen Wind im Abstiegskampf gehofft. Doch die Torjagd ruht wieder auf unbestimmte Zeit. Nicht auszuschließen, dass der passionierte Waidmann, er bestand gerade seinen Jagdschein, nun andere Ziele anvisiert als ein Tor.

SVD: Scharbaum – S. Wiebusch, Pankok, van Elten, Kreuzberg (40. M. Schulze-Geisthövel/82. Stratmann) – Vieira Carreira, Ressler – V. Kröger, De. Popil, Groß – Grönewäller

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