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Boxen: Finale der U-19-Weltmeisterschaft in Alicante

Silbernes Ende: Schünemann scheitert erst im Finale

Münster

Carlotta Schünemann vom Boxzentrum ist Vize-Weltmeisterin in der U-19-Klasse. In der Gewichtsklasse bis 66 kg unterlag die 18-Jährige mit 0:4-Richterstimmen gegen Bakyth Seidish aus Kasachstan.

Von Alexander Heflik

Die Entscheidung: Carlotta Schünemann (links) hat das Finale bei der Box-WM gegen Bakyth Seidish aus Kasachstan verloren. Foto: Screenshot/IBA

Das goldene Ende blieb Carlotta Schünemann bei der Box-Weltmeisterschaft in der U-19-Klasse versagt. Die 18 Jahre alte Athletin vom Boxzentrum Münster unterlag im Finale der Gewichtsklasse bis 66 Kilogramm gegen die Kasachin Bakyth Seidish. Nach drei Siegen auf dem Weg ins Finale für Schünemann, lag dieses Mal die Kämpferin aus Kasachstan bei vier Punktrichtern vorn, lediglich der argentinische Wertungsrichter kam am Ende auf ein 28:28 und damit eine unentschiedene Wertung. Mit 4:0 siegte damit Seidish und holte sich den Weltmeisterschaftstitel. „In meinen Augen ist Carlotta die Weltmeisterin. Die Verwarnung in der zweiten Runde kann ich nicht verstehen, in der letzten Runde hatte sich bestimmt sechs Wirkungstreffer gesetzt. Ich finde, die Ringrichterin war mit diesem Kampf auf Weltklasseniveau überfordert“, sagte Vereinstrainer Farid Vatanparast. nachdem er das Finale im Livestream der IBA verfolgt hatte.

Ungarische Ringrichterin umstritten

Für Carlotta Schünemann bleibt das dennoch ein gewaltiger Erfolg. Vor einem Jahr wechselte sie die Gewichtsklasse, von der Klasse bis 69 kg ging es runter ins Weltergewicht (bis 66 kg). Das zahlte sich aus. In dieser Zeit verlor die Deutsche U-19-Meisterin nur zwei Kämpfe – einer war das WM-Finale.

Die erste Runde war dabei umkämpft, die Ringrichter aus Belgien und Argentinien sahen Schünemann dabei vorn, die „Judges“ aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Spanien und Korea dagegen Seidish. In einem harten, taktischen und manches Mal unsauberen Kampf kassierte Schünemann in der zweiten Runde durch die ungarische Ringrichterin Veronika Szucs eine Verwarnung – alle Wertungsrichter mussten ihr deshalb einen Punkt abziehen, damit war diese Runde praktisch komplett mit 0:5 verloren.

Schünemann ging volles Risiko

In der letzten Runde gingen beide Kämpferin volles Risiko, Schünemann setzte gute Kombinationen, Seidish auch, die zudem häufig die Deutsche zu Boden drückte – dafür aber nicht verwarnt wurde. Die neue Weltmeisterin aus Kasachstan war am Ende deutlich gezeichnet von dem Kampf, musste kurz von der Ringärztin behandelt werden und hatte sichtbare Treffer hinnehmen müssen. Das Urteil fiel dennoch für die rote Ecke aus, und in der fand sich Bakyth Seidish wieder.

Boxzentrum betreute zwei Athletinnen

Bei den Herren hatte kein U-19-Athlet ein Finale erreicht, bei den Frauen dagegen drei. Chrisovalantou Koutsochristou in der Klasse bis 54 kg unterlag der Kasachin Elina Bazarova mit 0:5 Richterstimmen. Koutsochristou, die aus Menden stammt, hatte sich im Boxzentrum Münster auf die WM vorbereitet. Zudem unterlag Asya Ari (Köln) gegen Yoseline Perez (USA) vorzeitig gleich in der ersten Runde.

Heimtrainer Dima Pirushkin

Carlotta Schünemann, die während der fast drei Wochen in Spanien von Heimtrainer Dima Pirushkin betreut wurde, war dem WM-Titel ganz nah. Boxzentrums Cheftrainer Vatanparast sah seinen Schützling auf seinem Wertungszettel vorn. „Ich bin da vielleicht auch subjektiv, aber wie gesagt, für mich ist Carlotta die Weltmeisterin. Und so werde ich sie auch behandeln.“

Jörling holt auch WM-Silner

Vor Carlotta Schünemann wurde vom Boxzentrum Münster Darlene Jörling Vize-Weltmeisterin und Europameisterin in der U-19-Klasse, das ist fast ein Jahrzehnt her.

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