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Reiten: CHIO in Aachen

Sensationeller Gerrit Nieberg siegt - und sorgt für Familien-Premiere

Aachen

Völlig überraschend hat Gerrit Nieberg aus Albersloh den Großen Preis von Aachen zum Abschluss des CHIO und damit die wichtigste Prüfung im Springreiten in Deutschland gewonnen. Nach dem Erfolg war der Reiter des RV St. Hubertus Wolbeck überglücklich – und dankte seinem Vater.

Von Claas Hennig

Gerrit Nieberg vom RV St. Hubertus Wolbeck blieb mit seinem westfälischen Wallach Ben in beiden Umläufen des Großen Preises in Aachen fehlerfrei und gewann im abschließenden Stechen ebenfalls ohne Strafpunkte mit der schnellsten Zeit. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Was seinem Vater nie vergönnt war, ist Gerrit Nieberg auf sensationelle Art gelungen. Völlig überraschend gewann der 29-Jährige am Sonntag den mit 1,5 Millionen Euro dotierten Großen Preis von Aachen zum Abschluss des CHIO und damit die wichtigste Prüfung im Springreiten in Deutschland. Als Nieberg mit seinem elf Jahre alten Wallach Ben vor 40 000 begeisterten Zuschauern durchs Ziel des Stechparcours gestürmt war, wurde der zweimalige Team-Olympiasieger Lars Nieberg auf der Tribüne von allen Seiten beglückwünscht. „Ohne ihn wäre alles nicht möglich gewesen. Ich bin ihm sehr, sehr dankbar“, sagte der Sohn über den Vater.

Neben der Prämie von 500 000 Euro wird Gerrit Nieberg nun auf der berühmten Siegertafel am Eintritt zum Stadion verewigt. „Ich kann es noch nicht fassen. Das dauert noch einen Moment. Das ist noch irreal“, sagte er. Er habe sich schon über die Nullrunden in den beiden Umläufen gefreut. „Dass es im Stechen zum Sieg reichte, umso besser.“

Konzentration auf sich selbst

Nieberg war als letzter der fünf Starter zum Stechen gekommen und fing mit dem schnellsten fehlerfreien Ritt noch den Briten Scott Brash auf Jefferson ab. „Ich habe mich nur auf mich konzen­triert und gar nicht gesehen, wie die anderen geritten sind“, sagte der Sieger – der nun ein wenig aus dem Schatten seines Vaters tritt. „Da braucht es noch etwas mehr“, meinte Gerrit Nieberg, der auf dem Gestüt in Albersloh arbeitet, das sein Vater Lars leitet. „Im Moment genieße ich das alles und bin sehr stolz.“

Vorjahressieger Daniel Deußer hatte erneut mit Killer Queen das Stechen erreicht, wurde aber nur Vierter. Hätte er wieder gewonnen, hätte der in Belgien lebende Hesse im Rahmen der Grand-Slam-Serie mit den Turnieren in Aachen, Calgary, Genf und s’Hertogenbosch einen Bonus von 500 000 Euro für zwei Siege nacheinander kassiert. Deußer hatte zuletzt in s’Hertogenbosch gesiegt.

Dufour erneut nicht zu schlagen

In der Dressur-Kür wurde der Sieg der überragenden Dänin Cathrine Dufour vermeldet. Nach ihren Erfolgen im Grand Prix am Donnerstag und im Grand Prix Special am Samstag war die ­30-Jährige auf Vamos Amigos erneut nicht zu schlagen.

Zudem hatte sich Dufour, die mit der Tochter Rasmine des ehemaligen Fußball-Europameisters Brian Laudrup verheiratet ist, mit ihrem Team auch den Nationenpreis gesichert. Nach neun Siegen in Serie mussten sich die Gastgeber erstmals mit dem zweiten Platz begnügen. Deutscher Lichtblick war Frederic Wandres. Mit Duke of Britain wurde er in der Kür wie im Grand Prix und im Special Zweiter. Für Ingrid Klimke endete der Doppelstart in Aachen in der Dressur und in der Vielseitigkeit positiv. Ihr Hengst Franziskus zeigte in der Kür seine stärkste Leistung im Dressur-Viereck in Aachen. Die 54-Jährige aus Münster wurde Zwölfte und kann hoffen, für die Dressur-WM in Herning und für die WM in der Vielseitigkeit im September in Pratoni del Vivaro nominiert zu werden.

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