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Fußball: Regionalliga

Sichtbare Spuren zeugten vom Kampf der Rot-Weißen

Ahlen

Rot-Weiß Ahlen kann Top-Teams. Mit dem 1:1 in Köln gab es binnen fünf Tagen erneut ein Remis gegen einen hoch eingeschätzten Gegner. Was am Mittwoch nicht ohne Spuren abging. So trug Gianluca Marzullo als sichtbares Zeichen eine ziemlich heftige Beule an der Stirn davon. Am Tag danach beklagte er nur noch einen Brummschädel. Der 30-Jährige war am Rhein einer von drei RW-Kapitänen, die sich das Amt teilen mussten.

Von Uwe Niemeyer

Starke Leistung, auch wenn es, wie hier, für Jan Holldack mal wehtat. Foto: Marc Kreisel

Das Spiel hat Spuren hinterlassen! Kevin Kahlert musste beim 1:1 (1:1) von Rot-Weiß Ahlen bei Fortuna Köln zur Pause in der Kabine bleiben, Torhüter Martin Velichkov nach einer waghalsigen Rettungstat und leichtfertigen Rückpass behandelt werden, und die Stirn von Gianluca Marzullo zierte eine unübersehbare Beule. Mehr oder minder äußerliche Zeichen einer erbitterten Gegenwehr. Einer erfolgreichen obendrein.

„Ich habe den Jungs zur Halbzeit in der Kabine gesagt, dass wir noch mehr machen müssen, wenn wir etwas mitnehmen wollen. Das haben sie sich zu Herzen genommen, alles rausgehauen. Das war meine Mannschaft wie ich sie sehen will und wie sie mir Spaß macht“, gab Andreas Zimmermann zu Protokoll. Auch den Grund, warum Kahlert zum zweiten Durchgang nicht wieder auflief. „Das war eine Vorsichtsmaßnahme. Aber der Oberschenkel hatte zugemacht. Und gegen Köln geht nur mit 100 Prozent oder gar nicht.“

RW-Trainer Andreas Zimmermann hatte Vertrauen in sein Team

Wirklich beunruhigt sei er nicht gewesen. „Ich habe draußen gestanden und war ganz ruhig. Ich wusste, dass wir einen Punkt mitnehmen würden“, wirkte er nach den 98 Minuten im Südstadion vor 1650 Augenzeugen irgendwie überzeugend. Auch wenn er beim Punktgewinnen „etwas Glück und Geschick“ einräumte. Auch die achtminütige Zugabe war für ihn vertretbar. Schließlich hätte der eine oder andere Akteur „schon mal länger auf dem Boden gelegen“.

Drei Kapitäne machen RW-Dampfer am Rhein flott

Ansonsten hatte der RWA-Trainer Parallelen zum letzten Aufeinandertreffen am 14. April (ebenfalls 1:1) ausgemacht. „Da sind wir auch durch einen eigenen Fehler in Rückstand geraten, haben dann ausgeglichen.“ Etwas haderte er mit der verpassten Möglichkeit, beispielsweise durch die Doppel-Chance von Sebastian Mai, in Führung zu gehen. „Dann wäre vielleicht einiges anders gelaufen“, sinnierte er.

Beim zweiten Saisonremis und dem ersten Auswärtspunkt verschlissen die Rot-Weißen auch gleich drei Kapitäne. Erst trug Kahlert die Binde, übergab sie an Marzullo und der wiederum an Lindner, dem eigentlichen Stellvertreter, der aber zunächst nicht auf dem Platz stand. „Wir hätten da genug Kandidaten“, grinst Gianluca Marzullo und verweist auf Jan Holldack und Sebastian Mai, weitere Mitglieder des Mannschaftsrates. Überhaupt war Marzullo am Tag danach schon wieder wohlauf. „Zum Glück ist die Schwellung oberhalb der Stirn. Ich wollte deshalb auch erst nicht raus“, so der 30-Jährige, der gegen den Hünen Jannik Löhden den Kürzeren gezogen und am Donnerstag nur noch einen „Brummschädel“ zu beklagen hatte.

Gianluca Marzullo zur Leistung der Rot-Weißen in der Schlussphase

Voll des Lobes war er auch für seinen Keeper, der nicht nur in den Schlusssekunden, als er parallel unter der Querlatte lag, glänzend parierte. „Letztes Jahr haben uns diese Situationen das Genick gebrochen, wir in der 87. oder 88. den Ausgleich kassiert oder den Punkt verloren. Das ist kein Glück, hat vielmehr mit Qualität zu tun“, so Marzullo. Martin Velichkov strahle eine beruhigende Sicherheit aus und auch Daniel Sczcepankiewicz verfüge über die gleichen Eigenschaften.

Apropos Qualität. Von den Experten und Trainern wurden und werden neben RW Essen und Preußen Münster auch der Wuppertaler SV und Fortuna Köln zum Favoriten-Quartett gezählt. Gegen die beiden letzten Teams spielten die Werse­städter remis, hielten mehr als mit. Was ein Stück weit auch den Sportlichen Leiter wurmt. „Für die B-Note gibt es leider keine Punkte“, hätte sich Joachim Krug sicher gewünscht, dass sich seine Elf mit dem ersten Dreier belohnt. Krug sagte aber auch: „Der alte Dreisatz, nach dem gute Leistungen auch zu einen Sieg führen, geht nun mal nicht auf.“ 

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