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Schwimmen: Deutsche Freiwasser-Meisterschaften

Spannender Start im Hafenbecken – erster Titel an Schwedler

Münster

Der Auftakt der Deutschen Meisterschaften im Freiwasser-Schwimmen bot viel Spannung und lief geradezu wunschgemäß ab. Den ersten Titel schnappte sich der 16-jährige Magdeburger Linus Schwedler. Gelobt wurde aber vor allem das Ambiente

Von Jürgen Beckgerdund

Lauschiges Plätzchen: Foto: Peter Leßmann

Der junge Mann kann sich nicht nur glücklich schätzen, er hat auch Premieren-Geschichte geschrieben: Linus Schwedler ist der erste Deutsche Meister im Freiwasserschwimmen in Münster. Der 16-Jährige vom SC Magdeburg schwamm am Donnerstag im ersten Wettkampf der dreitägigen nationalen Titelkämpfe im Hafenbecken in 1:26:42,58 Stunden über die 7,5-Kilometer-Distanz ins Ziel.

Es war ein gelungener Start in die Titelkämpfe, einer, der Vorfreude auf die kommenden beiden Wettkampftage weckt. Mal ganz abgesehen von guter Organisation und einem für eine derartige DM herausragenden Ambiente. „Eine wunderbare Kulisse“, lobte beispielsweise Angela Delissen vom Deutschen Schwimm-Verband (DSV) das Areal zwischen B-Side und Hafenmeile. Die Referentin für Freiwasserschwimmen war es auch, die DSV-Abteilungsleiter Tjark Schröder auf die DM-taugliche Umgebung aufmerksam gemacht hatte. Damals war Delissen beim Ultra-Schwimmen zu Gast – ein Besuch, der nachwirkte. Die SGS Münster war als Ausrichter der Deutschen Meisterschaft im Rennen – und erledigte die Aufgaben unter Regie vom Sportlichen Leiter Hans-Martin Botz prompt. „Tolles Engagement“, lobte Schröder die münsterischen Ausrichter, die – angefangen von einem ausgeklügelten Hygienekonzept bis hin zur Einrichtung der Wettkampfbüros (in der „Hafenkäserei“) und allen baulichen Erfordernissen – einen guten Job machten. Den besten hatte vielleicht SGS-Cheftrainer Markus Erth am ersten Wettkampftag. Weil der Coach einen Sportboot-Führerschein besitzt, schipperte er ganz entspannt den Schwimmrichter parallel zu den Athleten über das Wasser.

Guter Sport wurde am ersten Tag den Zuschauern überdies geboten. Insgesamt sind mit 752 Einzelstarts und 142 Staffeln deutlich mehr Athleten gemeldet als vor wenigen Tagen noch erwartet. Harald Walter, Vize-Präsident des DSV, kennt auch den Grund für den enormen Andrang: „Der Druck kam von den Athleten selbst, die nun sehr lange unter erschwerten Bedingungen trainieren mussten, kaum ins Becken kamen und nun endlich einen Wettkampf absolvieren wollten“, sagte Walter. Corona hat Spuren hinterlassen.

Den ersten Höhepunkt der Titelkämpfe setzte das Rennen über die (einzige) olympische Distanz, die zehn Kilometer, am Donnerstag. Europameisterin Lea Boy vom SV Würzburg und ­Jeannette Spiwoks von der SG Essen lieferten sich ein packendes Finish. Spiwoks gewann in 2:03:47,592 Stunden vor der Würzburgerin (2:03:51,37) knapp. „Ich dachte, dass Lea wohl noch zusetzen konnte“, sagte die Siegerin. Bei den Europameisterschaften war sie Siebte geworden, den nationalen Titel gewann sie zum ersten Mal. „Ich hatte ja nichts zu verlieren“, schilderte Spiwoks. Bemerkenswert: Coronabedingt hatte sie ihr letztes Rennen über die zehn Kilometer im Februar vergangenen Jahres schwimmen können. „Der Sieg heute gibt Mut für die hoffentlich anstehenden Weltcups“,. betonte sie.

Bei den Männern sicherte sich – in einem nicht minder ­spannenden Finish – Oliver Klemet (Frankfurt) in 1:52:59,79 Stunden den Titel vor Niklas Frach (Gelnhausen/1:53:03,41). Die DM wird am Freitag (ab 9.30 Uhr) mit den Rennen über 2,5 Kilometer (Jugend) und den Staffeln fortgesetzt.

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