1. www.wn.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Tabellenführung ist für den USC eine schöne Momentaufnahme

  6. >

Volleyball: Bundesliga Frauen

Tabellenführung ist für den USC eine schöne Momentaufnahme

Münster

Die Detailzahlen belegten, was das nackte Ergebnis vermuten ließ. Der USC Münster war zum Saisonauftakt bei Nawaro Straubing in allen Belangen überlegen und wies exzellente Werte auf. Der Lohn war Rang eins, den das Team am Samstag verteidigen kann.

Von Henner Henning

Der USC obenauf, Nawaro am Boden: Münster mit Erika Kildau (v.), Iris Scholten, Barbara Wezorke (M.) und Marta Hurst gewann ungefährdet in Straubing. Foto: Harry Schindler

Klar, mehr als eine Momentaufnahme ist es nicht. Aber es ist eine schöne – und eine, die verdeutlicht, dass dem USC Münster ein richtig guter Einstieg in die Volleyball-Bundesliga gelungen ist. Diese führen die Unabhängigen nach dem 3:0 bei Nawaro Straubing an. Das gab es lange nicht am Berg Fidel. Ein schönes Gefühl – wenn auch mit begrenzter Aussagekraft.

Leicht nervöser Beginn

Das wissen auch Trainerin Lisa Thomsen und ihre Schützlinge, die in Niederbayern nach einem leicht nervösen Beginn ihrem Gastgeber in allen Belangen überlegen waren. „Wenn wir im ersten Satz total cool angefangen hätten, hätte es mich überrascht. Eine gewisse Nervosität und Anspannung gehört zum Start dazu“, sagte Thomsen. Doch nach der Anfangsphase, die bis zum 10:13 anhielt, nahm Münster richtig Schwung auf. Meghan Barthel – die 21-Jährige ersetzte im Zuspiel Katerina Valkova (Knieprobleme) – agierte in der Schaltzentrale mit Ruhe und Gelassenheit, brachte viel Abwechslung in die Angriffe des USC. „Meghan hat das sehr gut gemacht, sie hat die Bälle gut verteilt“, lobte Thomsen. Im Mittelblock erhielten Juliane Schröder (15 Zuspiele) und Barbara Wezorke (12) ebenso ähnlich viele Möglichkeiten wie auf den Angriffspositionen Topscorerin Iris Scholten (28), Maria Schlegel (25) und Kapitänin Marta Hurst (22). „Wir waren ein Team und waren ganz gut“, erklärte Scholten etwas bescheiden nach ihrer Rückkehr an die alte Wirkungsstätte, wo sie nach der Corona-Saison 2020/21 nun tatsächlich erstmals vor Zuschauern spielte. Zwar im aus Straubinger Sicht falschen Trikot, aber dennoch „war es etwas ganz besonderes für mich“, wie die Niederländerin sagte.

Aufwand und Ertrag stimmen beim USC

Nicht nur bei den Offensivaktionen stimmten Aufwand und Ertrag, auch in der Block-Feld-Abwehr zeigte Münster viel Qualität und eine Menge Kampfgeist. Genau das, was Thomsen im Vorfeld versprochen hatte. Als etwa Barthel beim Stand von 11:6 im dritten Durchgang zum Ball robbte, diesen einarmig im Spiel hielt und Münster so den Weg zum zwölften Zähler ermöglichte, feierte die Trainerin die Aktion an der Seitenlinie. „Wir haben sehr gut verteidigt, waren in der Block-Feld-Abwehr kaum zu überwinden“, sagte die 35-Jährige, die zu den zahlreichen Defensivaktionen auch noch acht direkte Blockpunkte (allein vier von Wezorke) notierte.

Es war ein runder Auftritt in der Turmair-Arena, dem nun am Samstag (19 Uhr) ein zweiter folgen soll. Dann stellt sich mit dem VC Neuwied der Aufsteiger am Berg Fidel vor. Ab Freitag beginnt die detaillierte Vorbereitung, der Donnerstag diente nach der langen Rückfahrt durch die Nacht der Regeneration – gerade für die Startformation, die komplett durchspielte. Einen Grund, von außen einzugreifen, hatte Thomsen nicht. Zu stabil, zu fokussiert zogen ihre Schützlinge ihr Ding durch. Glückt ihnen dies auch am Samstag, könnte die Momentaufnahme nach Spieltag eins noch ein wenig länger andauern.

Startseite