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Schwimmen

Top-Talent Falk Lömke bleibt cool und seiner SGS vorerst treu

Münster

2021 holte Falk Lömke eine Bestzeit nach der anderen und sicherte sich bei den deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin sechs Medaillen. Jetzt wartet mit einer möglichen EM-Qualifikation eine große Chance auf das SGS-Talent. Längst haben ihn die größten Standorte des Landes auf dem Zettel.

Von Camillo von Ketteler

Bleibt trotz aller Erfolge cool und seiner SGS Münster zumindest vorerst treu. Foto: Mario Kock

Besonders das Spätjahr 2021 hatte es in sich für Falk Lömke. Ende Oktober räumte Münsters größtes Schwimmtalent bei den deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin sämtliches Edelmetall ab, einen Monat später stellte er über 100 Meter Rücken einen neuen NRW-Landesrekord auf. Nicht nur bei der heimischen Startgemeinschaft Schwimmen (SGS) Münster ist die Begeisterung groß – Lömkes Entwicklung wird auch an den größten deutschen Standpunkten ganz genau beobachtet.

Standort Münster aktuell goldrichtig für Lömke

„Ich wurde schon im Oktober bei den Jahrgangsmeisterschaften in Berlin auf ihn angesprochen“, sagt SGS-Trainer Markus Erth. Das Interesse des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) an Lömke ist längst geweckt. Anfang Januar schaute sich der inzwischen 16-Jährige, der mit seiner Familie in Albersloh lebt, im Rahmen eines DSV-Lehrgangs den Bundesstützpunkt in Potsdam an. Vorerst aber ist ein Wechsel in das dortige Internat vom Tisch. „Ich bleibe definitiv erst mal in Münster“, sagt Lömke, „ich habe einfach das Gefühl, dass ich hier aktuell noch besser gefördert werde. Hier habe ich Familie und Freunde und werde von allen Seiten perfekt unterstützt.“ Genau richtig, wie sein Trainer findet: „Wir haben natürlich darüber gesprochen. Ich habe ihm aber ganz klar gesagt: Natürlich kannst du da hingehen. Aber da bist du einer von vielen und hast nicht den Status, den du hier hast.“

Genau so wäre es bei der SG Essen. Auch die erfolgreiche Schwimmgemeinschaft aus dem Ruhrgebiet fühlte bereits bei Lömke vor. „Die sind auf mich zugekommen und haben mich eingeladen“, sagt er. Also fuhr Lömke nach Essen, schaute sich alles vor Ort an und kehrte mit dem gleichen Ergebnis zurück: „Ich habe da nicht so Lust drauf und bleibe bei der SGS“, meint er.

Abschied nur eine Frage der Zeit

Noch ist es nicht so weit, Lömke geht aktuell in die zehnte Klasse und will zunächst in Ruhe sein Abitur machen. Sollte er sich aber weiter so rasant und gut entwickeln, dann ist ein Abschied aus Münster nur eine Frage der Zeit – das weiß natürlich auch sein Trainer. „Wenn er diesen Weg gehen will, dann muss er in zwei Jahren hier weg“, sagt Erth. Entwickele er sich in der Form weiter, dann werde er sich den Standort praktisch selber aussuchen können, weiß Erth.

Ende Oktober 2021 holte Falk Lömke bei den deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin über 100 Meter Freistil die Goldmedaille.
Foto: Mario Kock

Jugend-EM ist das nächste große Ziel

Und es ist ja nicht so, als würde das neue Schwimmjahr nicht auch ohne Vereinswechsel genug Herausforderungen bieten. Mit dem DJM-Perspektivkader aus Berlin geht es Anfang März für zwei Wochen zum Trainingslager in die Türkei, danach warten Anfang April erst in Heidelberg und dann in Berlin die Qualifikationswettkämpfe für die Jugend-Europameisterschaft in Rumänien. Direkt von da fliegt Lömke mit der SGS schon ins nächste Trainingslager, diesmal nach Málaga.

„Das ist alles harte Arbeit, das macht man nicht mal eben so im Vorbeigehen“, sagt der junge Schwimmer. Die EM aber sei sein großes Ziel und eines, das er sich schon vor Beginn der Saison gesetzt habe. „Man weiß natürlich nie, aber ich bin schon ganz optimistisch, dass ich das schaffen könnte“, sagt Lömke. Zwei Trainingslager direkt nacheinander, eventuell die Europameisterschaft im Sommer – es ist das erste Jahr, in dem Lömke parallel zum Druck in der Schule mal in die Abläufe im Profibereich hineinschnuppern kann. „Das ist alles Neuland für Falk“, sagt Erth, fügt aber hinzu: „Ich glaube, wenn er cool bleibt, dann hat er eine absolut realistische Chance, um das alles zu packen“.

Und cool bleibt sein Schützling sowieso. Ob das jetzt ein entscheidendes Jahr werde? „Nö“, sagt Lömke nüchtern, „eigentlich nicht. Für mich wird das ein ganz normales Schwimmjahr mit dem einzigen Unterschied, dass ich die Chance habe, für Deutschland anzutreten.“

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