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Rugby: 2. Bundesliga

Tourists Münster mit Getöse zurück auf dem Feld

Münster

Die lange Wartezeit ist beendet. Die Rugby Tourists Münster sind wieder am Ball. Laut und motiviert, vor allem aber zuletzt auch erfolgreich. Der Zweitligist hat seine personellen Bedenken in den Griff bekommen. Und die nächste Riege steht bereits parat.

Von Ansgar Griebel

Felix Brummel von den Rugby-Tourists (r.) hält Ausschau nach dem nächsten Empfänger des Rugby-Balls Foto: Ansgar Griebel

Die Touristen sind zurück, nicht zu übersehen und schon gar nicht nicht zu überhören. Als die Rugby Tourists Münster Anfang September am Pleistermühlenweg zum Familienfest baten, machten die Rugby-Fans gleich in Clan-Größe mobil. Während die „Großen“ zum Auftakt der Zweitliga-Saison eine unglückliche Niederlage gegen Viktoria Linden einfuhren, starteten am Spielfeldrand die „Mini-Ruggis“ ihre Karriere – es war ordentlich was los. Passanten blieben interessiert stehen, Sportfans, die eigentlich für König Fußball an den Eintracht-Platz gekommen waren, gönnten sich einen Abstecher auf den benachbarten Naturrasen.

Im Anschluss feierten groß und klein gemeinsam den lang ersehnten Neustart nach schier endlos langen 20 Monaten Zwangspause. Und auch das bisschen Aufmerksamkeit der Zufallsgäste passte den Tourists durchaus in die Planung. 

Schnuppertraining

„Wir sind echt happy, dass wir wieder auf dem Platz stehen dürfen“, sagt Co-Kapitän Niklas Raabe – und ist auch froh, dass sie es können. Denn selbstverständlich war dieses Comeback nicht. Lange Zeit war die zähe Corona-Variante des Rugbys wenig erbaulich. „Bisschen quatschen am Computer, theoretische Einheiten, mehr ging nicht – und dann die Hoffnung, dass sich alle individuell fit halten“, so Raabe. Entsprechend gespannt waren die Tourists auf den Trainingsstart Ende Juni, als aus der verschütteten Leidenschaft endlich wieder ein richtiger Sport wurde. Die Bestandsaufnahme war nicht rosig, aber eben auch nicht besorgniserregend. „Da gab es schon ein paar Ausfälle“, so Raabe. Einige Spieler, die nicht mehr auftauchten oder sich während der Coronapause beruflich verändert hatten – wie unter anderem auch Trainer Josh Ferreira. Der Australier steht nicht mehr zur Verfügung, hat dem Club aber ausreichend Knowhow hinterlassen, dass sich das Team aus den eigenen Reihen heraus organisieren und auch trainieren kann. „Diese Aufgabe wird auf mehrere Schultern verteilt“, sagt Raabe.

So gerade im grünen Bereich

Als feststand, dass Trainings- und Spielkader – so gerade – im grünen Bereich waren, meldete das Team für die neue Zweitliga-Saison. „15 Mann müssen am Spieltag zur Verfügung stehen, bis zu 22 dürfen dabei sein.“ Irgendetwas dazwischen können die Tourists zuverlässig auf die Beine stellen. „Da kam es uns sehr recht, dass ein paar neue Spieler hinzukamen – teilweise ohne Rugby-Erfahrung, aber auch einige, die schon einiges mitbrachten.“ Zudem profitiert der Club jetzt von der guten Nachwuchsarbeit der vergangenen Jahre, die jungen Talente aus den Landeskadern haben erfolgreich ihre Feuertaufen bei den Senioren bestanden.

„Das war alles ganz spannend“, so Raabe über den Saisonstart. „Wir kennen alle Mannschaften aus den letzten Spielzeiten, aber wir wissen bei keiner, wie sie sich nach dieser Pause neu aufgestellt hat.“

Am dritten Spieltag fuhren die Tourists nach Niederlagen gegen Linden und den FC St. Pauli beim DSC Hannover den ersten Sieg ein, Sorgen um den Klassenerhalt muss sich niemand machen, sagt Raabe voraus. „Irgendwo im Mittelfeld, das passt schon.“

Wiedenbrücker TV zu Gast

Einen weiteren Schritt in Richtung sicheres Ufer kann und will das Team an diesem Samstag ab 15 Uhr beim zweiten Heimspiel dann gegen den Wiedenbrücker TV machen. Nicht zu übersehen und schon gar nicht zu überhören.

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