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Badminton: Final Four

Union Lüdinghausen hat wenig zu verlieren

Lüdinghausen

Union Lüdinghausen nimmt zum zweiten Mal nach 2019 am Final-Four-Turnier teil. In Wipperfürth bekommen es die Nullachter am Samstag, 12 Uhr, mit Gastgeber BC Wipperfeld zu tun – und haben im Grunde schon gewonnen, findet der Teammanager.

Von Florian Levenig

Jelle Maas (hinten rechts), hier an der Seite von Josche Zurwonne beim Final Four 2019 in Willich, könnte eine zusätzliche Option für die Lüdinghauser sein. Foto: flo

Die Sorgen von Andreas Lamsfuß hätte Michael Schnaase gern. Zwar klagt der Chef des Badminton-Final-Four-Ausrichters BC Wipperfeld darüber, dass ihm ein halbes Dutzend Spieler am Wochenende fehle. 08-Teammanager Schnaase indes hält das angesichts eines sagenhaften 25er-Kaders der Oberbergischen für unbotmäßige Tiefstapelei: „Die Wipperfelder sind sowohl in der Breite als auch qualitativ derart stark besetzt, dass sie im Spiel gegen uns in jedem Fall der Favorit sind.“

Platz drei schon fix

Am Samstag, 12 Uhr, steigen, jeweils auf einem Court, in der Voss-Arena in Wipperfürth die Halbfinals um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Wipperfeld gegen Lüdinghausen lautet das eine Vorschlussrundenduell, Bischmisheim gegen Refrath das andere. Tags darauf, 14 Uhr ist an gleicher Stelle das Endspiel (zwei Courts) angesetzt, die Partie um Platz drei entfällt auf allgemeinen Wunsch der Vereine hin.

Was laut Schnaase erheblichen Druck vom eigenen Team nehme: „Saarbrücken und Wipperfeld haben ein so edles Personal, dass für beide Teams im Grunde nur der Titel zählt. Für uns dagegen ist schon der dritte Rang ein großer Erfolg – und den haben wir bereits sicher.“ Tatsächlich war Union nur 2014 (Meister) und 2016 (DM-Vize) besser.

Was ja nicht bedeute, dass die Lüdinghauser dem Ausrichter den Finaleinzug auf dem Silbertablett serviere: „Wenn wir ähnlich stark spielen wie am vergangenen Wochenende, dann sind wir zumindest nicht chancenlos.“ In den Playoffs bezwangen die Steverstädter Wittorf sowie Schorndorf mit 7:0 und mussten nur Gastgeber Bischmisheim beim knappen 3:4 den Vortritt lassen.

Spielt Maas?

Mithin dürfte es auch keinen Grund geben, die Formation zu wechseln. Wobei laut Schnaase Jelle Maas (der Niederländer fehlte in Saarbrücken) eine zusätzliche Option sei. Wipperfeld ist in den Doppeln und im Mixed kaum schlechter besetzt als die Saarbrücker. Maas, den EM-Dritten von 2018, in der Hinterhand zu haben: Wieso nicht?

In die Karten spielen könnte den Steverstädtern überdies, dass die international aufstrebenden Grimley-Zwillinge Matthew und Christopher (Schottland) aufgrund der Quarantäne-Bestimmungen wohl fehlen. Das, gesteht Schnaase Lamsfuß zu, würde die Hausherren wirklich schwächen – und lässt die Nullachter zumindest auf den Gewinn des zweiten Doppels hoffen. Das erste, Mark Lamsfuß/Jones Jansen, dürfte dagegen – wie auch das Mixed (Lamsfuß/Yao Jie) – eine Bank für den Gegner sein, glaubt der 08-Teammanager.

Viele Optionen im zweiten Einzel

Bleiben die drei Einzel: Yvonne Li sei im Duell mit der Estin Kristrin Kuuba „leicht favorisiert“, Max Weißkirchens Partie gegen Felix Burestedt (Schweden) eine „Fifty-fifty“-Angelegenheit. Mitentscheidend könnte das zweite Einzel sein, in dem die Münsterländer die Wahl zwischen dem formstarken Aram Mahmoud und dessen niederländischem Landsmann Nick Fransman haben. Bei den Gastgebern stehen sogar drei Kandidaten parat: Bundesliga-Routinier Iikka Heino (Finnland), der Tscheche Adam Mendrek oder der DM-Zweite von 2019, Samuel Hsiao.

Uneins sind sich Union-Teammanager Michael Schnaase und Wipperfeld-Boss Andreas Lamsfuß nicht nur in der Frage, wer denn nun die Favoritenlast im direkten Duell am Samstag trage. Auch in Bezug auf den Austragungsmodus droht ein Dissens. Lamsfuß hat zumindest laut darüber nachgedacht, „alle sieben Matches auszutragen – selbst wenn ein Team bereits vier für sich entschieden hat. Ich könnte mir denken, dass das im Sinne derer ist, die 14,50 Euro Eintritt bezahlen und dafür so viel Spitzen-Badminton wie möglich sehen wollen.“ Aber geben die Statuten das überhaupt her? Fragen wir nach bei Bundesligaspielleiter Bernd Mohaupt: „Üblich ist das weder national noch international. Es spräche aber auch nichts dagegen – sofern sich beide Seiten darauf verständigen.“ Schnaase winkt ab: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Mannschaft, die bereits verloren hat, gewillt ist, das Match bis zum bitteren Ende fortzusetzen. Und dem Sieger des Halbfinals wird sehr daran gelegen sein, Kräfte für das Endspiel zu schonen.“ Vielleicht kommen die Fans ja trotzdem auf ihre Kosten – falls, was nicht ausgeschlossen scheint, die Partie zwischen Wipperfeld und Lüdinghausen regulär über die volle Distanz geht.

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