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Volleyball: Bundesliga Frauen

USC gegen Schwerin wehrhaft, aber am Ende chancenlos

Münster

Ohne gelernte Libera ist es auf höchstem Niveau schwer, ein Volleyballspiel zu gewinnen. Diese Erfahrung machte der USC Münster beim 1:3 gegen den SSC Palmberg Schwerin. Weil Erika Kildau verletzt fehlte, musste Marta Hurst einspringen. Sie und ihr Team überzeugten immerhin kämpferisch.

Von Henner Henning

Einmal durchpusten: Elena Kömmling stellt sich der Herausforderung gegen Indy Baijens und Kertu Laak (r.). Foto: Jürgen Peperhowe

Vier Sätze lang begegneten sich am Samstagabend der USC Münster und der SSC Palmberg Schwerin am Berg Fidel, spielten in 109 Minuten den Sieger aus. Dabei gewannen die Unabhängigen nur einen Abschnitt und verloren damit in der Arithmetik des Volleyballs nicht nur die Partie, sondern blieben vor 1215 Zuschauern auch punktlos. Soweit die Fakten. Was die Zahlen aber nicht zum Ausdruck bringen, sind die personellen Probleme, die den USC auch beim 1:3 (12:25, 25:20, 17:25, 16:25) einmal mehr begleiteten und die Einfluss auf das Spiel hatten.

„Großen Respekt an die Mannschaft, sie hat alles reingeworfen“, sagte Trainerin Lisa Thomsen, die sich diesmal für die Libera-Position eine Lösung hatte einfallen lassen müssen. Erika Kildau fiel abermals wegen muskulärer Probleme in der Schulter aus, Marta Hurst schlüpfte in ihre Rolle. „Das ist so, als wenn ich beim Fußball einen Stürmer ins Tor stellen würde. Aber Marta hat es gut gemacht“, meinte Thomsen. Dass die Umstellung aber Folgen für das gesamte USC-Konstrukt hatte, ist nicht nur logisch, sondern war auch spürbar. In der Block-Feld-Abwehr war Münster nicht so funktional wie erhofft, hatte weniger Zugriff. „Es war wirklich schwierig, die visuelle Wahrnehmung ist eine ganz andere für mich“, sagte die portugiesische Kapitänin Hurst, die sich in den Dienste der Mannschaft stellte.

Ambrosius mit einer Serie

Und die machte es zunächst sehr ordentlich, hielt auch dank Schweriner Unzulänglichkeiten den Eröffnungssatz bis zum 9:9 offen. Doch als die Minuten von Lea Ambrosius schlugen, geriet der USC ins Hintertreffen. Die Mittelblockerin des SSC, der äußerst mäßig in die Saison gestartet und zuletzt im Pokal-Achtelfinale gescheitert war, schob ihr Team mit einer starken Aufschlagserie an, schnell stand es 16:9 für den Gast. Zu viel für die Unabhängigen, die in dieser Phase richtig Mühe hatten. „Schwerin ist eine Mannschaft, die sehr aggressiv spielt und solche Situationen nutzt. Wenn wir zwei, drei Punkte abgeben, ist das okay. Aber vier, fünf, sechs sind zu viel. Da müssen wir besser dagegenhalten“, sagte Außenangreiferin Hurst, die nur zwei Einheiten auf der ungewohnten Position im Training absolviert hatte.

Guter Start in Satz zwei

Erfolgreich Gegenwehr leistete der kämpferisch überzeugende USC in Durchgang zwei. Aggressiver, stabiler, effektiver – so präsentierten sich die Thomsen-Schützlinge, die direkt mal nach zwei Punkten von Iris Scholten und zwei guten Aufschlägen von Barbara Wezorke – bei einem war Juliane Schröder Nutznießerin – auf 4:0 wegzogen. Diese Führung verteidigte Münster um die auffällig agierende Elena Kömmling und die auftrumpfende Maria Schlegel und gestattete Schwerin in diesem Abschnitt kein Comeback. „Da haben wir viele Dinge sehr gut gemacht. Man sieht, dass die Mannschaft auf einem guten Weg ist und sich entwickelt“, erklärte Thomsen.

Was allerdings – und da spielen die seit Wochen dazugehörenden Verletzungsprobleme eine Rolle – fehlt, ist Konstanz. Denn im dritten Durchgang geriet der wehrhafte USC bis zum 5:11 entscheidend ins Hintertreffen, kämpfte sich ab dem 8:20 zum Satzende immerhin wieder in die Partie. Und obwohl der abschließende Satz hoffnungsvoll begann (6:3 nach 0:2), war schnell klar, dass an diesem Abend im Duell der mehrfachen Meister nichts zu holen war (7:12, 11:19). Was blieb, war die vierte Niederlage in Serie – und der Wunsch, sich personell mal weniger Sorgen machen zu müssen.

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